Music Interview | verfasst 14.10.2019
Floating Points
»Sowas bringt mich auf die Palme!«
Floating Points mag das Wort »Crush«. Es sei einerserseits zärtlich, andererseits stehe es für langsame Gewalt. Sein neues Album heißt »Crush« und es bewegt sich genau in diesem Spannungsfeld. Wir trafen ihn zum Gespräch.
Text Raoul Kranz , Fotos Dan Medhurst / © Ninja Tune
Floating-points

Floating Points stellt mit seinem neuen Album »Crush« wieder alles auf den Kopf, was man über den Londoner Tausendsassa zu wissen meint. Eine Renaissance seines früheren Garage-Sounds auf Eglo Records, nachdem er mit seinen letzten Platten in Krautrock-Gefilde abtauchte, für sein Reissue-Label Melodies International nach alten Disco-Schätzen gräbt oder auf seinem ersten Longplayer »Elaenia« Jazz mit feinfühliger Elektronik fusionierte. Sam Shepard ist ein unauffälliger und scharfsinniger Typ, den man eher im Laborkittel oder hinterm Laptop als auf den großen Festivalbühnen erwarten würde. Glücklich erzählt er von der Currywurst, die er sich eben zum Mittag statt dem geplanten Asian Fusion Food gegönnt hat. Denn so oft er schon in Berlin war, die hatte er noch nie, und konnte endlich mit alten Schulkenntnissen glänzen: »Nur ein bisschen viel Ketchup – aber ich will mich nicht beschweren.« Nach einem semantischen Exkurs über »Currywurst Schranke« kommen wir schnell zur Sache: Floating Points über seine Rückkehr auf den Dancefloor, Synthesizer-Experimente und die erdrückende politische Weltlage.


Die Schallplatten von Floating Points findest du im Webshop von HHV Records


Auf deinem neuen Album »Crush« legst du dein tanzbarste Material seit langem vor. War das eine bewusste Entscheidung oder ist es einfach passiert?
Ich habe nicht versucht, eine Platte für den Dancefloor zu produzieren. Ich wollte einfach wieder solo Musik machen, so intensiv wie ich mit meiner Band getourt habe. Also ist die neue Musik teils tanzbar geworden, teils nicht und manchmal auch klassisch.

Du scheinst auf jeden Fall viel Spaß im Studio gehabt zu haben?
Ja, das Studio funktioniert super im Moment und ich kann schnell arbeiten. Das kommt echt selten vor, denn ich baue es ständig um. So etwas wurmt mich am meisten: Du willst einen Synthesizer durch einen Gitarrenverstärker, Phaser, Reverb und Delay jagen und aufnehmen. Wenn du endlich alles verkabelt hast, denkst du dir: Pah, was soll’s, Zeit für die Mittagspause.

2017 hast du The xx auf Tour begleitet. Wie hat dich das zum neuem Material inspiriert?
Unsere erste Show war in einem Stadium in Mailand vor 20.000 Leuten. Ich war nicht nervös, aber alles andere als gut vorbereitet. Ich hatte einen Buchla Modular-Synthesizer und Korg Volca Beats dabei. Der ist nicht sonderlich beliebt, aber ich finde ihn brilliant.

Irgendwie lästern alle über den Snare Sound?
Das ist der abgefahrenste Snare Sound, ich liebe den! [lacht] Jedenfalls habe ich einen Beat angemacht wie auf »Veteranissimo« von dieser deutschen Krautrock-Band Harmonia. Ihr Album »Live 1974« habe ich damals rauf und runter gehört. Diesen vor sich hin tuckernden Beat habe ich durch Delays und den Buchla geschickt – kontrolliert durch Control Voltage [Steuerspannung]… du kannst da also total verrückten Kram machen – und darüber eine einfache Synthesizer-Melodie gelegt. Das wurde total meditativ und nach einer halben Stunde Crescendo so intensiv und verrückt, dass ich am Ende der Show einfach den Mixer ausgeschaltet habe, die Speaker machten »Paff« und ein ziemlich verwirrtes Publikum dachte sich: Ähm, was war das denn, eine halbe Stunde verschwendete Lebenszeit. [lacht] Also ich hatte eine geile Zeit auf dieser Tour, total befreiend.

»Es ist so bizarr, jemandem zu sagen: Ich mag deine neue Musik nicht, aber deine alte. Gut, dann hör sie nicht!« (Floating Points)

Hast du im Studio versucht, diese Atmosphäre einzufangen?
Nein, an der Tour mit The xx hat mich eher das abgespeckte Set-Up inspiriert, das ich wieder im Studio aufgebaut habe: Also den kleinen Buchla und meinen Yamaha Reface, den weißen – übrigens der beste kleine neue Synth da draußen, acht Noten Polyphonie, so gut! Natürlich stehen in meinem Studio auch die ganzen großen Synths, auf die ich zurückgegriffen habe.

Für dein erstes Album »Elaenia« hast du fünf Jahre gebraucht, für »Crush« fünf Wochen und dabei viele Teile live in einem Take eingespielt. Ist Improvisation wichtiger als mühevolle Kleinarbeit?
Nun, die Maschinen zu verstehen war ein Prozess von mehreren Jahren. Mittlerweile kenne ich den Buchla gut genug – ich sage »gut«, denn der bietet endlose Möglichkeiten. Ich bin ein ausgebildeter Pianist, aber Synthesizer sind total anders. Du kannst was sehr Simples auf einem Synth spielen, aber es dadurch, wie du den Filter benutzt, verdammt gut klingen lassen. Also war es mühevolle Kleinarbeit, an diesen Punkt zu kommen, in fünf Wochen eine Platte machen zu können. Ich habe monatelang Patches auf dem Rhodes Chroma Synthesizer gemacht und mich in manche total verliebt – da fällt mir ein, ich sollte davon wirklich mal ein Back-Up machen! Keine Ahnung, was ich damals eigentlich gemacht habe, jedenfalls keine Musik. Und dann habe ich mich eines Tages entschieden loszulegen und alles passierte ziemlich schnell.

Ist es etwas Besonderes, in diesem Flow zu sein, oder ist es tägliche Routine?
Nein, ich wünschte das wäre Routine. Es ist ein Gefühl, das ich nie einfangen kann. Wenn ich drin bin – was weiß ich, es ist vier Uhr morgens, ich tanze in meinem Studio und freue mich, einen Tune gemacht zu haben – bin ich mir bewusst, dass das häufiger passieren muss, am besten täglich. Aber das ist nicht der Fall, es ist reines Glück. Oft habe ich eine klitzekleine Idee, entwickele sie den Tag über weiter und die Begeisterung über jedes Stadium spurt mich an wie ein Schneeball-Effekt. Am Ende des Tages bin ich erschöpft, aber total glücklich. Das ist das beste Gefühl beim Musikmachen, aber es kommt für gewöhnlich alle paar Monate mal. Bei diesem Album ging’s echt schnell, keine Ahnung, warum. Nicht abgelenkt zu werden ist auch wichtig. Ich bin ein geselliger Typ und gerne unter Freunden, aber manchmal ist das inkompatibel zur Musik. Aber das ist nicht das Leben, das ich haben will, nur alleine im Studio…

Mit all deinen Veröffentlichungen brauchst du dir doch keine Sorgen um Kreativität zu machen?
Ich wünsche mir ständig, mehr Musik zu machen. Das macht mir Sorgen, ist aber auch gut. Ich wache morgens auf und faulenze nicht im Bett, sondern springe auf und renne ins Studio. Und wenn ich den ganzen Tag etwas Trockenes mache, wie den Fender Rhodes zu stimmen oder Synthesizer zu programmieren. Auch diese Sachen sind ein wichtiger Teil davon, elektronische Musik zu machen und dazuzulernen.

Einige Fans haben nach den Psych Rock-Exkursen auf deinem Label Pluto gefordert, dass du zu deinem früheren Garage-Sound zurückkehrst. Nimmst du ihre Kritik ernst?
Ich ignoriere das komplett. Die Vorstellung, dass mir jemand sagt, was ich machen soll, ist erstaunlich. Nicht nur, weil das vielleicht weh tut. Es ist so bizarr, jemandem zu sagen: Ich mag deine neue Musik nicht, aber deine alte. Gut, dann hör sie nicht! So bescheuert! Das ist halt Teil der künstlerischen Entwicklung. Ich will nicht arrogant klingen und auf der anderen Seite ist es natürlich schön, positive Reaktionen zu kriegen. Wobei ich mir da auch oft denke: Freut mich, aber ich denke schon wieder an ein ganz anderes Projekt, das euch bestimmt nicht gefallen wird. »Super, dass du zurück auf dem Dancefloor bist.« – »Tja, jetzt werde ich wieder eine Psych-Rock-Platte machen.« [lacht] Es ist eine Lose-Lose-Situation, ich nehme ihre Enttäuschung wieder vorweg.

«In meinem Studio läuft der Live Feed vom britischen Parlament. Also schaute ich zu, wie sich mein Land blamiert, und machte dabei richtig wütend Musik.« (Floating Points)

Du machst einfach, was du willst?
Ja, andernfalls würde es für mich überhaupt keinen Sinn machen. Ich mache das nicht fürs Publikum, sondern aus meinem eigenen Verlangen, Musik zu machen. Sehr egoistisch. Es ist eine Ehre, dass sich die Leute für mich interessieren und ich bin wirklich dankbar für jeden, der sich das neue Album anhört. Aber weißt du was, ich will schon wieder die nächste Platte machen.

Heute schraubst du an einem Garage-Tune, morgen gräbst du nach Disco-Platten und dann schreibst du ein Stück für Streicher – oder wie läuft das?
Solche Einfälle brauchen mehr Zeit. Tanzmusik geht meistens schneller und ist instinktiver. Ich spiele im Studio mit so etwas wie der neuen Roland TR-8S oder dem Buchla Rhythm Generator rum, die verrückte Polyrhythmen können. Aber ein Streichquartett, normalerweise brüte ich eine Idee über ein halbes Jahr aus und wenn sie gut ist, schreibe ich sie auf. Ich habe ewig viele Skizzen auf Papier, in der schlimmsten Handschrift. Wenn ich sie mir in fünf Jahren anschaue, werde ich mich verfluchen. Und ich habe viele Voice Mails mit kleinen Clips, wo ich richtig schlecht singe.

Also die nächste Floating Points-Platte mit Vocals?
Wer weiß – exklusiv für HHV. [lacht]

Erst dachte ich, der Titel »Crush« soll bedeuten, dass du die Erwartungen deines Publikum zerstörst, aber du beziehst dich damit auf die erdrückende politische Weltlage?
Vielleicht, so genau weiß ich das auch nicht. Ich mag das Wort »Crush« – einerseits zärtlich, aber es steht auch für langsame Gewalt: Krrr! [Zerdrückt mit seinem Daumen eine imaginäre Fliege auf dem Tisch.] Und genauso fühle ich mich einfach jeden Tag in England, zuletzt mit der Beurlaubung des Parlaments. Jedes Mal, wenn ich die Nachrichten lese, dreht sich die Schraube ein klitzekleines bisschen weiter, die den letzten Anstand aus der Gesellschaft presst. Ein bisschen peinlich, aber in meinem Studio läuft der Live Feed vom britischen Parlament. Also schaute ich zu, wie sich mein Land blamiert, und machte dabei richtig wütend Musik. Ständig Brexit, keiner spricht über tägliche Probleme wie unser kaputtes Gesundheitssystem, geschlossene Jugendzentren oder Arbeitslosigkeit. Ich bin auf jeden Fall bei den Protesten in London dabei!
Und es ist ja nicht nur das: Umweltverschmutzung – ich meine verdammt! Floating Points – CrushWebshop ► Exclusive Vinyl LP | Indie Vinyl LP | Black Vinyl LP Wir isolieren uns rund um den Globus, haben Trump, den Rechtsruck in Italien, Bolsonaro in Brasilien – such dir was aus, es wird immer schlimmer. Wie sind wir an diesen Punkt gekommen? Das ist zermürbend! Auf der Platte schreie ich meinen Ärger raus. Ich habe meine Maschinen unter Kontrolle, gelegentlich lasse ich die Zügel los und lasse sie sich gegenseitig bei lebendigem Leib fressen, weil ich mich genauso gefühlt habe: Fuck it!

Brauchen wir mehr Mitgefühl, um dieses Gefühl der Hilflosigkeit zu überstehen? Soll die neue Platte Trost stiften?
Leute wie bei Sea-Watch sind echte Helden und stiften Hoffnung, deshalb auch der Track auf dem Album. Sie riskieren ihr Leben und quatschen nicht nur. Stell dir vor, du wärst in so einer verzweifelten Situation, dass du trotz der hohen Wahrscheinlichkeit zu sterben, übers offene Meer irgendwohin flüchtest und dann verweigert dir Europa die Einreise. Sowas bringt mich auf die Palme und macht mich unglaublich traurig und wütend.


Die Schallplatten von Floating Points findest du im Webshop von HHV Records


Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 08.07.2014
Floating Points
King Bromeliad
Eine neue Veröffentlichung von Sam Shepherd alias Floating Points ist immer eine gute Nachricht. »King Bromeliad« bildet da keine Ausnahme.
Music Review | verfasst 19.08.2019
Floating Points
Lesalpx / Coorabell
Nach fast zwei Jahren ohne neue Musik hat Floating Points kürzlich die beiden neuen Tracks »Lesalpx« und »Coorabell« veröffentlicht,
Music Kolumne | verfasst 04.12.2011
Zwölf Zehner
November 2011
Willkommen im Dezember. Doch vorher lassen Florian Aigner und Paul Okraj den Monat November musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Porträt | verfasst 15.03.2012
Eglo Records
Fingerübung in Sachen Qualität
Vor genau drei Jahren taten sich Sam Shepherd (Floating Points) und Radio-DJ Alexander Nut zusammen und gründeten das Label Eglo Records. Wir stellen euch das Londoner Label genauer vor.
Music Review | verfasst 05.11.2015
Floating Points
Elaenia
Freundlich, zugänglich, doch zugleich auf fast ätherische Weise abgewandt, rätselhaft: Das alles ist »Elaenia« von Floating Points.
Music Review | verfasst 29.10.2011
Toddla T
Watch Me Dance
Die jugendliche Unbekümmertheit ist das Markenzeichen und Schwachpunkt von Toddla T.
Music Review | verfasst 24.07.2015
Seven Davis Jr
Universes
Man hatte Seven Davis Jr. für sein Debüt nichts weniger als einen Klassiker zugetraut. »Universes« enttäuscht nicht.
Music Review | verfasst 27.05.2016
Max Graef & Glenn Astro
The Yard Work Simulator
Freiheit in der Verwirrung: Max Graef und Glenn Astro geben mit »The Yard Work Simulator« ihren gemeinsamen Einstand auf Albumlänge.
Music Review | verfasst 03.09.2021
DJ Seinfeld
Mirrors
»Mirrors« heißt das zweite Album des schwedischen Produzenten DJ Seinfeld. Und verglichen mit früherer Musik, sind die Spiegel gut geputzt.
Music Review | verfasst 05.11.2021
Anz
All Hours
Sechs Stücke für einen 24-Stunden-Rave: Ambitioniert war Anz schon immer, mit »All Hours« aber wird sie zur Geschichtenerzählerin.
Music Review | verfasst 14.09.2021
Park Hye Jin
Before I Die
»Before I Die«, das Debüt der aus Südkorea stammenden Musikerin Park Hye Jin, folgt einer ausgeklügelten Architektur.
Music Porträt | verfasst 26.05.2016
Max Graef
Smooth Operator
»Ist einfach nicht so meine Welt, arbeiten mit geregelten Zeiten«, erklärt uns Max Graef den Fakt, dass er nicht mehr einmal die Woche im Plattenladen aushilft. Lockerer Typ. Sein Album mit Glenn Astro erscheint morgen – und hat Drive.
Music Interview | verfasst 05.06.2018
Leon Vynehall
Für Oma, Forever Ago
Leon Vynehall geht mit »Nothing Is Still« auf ganz persönliche Spurensuche in seiner Familiengeschichte. Auf dem Debütalbum für Ninja Tune erzählt er, wie seine Großeltern in den 60er-Jahren von Großbritannien nach New York einwanderten.
Music Review | verfasst 28.07.2011
FunkinEven
Rolands Jam EP
FunkinEven macht auf seiner neuen, auf Eglo Records erschienenen EP Rolands Jam Tabula Rasa mit Ansage.
Music Review | verfasst 16.11.2010
Scuba
Triangulations Interpretations Pt.1-3
Hoch war die Messlatte für die Herren, welche sich an die Interpretation von Scubas Triangulations machten.
Music Review | verfasst 28.09.2011
Arkist + Kidkut
One Year Later/ Vanilla Imitate
Die beiden Bristoler Produzenten Arkist und Kidkut machen erstmals gemeinsame Sache. Ihre Single für Hotflush ist ein sehr guter Start.
Music Review | verfasst 30.04.2013
Outboxx
Outboxx
Das Duo aus Bristol setzt bei ihrem Debüt auf Vielfalt. Da haut schon mal ein Track daneben, aber insgesamt bleibt der Eindruck positiv.
Music Review | verfasst 07.01.2014
Huxley
Inkwell EP
Den Namen Huxley sollten diejeningen, die elektronische Musik zwischen House und UK Garage mögen, auf dem Zettel haben.
Music Review | verfasst 23.08.2021
Joy Orbison
Still Slipping Vol.1
Mit »Still Slipping Vol.1« traut sich Joy Orbison erstmals mit einem Release jenseits der 25 Minuten.
Music Liste | verfasst 13.05.2014
Dauwd
10 Favourites
Wir fragen Musiker nach 10 Schallplatten, durch die sie geformt, gebessert und gebildet wurden und bitten sie diese Auswahl zu kommentieren. Diesmal nimmt sich Producertalent Dauwd dieser Aufgabe an.
Music Kolumne | verfasst 01.07.2011
Zwölf Zehner
Juni 2011
Willkommen im Juli. Doch vorher lassen Florian Aigner und Paul Okraj den Monat Juni musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 03.11.2011
Zwölf Zehner
Oktober 2011
Willkommen im November. Doch vorher lassen Florian Aigner und Paul Okraj den Monat Oktober musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Bericht | verfasst 21.10.2013
Gilles Peterson, Four Tet & Floating Points
»Free Spirits Sunday« am 13.10. in Berlin
Die jazzaffinen DJs und Musiker leisteten beim »Free Spirits Sunday« eine dringend notwendige Unterstützung für die Steve Reid Foundation und verneigten sich zeitgleich auch auf vielfältige musikalische Weise vor ihren Vorbildern.
Music Liste | verfasst 28.12.2015
Jahresausklang 2015
Die besten Songs (50-31)
Woche für Woche picken unsere Redakteure im Ausklang ihre Lieblingssongs. Jeder für sich. Jetzt sollten sie gemeinsam die Top 50 des Jahres festlegen. Es wurden Existenzen in Frage gestellt bis Platz 1 alle vereinte.
Music Liste | verfasst 27.10.2017
Ausklang | 2017KW43
8 essentielle neue Platten
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.
Music Kolumne | verfasst 13.11.2019
Aigners Inventur
November & Dezember 2019
Kommt gerade vom Gruppenkuscheln auf der Ersti-Party und weiß trotzdem, wer das beste Deutschrap-Album aller Zeiten veröffentlichen wird. Es kann sich dabei nur um unseren Kolumnisten handeln.
Music Kolumne | verfasst 06.05.2021
Aigners Inventur
Mai & Juni 2021
Die eine Konstante in der Ära von Impfneid, Merzismus und Notbremsenbeef: Aigners Inventur fühlt sich vier Minuten vor Beginn der Ausgangssperre verwegen, hält sich für den Nabel der Deutschrapwelt und kopiert sich nur selbst.
Music Liste | verfasst 01.12.2021
Jahresrückblick 2021
Top 50 Albums
Lockdown-Limbo, dann Lockerungen – erst gar nichts, dann alles auf einmal. Dazwischen? Musik. Viele großartige Alben erschienen dieses Jahr. Das waren die 50 besten auf Schallplatte veröffentlichten Alben des Jahres 2021.
Music Review | verfasst 01.09.2010
Andreya Triana
Lost Were I Belong
Ein harter Weg war es, der bis zu diesem Album führte. Andreya Triana hat es zu einem guten Ende geführt.
Music Review | verfasst 15.10.2010
Eskmo
Eskmo
Eskmos neues Husarenstück wird sich in der Welt der Beats festbeißen und seine Fanbase rasant vergrößern.
Music Porträt
Iannis Xenakis
Jenseits des Stillstands
Der griechisch-französische Komponist Iannis Xenakis war einer der größten Radikalen des 20. Jahrhunderts. Seine Musik wandte sich gegen den Zeitgeist und tradierte Vorstellungen westlicher Musik überhaupt. Ein Porträt.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Januar & Februar 2022
Kommt mit zwei Zentimeter Hustensaft und Sägespänen auf seiner Zungenspitze aus dem alten Jahr gekrochen und findet direkt das beste Rap-Album des neuen Jahres vor: Aigners Inventur. Willkommen zur ersten Ausgabe im neuen Jahr.
Music Porträt
Records Revisited
Daft Punk – Homework (1997)
1997 hat das französische Duo Daft Punk ihr Debütalbum »Homework« veröffentlicht und seit dem eine beispiellose Karriere hingelegt. Das Album war damals noch kein Mainstream, sondern knarzende, knisternde House-Music.
Music Liste
Jahresrückblick 2021
Top 50 Albums
Lockdown-Limbo, dann Lockerungen – erst gar nichts, dann alles auf einmal. Dazwischen? Musik. Viele großartige Alben erschienen dieses Jahr. Das waren die 50 besten auf Schallplatte veröffentlichten Alben des Jahres 2021.
Music Liste
Jahresrückblick 2021
Top 20 12inches
12inches werden meistens, aber nicht immer für den Club hergestellt. Ein Blick auf die 20 besten Schallplatten dieser Art im Jahr 2021 zeigt, dass nicht nur Dance Music neu gedacht wurde – sondern auch ruhige Kontrapunkte gesetzt wurden.
Music Liste
Jahresrückblick 2021
Top 50 Reissues
Neues Jahr, neue Liste von Visionen von Zukünften, die bisher noch nicht Realität geworden sind. Diese 50 Schallplatten träumten in diesem Jahr aus der Vergangenheit am lautesten von einem besseren Morgen.
Music Liste
Jahresrückblick 2021
Top 20 Compilations
Musik und erst recht die Menschen dahinter finden immer zueinander – notfalls auch über die Distanz, sei es nun räumliche oder doch zeitliche. Das waren die 20 besten auf Schallplatte veröffentlichten Compilations des Jahres 2021.
Music Liste
Jahresrückblick 2021
Top 20 Tapes
Jetzt hat also auch der Mainstream die Wertschöpfungsmöglichkeiten des Magnetbands entdeckt: scheiße oder geil? Uns zumindest egal, wir schieben uns lieber Tapes von obskuren Labels und unter dem Radar fliegenden Artists in den Walkman.
Music Liste
Jahresrückblick 2021
Top 20 Books
Von der ultimativen 2Pac-Oral-History hin zur Daft-Punk-Neulektüre und den B-Seiten der Musikgeschichte: Diese Bücher prägten ein Jahr, dessen erste Hälfte uns jede Menge Zeit zum Lesen bescherte.
Music Kolumne
Records Revisited
Autechre – Chiastic Slide (1997)
Mit ihrem vierten Album als Autechre verabschiedeten sich die beiden Mancunians aus der Referenzmenge und begannen ihre einzigartige Reise in ungehörte Klänge und massige Grooves.
Music Porträt
Dengue Dengue Dengue
Guest Mix
Die peruanischen Dengue Dengue Dengue zwirbeln Hula-Hoop-Ryhtmen in den Club. Für uns haben sie exklusiv diesen 60-minütigen Mix zusammengestellt, mit Musik, zu der man die Pfeile spitzt, an Fröschen leckt und beim Trommelkurs brilliert.
Music Liste
RSD Black Friday 2021
12 Releases, nach denen du Ausschau halten solltest
Wir haben uns durch die Liste der diesjährigen exklusiv zum Record Store Day Black Friday 2021 angekündigten Releases gewühlt und euch eine Auswahl von zwölf Schallplatten zusammengestellt, die wir als mögliche Highlights entlarvt haben.
Music Porträt
Chillhop Music
Die Magie des passiven Lauschens
Chillhop ist Musik für eine Welt, in der alle hören, aber niemand zuhört. Das niederländische Label hat trotzdem Erfolg. Und weiß auch, warum.
Music Kolumne
Aigners Inventur
November & Dezember 2021
Er wäre gerne der Typ, der immer die wildesten Puffer Jackets in den Supreme-Videos trägt. Ist aber nur unser Kolumnist. Ja, die sad’e Jahreszeit beginnt. Immerhin nicht mit schlechter Musik: Hier ist die neue Ausgabe von Aigners Inventur.
Music Porträt
Faust
Warum isst du denn nicht Mohrrüben?
Die Hamburger Band Faust war vor 50 Jahren einer der seltenen Fälle, in denen eine Plattenfirma, wenn auch unwissentlich, Künstler unterstützte, deren Musik sehr anders klang als die bis dahin bekannten Rock-Entwürfe.
Music Kolumne
Records Revisited
Stars Of The Lid – The Tired Sounds Of (2001)
Die monumentalste Stille aller Zeiten: Mit »The Tired Sounds Of« schufen Stars Of The Lid im Jahr 2001 eines der wichtigsten Ambient-Alben. Sie verpassten dem Genre mit diesen zwei Stunden an Sounds, Drones und Loops eine neue Tiefe.
Music Interview
Torky Tork
»Ich liebe den Spagat zwischen alt und neu«
Torky Tork ist bislang eher als der Mann im Hintergrund bekannt. Jetzt hat der Berliner Beatmaker ein eigenen Produceralbum aufgenommen. Er hat die Beats geschliffen, Wandl, Döll, Lugatti oder Doz9 haben gerappt. Zeit für ein Gespräch.
Music Porträt
Holy Hive
Introspektive Leichtigkeit
Mit »Float Back To You« legte das New Yorker Trio Holy Hive 2020 ein Folk-Soul-Balsam für das wundgescheuert blankliegende Nervenkostüm vor. Auf dem selbstbetitelten Nachfolger setzen sie den eingeschlagenen Kurs fort.
Music Liste
Palmbomen II
10 All Time Favs
Bilder und Musik ließen sich bei Palmbomen II nie voneinander trennen. Mit »Make A Film« liefert er nun die Musik für die Bewegtbilder, die von uns noch gedreht müssen. Welche Musik ihn in Sachen Filmmusik inspirieren, verrät er hier.
Music Kolumne
Records Revisited
A Tribe Called Quest – Low End Theory (1991)
Viel besser geht es nicht. Zu Beginn der 1990er Jahre brachten A Tribe Called Quest mit ihrem zweiten Album »The Low End Theory« den Flow auf den Punkt. Ohne aggressiv männliche Posen, dafür mit Jazz, Breaks und Vibe.
Music Kolumne
Records Revisited
Primal Scream – Screamadelica (1991)
1991 – was für ein Jahr für die Rockmusik. Die am 24.9.1991 veröffentlichten Alben von Nirvana, Soundgarden und Red Hot Chili Peppers haben Rock wieder populär gemacht. Aber »Screamadelica« von Primal Scream hat das Genre verändert.
Music Essay
Die Beat-Ära in der DDR
Feindliche Übernahme
Schallplatten des Amiga-Labels sind weit verbreitet. Neben Pressungen internationaler Stars war auch jede Menge Musik aus der DDR selbst auf Platte verewigt worden. Manches davon lohnt wiederentdeckt zu werden.
Music Interview
José González
Geschmack ist wie dein Po
2003 coverte José González den Song »Heartbeat« von The Knife und katapultierte sich gleich in die Herzen und Studierzimmer vieler Menschen. Mit seinem Album »Local Valley« strickt er weiter an seinem Mythos. Wir trafen ihn zum Interview.
Music Porträt
Loredana Berté
Irgendwie unvergleichlich
Loredana Bertè wird als »Königin des italienischen Rock« apostrophiert. Das greift nicht nur musikalisch zu kurz. Denn sie den Status quo nie repräsentiert, sondern als Außenseiterin aus Überzeugung wiederholt infrage gestellt.
Music Kolumne
Records Revisited
DJ Shadow – Endtroducing (1996)
Vor 25 Jahren erschien mit »Endtroducing« ein Hip-Hop-Album, das Björk mit Metallica und finnischer Fusion zusammendachte. DJ Shadow grub dafür im Keller. Und fand Gold. Dann schuf er ein Album, das aus der Zeit gefallen zu sein scheint.
Music Porträt
Sarah Davachi
Echo der Unendlichkeit
Intensität ist das Wort, das in den Sinn kommt. Bei ihrer Musik und bei ihren Sätzen. Ihr Sound fühlt sich an, als ob jemand mit einer Fingerspitze über die Seele streicht. Jetzt erscheint Sarah Davachi neues Album »Antiphonals«.
Music Porträt
Dais Records
Klang als Kollektion
Zwischen Experiment und Erwartung, Neuem und Altem wagt Dais Records seit Jahren den Spagat. Gibby Miller und Ryan Martin ziehen dort ihre Kreise, wo Linearität bewusste Störung erfährt – und treten so in die Fußstapfen großer Vorgänger.
Music Porträt
Leslie Winer
Der unbekannte Weltstar
Björk, Grace Jones, Boy George und Sinéad O’Connor zählen zu ihren Bewunderern. William S. Burroughs war ihr Mentor. Irgendwie hat sie auch Trip-Hop erfunden. Dennoch ist Leslie Winer heute nur Insdern bekannt. Das könnte sich jetzt ändern.
Music Porträt
DJ Koco
Guest Mix
Bei DJ Koco treffen atemberaubende Mixing-Skills auf eine Selection von ungeheurer Raffinesse. Kaum einer cuttet seine Breakbeats tighter ineinander als er. Das Verblüffendste: Der japanische DJ beschränkt sich in seinen Sets auf 7Inches.
Music Kolumne
Aigners Inventur
September & Oktober 2021
Keift und brummt sich wieder durch die Veröffentlichungen der letzten zwei Monate: Aigners Inventur, mit Bärlauch-Antipathie und Seerobben-Ehrfurcht. Dazwischen Alben von Flying Lotus, Erika De Casier, Space Afrika und Maxine Funke.
Music Kolumne
Records Revisited
John Coltrane – Africa/Brass (1961)
1961 markierte »Africa/Brass« den Anbruch eines neuen Zeitalters: Für John Coltrane war es der Beginn seiner Impulse!-Jahre, für viele afrikanische Staaten der Start in die Unabhängigkeit. Musikalisch war es sein ambitioniertestes Vorhaben.
Music Kolumne
Records Revisited
Björk – Vespertine (2001)
Mit »Vespertine« schien Björk Guðmundsdóttir das Versprechen ihres vorherigen Werks nicht einzulösen. Weil sie dieses Mal einen vollkommen anderen Ansatz wählte. Was »Vespertine« von 2001 zu einer ihrer besten Platten bis heute macht.
Music Porträt
Polo & Pan
Eklektisch in den Weltraum
Polo & Pan sind bereit abzuheben. Nachdem sie es mit ihrem kunterbunten Stilmix bis ins Hotelzimmer von Elon Musk schafften, blicken sie nun höheren Sphären entgegen. Die irdischen Fans beglückt das Duo derweil mit dem Album »Cyclorama«.
Music Liste
Durand Jones & The Indications
10 All Time Favs
Durand Jones & The Indications verbinden seit Ihrem Debüt vor fünf Jahren Vergangenheit und Zukunft des Genres. Jetzt erscheint ihr drittes Album »Private Space«. Zeit, um die Band nach den 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt haben.
Music Porträt
Conrad Schnitzler
Mitten im Durcheinander
Immer noch wird der 2011 verstorbene Conrad Schnitzler vor allem für seine Verbindung zu Kraftwerk oder Tangerine Dream wahrgenommen. Dabei steht sein beeindruckendes Werk genauso für sich allein, wie er Verbindungen herzustellen wusste.
Music Kolumne
Records Revisited
Main Source – Breaking Atoms (1991)
In mancher Hinsicht scheint »Breaking Atoms«, das Debüt von Main Source, ein Klassiker aus der zweiten Reihe geblieben zu sein. Doch die Produktion von Large Professor definierte einen Signature Sound für das Goldene Zeitalter des Hip-Hop.
Music Kolumne
Records Revisited
LFO – Frequencies (1991)
Die niederfrequenten Schwingungserzeuger LFO aus Leeds schufen mit »Frequencies« eines der ersten Techno-Alben. Ihre hohen Bleeps und tiefen Clonks haben Technogeschichte geschrieben. Bis heute kann, äh, muss man dazu tanzen.
Music Kolumne
Records Revisited
Funkadelic – Maggot Brain (1971)
Mit »Maggot Brain« begeben sich Funkadelic auf die dunkle Seite des Funk. Das triumphierende Lustprinzip wird mit dystopischer Eschatologie durchsetzt und stellt der Feier des Lebens eine beklemmende Endzeitstimmung zur Seite.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juli & August 2021
Hier wird nicht lange gefackelt und sogar auf halbgare UEFA-Gags wird verzichtet. Stattdessen wird im Sinne der Schallplatte gehandelt und an die 20 Vinyl-Scheiben werden zum Drehen gebracht.
Music Liste
Halbjahresrückblick 2021
50 best Vinyl Records so far
Das vergangene halbe Jahr hat gefühlt ganze fünf gedauert. Ein nie endender Winter, quälende Isolation. Und die Musik? Die lief weiter, auf unseren Plattenspielern. Diese 50 Schallplatten blieben dabei besonders im Gedächtnis.
Music Porträt
Hōzan Yamamoto
Meditation aus Improvisation
Über fünf Dekaden hinweg pushte er japanischen Jazz in spirituelle Sphären, ohne Kitsch oder Esoterik. Ansehen erntete er dafür vor allem in seiner Heimat. Bis heute gilt Hōzan Yamamotos Schaffen international als Geheimtipp.