Nachdem Paula aus dem Fenster schwebte, prallt sie auf dem Boden der Tatsachen auf. Ihre pulsierenden Gefäße flüstern ihr: Sie braucht Acid – und Acidulant liefert die lysergische Druckinfusion. Dieser Handlungsausschnitt markiert das nächste Kapitel im Katalog des Labels Who Is Paula, in dessen Verlauf die Protagonistin identitätsstiftende Abenteuer erlebt.
»Let the acid move your body, let the future read your mind«, beschwört eine Roboterstimme in »Nomuntakasa«, dem Brett auf Let The Acid Move Your Body, mit derart beschwingtem Vocoder-Einsatz, dass Anthony Rother in seinem Offenbacher Studioraumschiff das Headset wegfliegt. Acid ist dabei nur einer der beiden kräftigen Treiber, den Rest erledigen Beat und typische Melodiefragmente von Electro. Wer sich nun auf eine ausschließlich rabiate Gangart einstellt, irrt. »The Queen That Never Was« stellt Klavierakkorde und eine hibbelige Acid-Line à la Andras gegenüber, im Hintergrund bahnt sich ein brachiales Bigroom-Vocal an, das jedoch nie einsetzt. Stattdessen wiederholt sich ein hauchzartes Gesangsmotiv, das die vergossene Säure mit Emotion durchzieht.
Ganz zu Anfang, quasi bei Paulas Aufprall, umspielen in »No Incentive« Vocoderstimmen und Electro-Stabs ihren aktivierten Körper. Zur Mitte hin folgt ein gewaltiger Drop, der auf dieser genügsam produzierten, bewusst grobkörnig gehaltenen EP heraussticht. Im abschließenden »Electrification Intelligence« hält Nachdenklichkeit Einzug: Hallender IDM-Duktus trifft auf vereinzelte Amen-Breaks. Paula blickt beseelt zur Decke und genießt die Nachwehen ihres Trips.

Let The Acid Move Your Body