»Identität halte ich für einen Fiebertraum«, meinte DJ Plead kürzlich im Interview mit der GROOVE. In seinem Fall verwundert das nicht: Der Libanon, Australien, die Schweiz – in Jarred Beelers Biografie verzweigt sich vieles. Auf Please widmet er sich vorrangig seinem libanesischen Erbe und nutzt das traditionelle Instrumentarium des arabischen Landes für schwermütige, nachdenkliche Melodien, die ein ewiges Suchen ausdrücken.
Auf »Seven Eight, Too Late« ergänzen sich Gitarre und Bass, ohne auf einen grünen Zweig zu kommen, immer umeinander kreisend, sich niemals findend. »Stucco« beginnt mit einem Bass, der an Acid Dub Studies von Om Unit erinnert. Eine gute Vergleichsgröße, bewegt sich DJ Pleads in Albumform gegossenes Flehen doch in einem ähnlichen Tempo – in sich gekehrter, fragiler als Club-Granaten mit orientalischem Einschlag auf AD93. Auf »pa 700« gehen Bassgrollen und Streicher ein Call-and-Response-Duett ein, aus dem sich eine wahrhaftige Melodie schält. Nicht angetäuscht, wie im Club gerne praktiziert, sondern als tragendes Element des Tracks.
Das gilt auch für den Rest der 33 Minuten Spielzeit: Please ist ein Album, dem man über die komplette Distanz anmerkt, dass es für seinen Erzeuger eine zutiefst persönliche, in Zügen nostalgische und vor allem niemals abgeschlossene Angelegenheit darstellt. Fortlaufend zaghaft, im Prozess zutiefst berührend.

Please
