Digitale Tanzmusik ist das ganz zweifellos – allerdings klingt hier dann doch so gut wie gar nichts nach dem, was europäische Floors für gewöhnlich in Wallung bringt. Die Rhythmen sind synkopisch, die Produktion minimalistisch. Eingearbeitet ist immer wieder analoge Percussion. Und der Gesang, fast durchgängig mit Autotune bearbeitet, ist hier offenbar nicht nur Klangfarbe oder sloganistischer Akzent.
Aber auch mit dem, was hierzulande mit Musik aus Ghana assoziiert wird, vor allem also Highlife oder vielleicht noch Kologo, hat das nur wenig zu tun. Zwischen eher tranceigen Stücken und aufgeputschten Tracks entfaltet sich eine Musik, die an die Musik der auch geografisch nicht fernen Frafra und an südafrikanischen Shangaan erinnert, ohne dessen Hochgeschwindigkeitsexzesse allerdings. Klischees von Authentizität, Tradition und Moderne wirft diese Musik jedenfalls mit ähnlich viel Verve über den Haufen. Mit Studio Simpa debütiert das Label Autotune The Word, eine Tochter von Sahel Sounds, nach einer Reihe von Cassetten-Veröffentlichungen nun auch auf Vinyl.
