Music Kolumne | verfasst 02.12.2019
Jahresrückblick 2019
Top 20 12inches
Dance Music dominiert bei den Vinyl 12"s des Jahres 2019. Aber das ist doch nichts Schlechtes. Im Gegenteil. Denn diese Auswahl zeigt: alles ist erlaubt auf dem Dancefloor und muss es ogar sein.
Text Kristoffer Cornils, Jens Pacholsky, Christoph Benkeser, Tim Caspar Boehme, Florian Aigner

Jahresrückblick – 2019 (01) 2019 geht auch ein Jahrzehnt zuende und es war die Dekade, in der das Album langsam abgelöst wurde. Oder besser noch aufgelöst, im Stream zumindest, wie eine Brausetablette in Selters. Die 12"-Single gewann die Überhand und das ist doch schwer in Ordnung, wenn wir mal einen Blick über die zwanzig besten Schallplatten aus dem EP-Sortiment – zugegeben, eine 7" haben wir mit reingeschmuggelt – werfen. Klar: Dance Music dominiert. Aber das ist doch nichts Schlechtes. Im Gegenteil. Afrodeutsche, DJ Haram, Kali Malone und Acronym, Lanark Artefax, Mari Sekine und Lena Willikens, Mary Yalex, upsammy – diese und noch andere Produzent:innen beweisen, dass 2019 endgültig einen Wasserscheidenmoment auf dem Dancefloor markierte: the weird turn pro, alles ist erlaubt und muss es sogar sein. Und die Unterhaltung kommt dabei dank Erobique ebenso wenig zu kurz wie Verbeugungen Richtung Vergangenheit. Hier zeigt sich Mick Harris alias Scorn als weiterhin verlässliche Bank, dort wird Electro-Orientalismus aus den Achtzigern und hier libanesischer Disco aus den Siebzigern neu gehuldigt. Wenn 2019 dann doch nicht so ein starkes Albumjahr geworden wäre, wir hätten fast komplett mit unseren 12"s vorlieb genommen. Solange gilt dann auch fürs dritte Jahrzehnt dieses Jahrtausends: Die Mischung macht’s!


Acronym & Kali Malone - The Torrid EyeVinyl L12inch Acronym & Kali Malone – The Torrid Eye
Kali Malone räumt mit Modular-Synthesizer und Orgel gerade alles ab, was sich nur abräumen lässt und macht jetzt auch noch… Techno? Ja, genau. Ihre Kollaboration mit Acronym für dessen Label Stilla Ton kam ebenso unerwartet wie die Musik erfreulich unprätentiös klang. Intensiver Waber-Ambient, oneirisches Dub Techno, Patina-behaftete House-Grooves, dräuender Industrial Techno mit Dark-Ambient-Finish: »The Torrid Eye« ist eine monolithische Platte und dennoch nach allen Seiten offen. Kristoffer Cornils
 

Afrodeutsche – RR001 EPVinyl 12inch Afrodeutsche – RR001 EP
Henrietta Smith-Rolla alias Afrodeutsche hat dieses Jahr mit ihrem Debütalbum »Break Before Make« schon einen großen Aufschlag gemacht. Ihre erste EP »RR001« bot dann anschließend ihre Vorzüge kompakt auf vier Titel mit neuem Material verteilt. Techno, der viel von der Drexciya-Electro-Schule gelernt hat, zugleich aber durch die Erfahrung von Bassmusik einen sehr eigenen Dreh findet, um sich bei allem Traditionssinn als gegenwärtig zu behaupten. Hören und tanzen. Tim Caspar Boehme
 

Christoph de Babalon – Hectic ShakesVinyl 12inch Christoph de Babalon – Hectic Shakes
Subbässe knöpfen sich die Digital Hardcore-Epigonen vor, Hi-Hats salutieren am Metalheadz-Verteilerkreis, die Hallfahnen schicken uns auf den Seitenstraßen-Trip – wenn Christoph de Babalon seinen Geräteschuppen anwirft, kämpfen Gespenster mit Laserschwertern gegen die Gefahren der Dunkelheit aka Trends und Konventionen. Und weil die leuchtenden Dinger mit Akkus laufen, funzt das auf »Hectic Shakes« geschmiert wie 1997. Christoph Benkeser
 

Client_03 – Hope RepeaterVinyl 12inch Client_03 – Hope Repeater
Manchmal ist Clubmusik auch einfach Handwerk. Client_03 tut auf »Hope Repeater« nichts, aber auch wirklich gar nichts, was man in ähnlicher Form so nicht auch schon aus Detroit, Berlin oder Den Haag gehört hätte, eine klassische Electro-EP zu machen, auf der aber jedes Stück auf jedem Tempo in jedem Kontext zündet, das gelingt nur jedes Schaltjahr ein Mal. Florian Aigner
 

DJ Haram – Grace EPVinyl 12inch DJ Haram – Grace EP
Musik ist des Teufels. Für Islamisten jedenfalls. Und so gibt sich DJ Haram aus Philadelphia gleich im Namen als unrein zu erkennen. Macht kaputten Global Beat, der in seinem Aufeinanderprallen von bekifften Flöten, grimmiger nordafrikanischer Perkussion, verzerrten Synthie-Akkorden und unheilschwangerem Bass schon mal gar keine Gemütlichkeit im Club aufkommen lässt. Wenn es ernst wird, knallen sogar Schüsse. Musik, die alle Schutzsuchenden auf der Tanzfläche zusammentreibt. Tim Caspar Boehme
 

DJ Spinn – Da LifeVinyl 12inch DJ Spinn – Da Life
Dass man Musik weiß Gott nicht bloß zum Entspannen braucht, bringt Footwork derzeit immer noch am Charmantesten auf den Punkt. Bei DJ Spinn mit diesem hypernervös flirrenden Beat, ohne übermäßig viel Albernheit, gut, mit ein klein bisschen schon, doch die lenkt nicht vom Tanzen ab. Hauptsache, man schafft es dabei, nicht über die eigenen Füße zu stolpern. Tim Caspar Boehme
 

Erobique – Urlaub in ItalienVinyl 12inch Erobique – Urlaub in Italien
Es gibt nur einen geilen Alleinunterhalter auf dieser Welt und dass er mit seinem Genie so scheiße geizig ist, muss ihm hoch angerechnet werden. »Urlaub in Italien« und »Eine Überdosis Freude« sind seit ungefähr zwölf Jahrzehnten Standards in den Live-Sets von Erobique, auf Platte wurden sie dennoch erst dieses Jahr gepresst – und zwar als Konzertmitschnitte, weil so eine Studioversion nicht ausreichend zum Mitgrölen animieren würde. Mille grazie ugualmente, Carsten! Kristoffer Cornils
 

Grebenstein & Seefried – Raging TenderVinyl 12inch Grebenstein & Seefried – Raging Tender
Schwer zu glauben, dass »Raging Tender« die gemeinsame Debüt-EP von Christine Seefried und Jan Grebenstein sein soll. Die 21 Minuten sind so routiniert und raffiniert runtergespielt: »"Drums, one synthesizer, voice—very intuitive": http://www.self-titledmag.com/grebenstein-seefried-raging-tender-ep/. The words being written while the drums are made and cigarettes being smoked«. Kann mich an keine zweite Schallplatte in diesem Jahr erinnern, an dem die Sound so präzise auf den Punkt kommen oder präzise auf den Punkt eben nicht kommen. Sebastian Hinz
 

Joy Orbison – SlippingVinyl 12inch Joy Orbison – Slipping
Muss ja nicht immer knallen, muss ja nicht immer für den Club sein. Joy Orbison taumelt mit »Slipping« im K-Hole, snifft sich durch Bonobo-Material und leckt den letzten Tropfen Lean aus der Sprite. Fair enough, der Typ produziert »Slipping« für Installationsräume, wo geile Typen mit Undercut und Turtle Neck über die Auslegung von Foucaults Biomacht diskutieren. Das Ticket für die Distinktionsbolzen auf der nächsten Berlin Atonal hat O’Grady damit in der Tasche. Christoph Benkeser
 

Lanark Artefax – Corra LinnVinyl 12inch Lanark Artefax – Corra Linn
Besser spät als nie: Zwei Jahre, nachdem seine EP für Whities selbst den hängengebliebensten Aphex-Twin-Fans bewies, dass auch außerhalb des Warp-Kontinuums noch splitterige Frickelmusik auf Hochleistungsniveau produziert wird, untermauerte Lanark Artefax kurz vor Jahresende seinen Status als Wunderkind der neuen Braindance-Bewegung, die naturgemäß nur schwerlich von der Couch hochkommt. »Corra Linn« bewarb sich mit Klimperklavier sogar als »Avril 14«-Nachfolger. Riecht epigonal, ist vor allem aber aufregend, neu und erfrischend. Kristoffer Cornils
 

Macker - Faust / IsolationVinyl 12inch Macker – Faust / Isolation
Macker ist nicht Loefah, aber wäre Macker Loefah, hätte Loefah seine beste Single seit 12 Jahren veröffentlicht. Im Nachhinein ist aus dieser ersten goldenen Dubstep-Ära fairerweise nicht unbedingt die Basswand gut gealtert, sondern die rhythmische Schärfe und das Spiel mit den Zwischenräumen, wenn man Jungle und Drum & Bass ausbremst und im Halftime Swing plötzlich genug Zeit hat urbane Abgründe mitzudenken. Dass die Tracks dann auch noch »Faust« und »Isolation« heißen, ist hierbei nur noch der Wink mit dem Zaunpfahl. Florian Aigner
 

Mari Sekine – BeginningVinyl 12inch Mari Sekine – Beginning
Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass Mari Sekine sich auf »Beginning« mit großer Verspätung in die Tradition von Midori Takada und anderem Frühachtziger-Ethno-Minimalismus einreiht. Schlimm ist das indes auf keinen Fall. Neben dem hörspielartigen Titeltrack ist es vor allem Lena Willikens’ Drum-Circle-Remix für die Salon- und Sameheads-Cliquen, der die unwahrscheinliche Dancefloor-Tauglichkeit von Sekines Ansatz herausarbeitete. Wie du sie drehst oder wendest: diese ist eine besondere Platte. Kristoffer Cornils
 

Mary Yalex – Remember WhenVinyl 12inch Mary Yalex – Remember When
Wie eine Listening Session als Unterwassersafari auf Keta ist die Musik von Mary Yalex. Zumindest kann man sich das Blubbern von Luftblasen zwischen Korallenriffen und Mantarochen vorstellen, während die 808 konzentrische Kreise ins Meer pumpt. Später fegt uns eine frische Brise durchs Haar, wir süffeln Mai Tais aus Flamingo-Strohhalmen und legen die Platte am Sonnendeck nochmal auf. »Remember When« we were young and strong and beautiful? Christoph Benkeser
 

Michailo & Irakli – ReleaseVinyl 12inch Michailo & Irakli – Release
Am 22. Oktober dieses Jahres war für den georgischen Produzent Michailo der Moment gekommen, dessen Titel seine gemeinsame EP mit dem in Berlin lebenden Produzenten Irakli sehnsüchtig herbeiträumte: »Release«, die Freilassung. Nachdem er sechs Jahre wegen eines Drogendelikts einsaß, der deutschen Behörden nicht einmal Notiz wert gewesen wäre, gab es also Grund zum Feiern. Umso mehr natürlich, weil die vier gravitätischen Leftfield-Techno-Tracks hoffentlich den Grundstein für eine ihm zuvor weitgehend verwehrte Karriere legen. Kristoffer Cornils
 

Odd Okoddo – OkitwoyeVinyl 7inch Odd Okoddo – Okitwoye
Auf Sven Kacirek ist Verlass. Das nicht allein als Solo-Musiker, sondern auch als unermüdlicher Prediger eines transkulturellen Austauschs, der ohne kolonialen Ballast daherkommt. Den schüttelt sein gemeinsames Projekt mit dem kenianischen Sänger und Musiker Olith Ratego, Odd Okoddo, sowieso mit Leichtigkeit ab. »Okitwoye« war der erste Vorgeschmack auf ihr gemeinsames Album »Auma« und ist ein strahlender Hit, der Rategos Dodo Blues mit Sven Kacireks Verständnis von Rhythmus und Raum nahtlos zusammendenkt und auf der B sogar noch für die Open-Air-Saison zurechtgestutzt wurde. Kristoffer Cornils
 

Overmono – Poly001Vinyl 12inch Overmono – Poly001
Unter Brüdern gehen die Dinge ja oft leichter von der Hand. Ed Russel (Tessela) und Tom Russel (Truss) sind Brüder und die beiden gemeinsame als Overmono entstandenen Stücke auf »Poly011« sind die lockerst aus dem Ärmel geschüttelten Dancetracks des Jahres. Electro bis auf 140 BPM gepitcht, Breakbeat rein, Breakbeat raus, ambiente Flächen, Rave-Akkorde, Filter off/on, Drum’n’Bass, IDM, Vocal-Samples, »los Bruder, lass mal machen«, lieber den Spatz aufm Cover als die Taube aufm Dach, also alles rein, schütteln, wirken lassen, feiern. Sebastian Hinz
 

Scorn – FeatherVinyl 12inch Scorn – Feather
Wer abends vor lauter Unruhe nicht einschlafen kann, legt sich jetzt Scorns neue Gewichtsdecke »Feather EP« aufs Gesicht. Und lässt sich sanft von 5 Tonnen ökologischer Glaskugeln das Cerebellum weich drücken. Nach jahrelangem Hiatus aufgrund von Depressionen kehrt Mick Harris gewohnt düster mit Gravitationswellen vom Event Horizon zurück und lässt zwischen seinem spartanischen brachialen Rhythmusgerüst sogar so etwas wie Klangflächen durchschimmern. Jens Pacholsky
 

Üdytü Ützeltürk And His Male Harem – KairoVinyl 12inch Üdytü Ützeltürk And His Male Harem – Kairo
Als wäre die große musikalische Rückschau auf den Hamburger Club Front durch seine Residents Klaus Stockhausen und Boris Dlugosch auf Running Back nicht an sich schon aufsehenerregend genug gewesen, rief sie der Welt zudem noch »Kairo« in Erinnerung. Über den Produzenten hinter dem orientalistischen Pseudonym Üdytü Ützeltürk And His Male Harem ist kaum etwas herauszufinden, die Fragwürdigkeit des Adhan-Einsatzes bleibt aber weiterhin unbestritten. Dank Dlugosch-Edit lässt sich diese Proto-House-Perle jedoch zum Glück spielen, ohne gleich ein Dax-J-Debakel loszutreten. Kristoffer Cornils
 

Upsammy – Branches On IceVinyl LP Upsammy – Branches On Ice
Es braucht nicht immer Conceptronica, um im Club für Überraschung zu sorgen. Mitunter reicht ein verschrobener Blick auf die Zutaten von Techno, um, wie bei Upsammy, eine Traumatmosphäre zu zaubern, bei der man sich unversehens im Freien auf fremdem Gelände findet. Seltsame Wesen huschen vorbei, es knackt im Unterholz, doch bei der niederländischen Produzentin droht keine Gefahr. Höchstens die, dass man beginnt, mit Tanzflächenroutinen zu fremdeln. Tim Caspar Boehme
 

Ziad Rahbani – Abu Ali Vinyl 12inch Ziad Rahbani – Abu Ali
Wer sich morgens schon Humus auf den Vollkorntoast schmiert, muss diese Platte probieren. Alles an den 13 Minuten und zwölf Sekunden auf »Abu Ali« von Ziad Rahbani schreit nach Groove, Groove und nochmals Groove. Könnte man sich in diesen wabernden Koloss aus der libanesischen Counterculture der Siebziger einlegen, man würde keine Sekunde zögern. Christoph Benkeser
 

Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 15.02.2019
Acronym & Kali Malone
The Torrid Eye
Acronym und Kali Malone treffen sich am Buchla 200 und denken mit ihrer gemeinsamen EP »The Torrid Eye« Chain Reaction elegant weiter.
Music Review | verfasst 28.01.2019
Christoph de Babalon
Hectic Shakes
Galt das letzte Jahr der Aufarbeitung des musikalischen Ouevres von Christoph de Babalon, beginnt 2019 mit neuem Material.
Music Review | verfasst 14.08.2019
Odd Okoddo
Okitwoye
Odd Okoddo sind Sven Kacirek und der Sänger und Lautenist Olith Ratego. »Okitwoye« liefert einen ersten Vorgeschmack auf ihr Debütalbum.
Music Porträt | verfasst 18.06.2020
upsammy
Das Kleine im Großen
Die Niederländerin Thessa Torsing hat unter dem Pseudonym upsammy in den letzten Jahren die gefragtesten Dancefloors bespielt. Aber auch ihre eigenen Soundproduktionen haben über transkontinentale Wege hinaus Gehör gefunden.
Music Kolumne | verfasst 29.06.2018
Halbjahresrückblick 2018
50 best Vinyl Records so far
Techno ohne Kick und Snare, kunstvolles Gurgeln, Musik, zu der Buckelwale ihre Babys beisetzen: alles drin unter den 50 Schallplatten, die uns die erste Jahreshälfte 2018 bislang besonders versüßt haben.
Music Kolumne | verfasst 02.12.2019
Jahresrückblick 2019
Top 50 Reissues
Auch 2019 haben uns fleißige Plattenlabels Musik von gestern für ein besseres Morgen zur Verfügung gestellt. Wir haben 50 Schallplatten herausgesucht, die uns besonders in Erinnerung geblieben sind.
Music Review | verfasst 12.11.2018
Carsten Erobique Meyer
Tatortreiniger Soundtracks
Die »Tatortreiniger Soundtracks« von Carsten Meyer sind jetzt erschienen. Sie zeigen, dass Soundtracks deutscher Fernsehserienetwas taugen.
Music Review | verfasst 28.10.2019
Erobique & Jacques Palminger
Yvon im Kreis der Liebe
Zehn Jahre nach »Wann strahlst du?« veröffentlichen Erobique, Jacques Palminger und die Sängerin Yvon Jansen ein gemeinsames Album.
Music Review | verfasst 11.07.2019
Various Artists
Scores
Jordan GCZ, Upsammy, Suzanne Kraft und Parrish Smith liefern die »Scores« für vier kurze Stummfilme aus dem Jahr 1921 nach.
Music Liste | verfasst 11.07.2019
Halbjahresrückblick 2019
50 best Vinyl Records so far
Was ist denn musikalisch 2019 überhaupt schon passiert? Woran sollte man sich als Vinyl-Liebhaber erinnern? Und welche Schallplatten wurden denn ungerechtfertigt übersehen? Diese 50 Schallplatten verraten es euch.
Music Review | verfasst 27.11.2015
Sophie
Product
Die Leute wollen Sophie. Sein acht Track starkes Debütalbum »Product« ist gutes Marketing und doch mehr.
Music Review | verfasst 31.03.2016
Leon Vynehall
Rojus
Leon Vynehall vertont auf »Rojus«, seinem neuen Album für Running Back, nichts weniger als das Paradies.
Music Review | verfasst 06.03.2017
Telephones
Vibe Remixes
Die süße Unschuld von Telephones’ Debütalbum wird auf den »Vibe Remixes« von Call Super und DJ Fett Burger eingestampft.
Music Review | verfasst 08.01.2019
Mark Barrott
Nature Sounds Of The Balearics
Es darf wieder geschwooft werden: Zum neuen Album »Nature Sounds Of The Balearics« von Mark Barrott.
Music Review | verfasst 16.04.2019
Tiger & Woods
AOD
Album Oriented Dance, »AOD« war die Ansage von Tiger & Woods, die sie uns gleich im Titel ihres neuen Longplayers lieferten. Ging es auf?
Music Review | verfasst 20.02.2020
Subtle Houzze
Controversy
Gary D. und Boris Dlugosch die EP »Controversy« vor, die damals wie heute Tracks für alle Tages- und Nachtzeiten bietet.
Music Review | verfasst 31.03.2020
Roman Flügel
Garden Party
Die Dancefloors? Dicht! Roman Flügel lädt für sein Running-Back-Debüt zu einer »Garden Party«, die vier überragende Hits bietet.
Music Review | verfasst 08.05.2020
Shan
Tanzstuecke
Die Tanzstücke auf »Tanzstuecke« haben sich nie von den Achtziger gelöst. Stört aber keinen! Shan lässt das Jahrzehnt frisch aufleben.
Music Review | verfasst 27.07.2020
AKSK
Things We Do
vAdda Kaleh und Suzanne Kraft sind zusammen AKSK und haben mit »Things We Do« ein Debütalbum vorgelegt, dass uns noch eine Weile begleitet..
Music Liste | verfasst 26.05.2017
Ausklang | 2017KW21
8 essentielle neue Platten
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.
Music Review | verfasst 18.04.2012
Sven Kacirek
Scarlett Pitch Dreams
»Scarlet Pitch Dreams« klingt elektronischer, an manchen Stellen härter, gleichzeitig aber doch vertrauter als je zuvor.
Music Review | verfasst 23.07.2012
ROM
Foot Signal
Roberto Carlos Lange und Matt Crum haben sich zusammengetan um Instrumente mit den Füßen zu »bespielen«.
Music Review | verfasst 02.12.2013
FS Blumm
Up Up & Astray
Der Gitarrist FS Blumm ist zurück im Musikgeschäft und hat ein neues Album veröffentlicht.
Music Review | verfasst 18.06.2014
The Quasi Dub Development
Little-Twister vs Stiff-Neck
The Quasi Dub Development um Luca Fadda und F.S. Blumm holen das Sparsame, Rohe, Fragmentarische, Zwanglose des Dub zurück in die Musik.
Music Review | verfasst 03.09.2014
Ya Tosiba
Mollah The Machine
Mit »Mollah the Machine« von Ya Tosiba hat Pingipung nun einen ersten Abstecher in Sachen Skweee gewagt.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Tolouse Low Trax – Jumping Dead Leafs
Der Mann, der einen Sound geprägt hat, ist zurück mit einem Langspieler. Die drei Männer, die nichts geprägt haben, sind zur Stelle, um sich über ihn zu unterhalten. Das ist natürlich eine tolle Sache.
Music Liste
Record Store Day 2020 – 2nd Drop
Weitere 12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 26.9.2020 findet nun der zweite von drei Record Store Days in diesem Jahr statt. Dafür sind wiederum mehr als 150 exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Interview
Action Bronson
»Nichts könnte mich davon abhalten, mein Leben zu lieben«
Action Bronson meldet sich zurück. Das ist erstaunlich, denn die Musik ist nur ein Teil im Leben des New Yorkers, der auch Maler, Tänzer, Olivenöl-Tester, Schauspieler und anderes ist. Wir hatten die Gelegenheit zu einem Gespräch.
Music Kolumne
Records Revisited
Kate Bush – Hounds Of Love (1985)
Auf ihrem selbstproduzierten, fünften Studioalbum erklimmt Kate Bush den Gipfel ihres Autoren-Art-Pops. Ihre Synthese von digitaler Klanggestaltung und Folk-Elementen zeitigt ein Album, das einem Jahrhundertroman gleichkommt.
Music Porträt
Melody As Truth
An der Schwelle von Sound und Stille
Mit seinem Label Melody As Truth bewegt sich Jonny Nash zwischen Balearic und Ambient. Die Reise führt von New Age zu einer neuen Art von Weltkammermusik. Er selbst spricht vom »Erforschen von Raum und Timing«.
Music Kolumne
Aigners Inventur
September & Oktober
Der Sommer ist vorbei, die Welt ja sowieso, da wird selbst unser Kolumnist emotional. Er gibt seinem Haustier einen Namen und legt sich zu Enya in die Badewanne. Aigners Inventur ist zurück. Ganz, ganz wild.
Music Porträt
Larry Heard
Von der Luftgitarre zur Clubhymne
Larry Heard gilt als einer der Gründungsväter von Chicago House. Mit »Can You Feel It« prägte er das Antlitz von Deephouse. Stets blickte er über den Tellerrand der Clubmusik hinaus. Begonnen hat er seine Karriere jedoch als Luftgitarrist.
Music Kolumne
Records Revisited
Aesop Rock – Float (2000)
Statistisch gesehen ist Aesop Rock der eloquenteste unter allen Rappern. Stilistisch gesehen musste er zuerst behaupten, um im Feld der elaborierten Hip-Hopper zu etablieren. Dahingehend war »Float« von 2000 eine erstes Ausrufezeichen.
Music Interview
Kelly Lee Owens
»Wir verkörpern Emotionen«
Mit »Inner Song« veröffentlichte die walisische Musikerin ihr zweites Album, das mit einer Hand die Tränen nach dem Closing-Set aus den Augen wischt und mit der anderen das Fenster in den Alltag aufstößt. Ein Gespräch.
Music Liste
Harmonious Thelonious
10 All Time Favs
Mit »Plong« rüttelt Stefan Schwander an den Grundfesten der Clubmusik. Sein neues Solo-Album als Harmonious Thelonious lässt Alltagsgeräusche ein unheimliches Eigenleben entwickeln. Uns hat er erzählt, welche 10 Platten ihn geformt haben.
Music Interview
Nubya Garcia
Verwobene Erinnerungen
Die Saxophonistin Nubya Garcia ist Teil der regen Londoner Jazzszene. An ihrem Instrument ist sie eine der energetischsten Musikerinnen der Welt. Ansonsten ruht sie in sich. Sie ist so cool, wie die Musik, die sie spielt. Ein Interview.
Music Porträt
Pierre Schaeffer
In allem steckt Musik
Lange Zeit war es kaum vorstellbar, dass Musik durch anderes als Instrument und Stimme entstünde. In den Händen Pierre Schaeffers jedoch wurde der Tonträger zur Basis der Komposition. Vor 25 Jahren starb der Pionier der elektronischen Musik
Music Liste
Record Store Day 2020 – 1st Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 29.8.2020 findet nun der erste von drei Record Store Days in diesem Jahr statt. Allein dafür sind mehr als 350 exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Liste
Jonathan Bree
10 All Time Favs
Jonathan Bree versteckt sein Gesicht hinter einer Latexmaske. Nun ja. Aber das ist nicht das bemerkenswerteste an dem Neuseeländer. Denn er ist vor allem ein erstklassiger Songwriter. Uns hat er erzählt, welche 10 Platten ihn geformt haben.
Music Porträt
Kommerz Records
Sich selbst das Bein stellen
Jonathan und Lukas Nixdorff haben sich einen Kindheitstraum erfüllt: Vor wenigen Wochen gründeten sie Kommerz Records. Dort erscheint nun das erste Release, »Kommerz Season 1: Anti-Virus«.
Music Porträt
Light In The Attic
Alles ist erleuchtet
Seit fast 20 Jahren bringt das in Seattle beheimatete Plattenlabel Light In The Attic Licht ins Dunkel jener Releases, die im Schatten stehen. Dass sie von Beginn an auf Vinyl setzten, zubilligt dem Label heute die Rolle eines Vorreiters.
Music Porträt
Jason Molina
Gone But Not Forever
Soeben sind unveröffentlichte Aufnahmen von Jason Molina veröffentlicht worden. Mit Songs: Ohia oder Magnolia Electric Co. wollte er sein Leben als Momentaufnahme festhalten. Doch es löste sich auf wie die Gespenster, an die er glaubte.
Music Kolumne
Records Revisited
Raekwon – Only Built 4 Cuban Linx… (1995)
Nach »Enter the Wu-Tang (36 Chambers)« haben sich die Clan-Mitglieder solo ausprobiert. Erst Method Man, dann Ol’ Dirty Bastard, schließlich Raekwon. Sein 1995 releastes »Only Built 4 Cuban Linx…« zählt zu den Meisterwerken des Hip-Hop.
Music Porträt
Jockstrap
Viel Klang, viel Geräusch
Das Londoner Duo Jockstrap veröffentlicht ihre Schallplatten bei Warp. Ihre Songs sind in Werbungen von Chanel und Dior zu hören. Taylor Skye und Georgia Ellery spielen sich auf der zweiten EP »Wicked City« passgenau die Bälle zu.
Music Liste
Jay Glass Dubs
10 All Time Greek Favs
»Soma« heißt auf Griechisch Körper und an den richtet sich die Musik von Jay Glass Dubs. »Soma« heißt sein neues Album. Das war die Chance den Griechen nach 10 Schallplatten zu fragen, die ihn geformt haben. Er antwortet griechisch.
Music Kolumne
Record Revisited
Elliott Smith – Elliott Smith (1995)
Die neunziger Jahre waren ein lautes Jahrzehnt, doch sie gaben uns auch die Musik von Elliott Smith. Dessen zweites Album »Elliott Smith« setzte einen stillen, inwendigen Kontrapunkt zum Weltgeschehen.
Music Kolumne
Records Revisited
Joy Division – Closer (1980)
Joy Divisions Album »Closer« war ein Zwischenschritt, ein halbherziges, halbbeseeltes Statement von vier jungen Männern auf ihrem Weg in neue Untiefen. Nur einer aber wollte, konnte nicht vom Fleck kommen.
Music Porträt
WeWantSounds
Ansteckende Leidenschaft
Den Grund für die Label-Gründung trägt WeWantSounds im Namen. Seit 2015 veröffentlicht der Pariser Zweimannbetrieb persönliche Lieblingsmusik aus den Siebzigern und Achtzigern. Bei der Auswahl spielen Genre- und Landesgrenzen keine Rolle.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Arca – KiCK i
»KiCK i« soll das erste von vier neuen Arca-Alben sein. Während sich einer unserer Autoren dazu auf dem Shakti-Kissen lümmelt, surft der andere auf Soundcloud das Reggaetón-Tag ab und bewundert der Dritte das Songwriting der Platte.
Music Essay
Baltic & Finnish Jazz
Grenzen ausbooten
Während Jazz von London bis L.A. eine neue Pop-Sensibilität entwickelt oder Fusion updatet, werden an den Ostseeküsten kühle Geschmacksrichtungen zwischen Nachwuchs und Nostalgie kultiviert. Weltoffen ist Jazz auch hier – und total eigen.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juli & August 2020
Hier werden persönliche Anekdoten zu programmatischen Allegorien: Aigners Inventur verabschiedet sich schlussendlich mit einem Wimmern in die Sommerferien. Es ist schließlich 2020.
Music Porträt
International Anthem Recordings
Die Suche nach dem Echten
Seit sechs Jahren liefert das Label International Anthem aus Chicago zuverlässig Jazz mit ganz eigener Attitüde. Wobei sich die Gründer fast jeder Zuschreibung verweigern. Für sie gilt: Der schönste Klang ist stets das Echte.
Music Liste
Halbjahresrückblick 2020
50 best Vinyl Records so far
Wahrscheinlich wird man in 40 Jahren zwei Fragen beantworten müssen: Was man 2020 selbst gegen das Leid und die Ungerechtigkeit getan und welche Platten man gehört hat. Bei der Beantwortung der zweiten Frage, können wir behilflich sein.
Music Porträt
We Jazz
Mit Betonung auf Wir
We Jazz, das steht für überraschenden Jazz aus dem Norden. Und noch mehr. Seit 2013 gibt es das Festival in Helsinki, seit 2016 das Label. Dort verlegt Matti Nives vorwiegend finnische Bands. Wir stellen euch das Label vor.
Music Porträt
Roy Ayers
Vibrationen zum Wohlfühlen
Er zählt zu den meistgesampelten Musikern der Gegenwart. Mit Songs wie »Everybody Loves The Sunshine« wurde Roy Ayers, der im September seinen 80. Geburtstag feiert, zur Legende. Auf Jazz Is Dead sind nun neue Songs von ihm erschienen.
Music Porträt
Sven Wunder
Wer bin ich?
Es kursieren gerade zwei Alben, die Liebhabern des Rare Groove Freudentränen in die Augen treiben. Das eine, »Doğu Çiçekleri«, spricht seine musikalische Sprache mit türkischen Akzent, »Wabi Sabi« mit japanischem. Doch wer ist Sven Wunder?
Music Kolumne
Records Revisited
Prefab Sprout – Steve McQueen (1985)
Eigentlich wollte Paddy McAloon Priester werden, Menschen von den Worten Gottes berichten. Stattdessen gründete er eine Band. 1985 veröffentlichten Prefab Sprout »Steve McQueen«, das wahrscheinlich schönste Popalbum der Achtziger Jahre.
Music Porträt
upsammy
Das Kleine im Großen
Die Niederländerin Thessa Torsing hat unter dem Pseudonym upsammy in den letzten Jahren die gefragtesten Dancefloors bespielt. Aber auch ihre eigenen Soundproduktionen haben über transkontinentale Wege hinaus Gehör gefunden.
Music Interview
Gary Bartz
»Wir sehen die Realität nicht mehr«
Der Grammy-prämierte Sopransaxophonist Gary Bartz stand mit Miles Davis, Art Blakey und Max Roach auf der Bühne. Jetzt hat er mit der britischen Band Maisha eine Platte aufgenommen – und Neues entdeckt.
Music Kolumne
Records Revisited
Quasimoto – The Unseen (2000)
Vor zwanzig Jahren schloss sich Madlib in den Keller von Peanut Butter Wolf ein und kam als gelbes Alien mit Schweineschnauze raus. Lord Quas war geboren und »The Unseen« hat das Character Design im Hip-Hop auf eine neue Stufe gehoben.
Music Porträt
Dekmantel
Unendliche Ferien
Seit über zehn Jahren löst Dekmantel aus Amsterdam als Label, Festival und Veranstalter die Quadratur des Kreises: Innovation und Untergrund mit Qualität zu verbinden. Ein Ende? Auch in Krisenzeiten nicht in Sicht.
Music Liste
Rafael Anton Irisarri
10 All Time Favs
Ambient? Vielleicht. Aber mit Splittern von Metal, Neo-Klassik und anderem. Rafael Anton Irisarri malt mit dickem Pinselstrich überwältigende Klanggemälde. Für uns hat der US-amerikanische Komponist seine Einflüsse offengelegt.
Music Interview
Eloquent & Knowsum
Jaylib auf LSD
Eloquent und Knowsum, das ist eine Liason, die sich angedeutet hat. »JLALSD« heißt das gemeinsame Album. Das Akronym steht für Jaylib auf LSD. Wir sprachen mit beiden über ihre Zusammenarbeit, »Champion Sound« und das Streben nach Glück.
Music Porträt
Motohiko Hamase
Gemeinsam mit der Welt allein
Motohiko Hamase beendete seine Karriere in der Jazz-Szene Japans so schnell, wie sie begonnen hat. In einem Zeitraum von knapp einem Jahrzehnt veröffentlichte er fünf Alben mit ausgesprochen wundersamer Musik. Ein Porträt.
Music Porträt
Kaitlyn Aurelia Smith
Freundlichkeit durch Klang verbreiten
Ihre Musik ist wie ein langer, ruhiger Fluss aus Strom: Kaitlyn Aurelia Smith macht mit Synthesizern und Stimme Musik, die mehr auf Entspannung als auf Anspannung setzt. Ihr neues Album erweitert diesen Weg durch Körperbewegungen.
Music Porträt
Muriel Grossmann
Abstraktion mit Blick aufs Meer
Die Saxofonistin Muriel Grossmann kommt auf den Balearen zur Abstraktion, reitet mit Hard Bop die Wellen und bringt sogar Milliardäre aus der Fassung. Wer ist die heimliche Pionierin des spirituellen Revivals?