Music Kolumne | verfasst 02.12.2019
Jahresrückblick 2019
Top 50 Albums
Ein Jahr verstreicht, ein Jahrzehnt ist zuende. Der wichtigste Rohstoff dieser Zeit? Einigkeit. Auf diese 50 Schallplatten konnten wir uns einigen. Friedlich! Hurrah! Diese Liste ist die Welt, in der wir leben wollen. So einfach ist das.
Text Kristoffer Cornils, Pippo Kuhzart, Tim Tschentscher, Christoph Benkeser, Martin Silbermann, Nils Schlechtriemen, Benjamin Mächler, Jens Pacholsky, Tim Caspar Boehme, Florian Aigner

Jahresrückblick – 2019 (01) Ein Jahr verstreicht, ein Jahrzehnt ist zuende. Der wichtigste Rohstoff dieser Zeit? Einigkeit. Die immerhin gab es in der Redaktion, als es an die 50 besten Alben 2019 ging. Keine Unstimmigkeiten, kein Gezanke, keine Schmollmünder: ein Auswahlprozess wie Weihnachten allein zuhause in der Badewanne, weitab der Familie. Und zugleich zeigt sich mit Blick auf diese 50 Schallplatten dann noch, dass wir das Jahr selten so abwechslungsreich beenden konnten. Da sind die vertrauenswürdigen Kreissparkassen, die das Rap-Game selbst nach circa fünf Jahrzehnten noch zu einer spaßigen, schmerzhaften, brutalen und wichtigen Angelegenheit machen: 2 Chainz, Danny Brown, Denzel Curry, Freddie Gibbs & Madlib, Negroman, OG Keemo, ScHoolboy Q, slowthai und so weiter. Da sind im selben Zug die ganz großen Pop-Momente: FKA twigs ist zurück, Solange wieder da, Lana del fucking Rey erst recht und Holly Herndon hat jetzt Nachwuchs. Wie Future ist das denn!? Vor allem ist da aber schräge und schöne Musik aus wirklich allen Ecken und Enden der Welt. Das essentielle Vinyl des Jahres bietet 90er-Meta-Rave aus Frankreich (J-Zbel), iranisches Soundscaping (Siavash Amini), Black-Atlantic-Jazz aus Detroit (Ethnic Heritage Ensemble), Dancehall von dort wo er eigentlich herkommt (Equiknoxx), Fahrstuhlmusik aus Anatolien (Anadol), Bergkristallsounds als Los Angeles beziehungsweise Südamerika (ana roxanne), dumpfe Rave-Sounds aus Portugal (Violet), futuristischer Jazz aus Johannesburg (Spaza), noch futuristischer Rave aus Kenia (Slikback), Minimal-Updates aus Korea (Park Jiha), Ambient-Hip-Hop aus Japan (Meitei), … Ihr habt’s schon verstanden: Diese Liste von 50 Alben, auf die wir uns – anders als sonst, glaubt uns das – so friedfertig einigen konnten, ist die Welt, in der wir leben wollen. So einfach ist das.


2 Chainz – Rap Or Got To The LeagueVinyl 2LP | CD 2Chainz – Rap Or Got To The League
2 Chainz ist wie das lokale Finanzunternehmen, bei dem ich immer noch mein Girokonto habe: Eine Bank, aber total unterbewertet. Nie einen schlechten 16 als Feature-Gast, nie ein total egales Album. »Rap Or Go To League« ist ein richtig gutes (einzig das Ariane Grande-Feature hätte nicht sein müssen) und überrascht mit Introspektion, Konzept und BoomTschack. 2 Chainz ist von seinem ganzen Habitus, seinem elder statemen’s cool2019 der neue, bessere Snoop Dogg und hat alleine deshalb schon seinen Platz hier verdient. Philipp Kunze
 

Ana Roxanne – ~~~Vinyl LP Ana Roxanne – ~ ~ ~
Pack die Energiekristalle aus, Baby, es wird ironisch-not-ironisch-meta-post-ain’t-even-a-thing-no-more-woke. Ana Roxanne kommt aus Los Angeles, stadtgewordenes Instagram, und macht den heiligen Kitsch zur Zeit. »In addition to the worship of R&B and pop divas, Ana’s practice explores themes of gender & identity«, liest man im Pressetext. Hallo?, geht’s more 2019? Philipp Kunze
 

Anadol - Uzun HavalarVinyl LP Anadol – Uzun Havalar
Fahrstuhlmusik mit Nahostflair und Proberaumdruckluftbeigeschmack nannte Kollege Cornils »Uzun Havalar« von Anadol im Halbjahresrückblick. Sechs Monate später schieben sich die Türen im 134. Stock auf, und das Ding linst von oben über die Dächer, dreht eine Runde im Infinity-Pool und begießt das High-Rise-Life mit drei oder zwölf Flaschen Schampus. Meine Güte, kauft diese Platte! Christoph Benkeser
 

Angel Bat Dawid – The OracleVinyl LP Angel Bat Dawid – The Oracle
Klarinette, Gesang, iPhone, Chicago, Jazz. Ein Mann, der seit 30 Jahren Platten verkauft, Konzerte besucht und Bier trinkt, sagte nach dem Auftritt von Angel Bat Dawid, dass es eines der besten drei Konzerte gewesen wäre, die er je gesehen hat. Man glaubt so einem Mann. Und dieser Mann ist nicht der Einzige: Viele Menschen fanden 2019 »The Oracle« bemerkenswert. Das Mindeste, was man noch auf die Schnelle über dieses Album sagen kann, ist, dass es in seiner Musik das Intime des Zutreffenden mit der Weite des Darüberhinausgehenden vereint. Philipp Kunze
 

Barker – UtilityVinyl 2LP Barker – Utility
Nachdem Sam Barker, Mitbetreiber von Leisure System, schon mit der EP »Debiasing« bewiesen hatte, dass Techno auch ohne Kickdrum ballern kann, folgte das passende Album dazu. »Utility« machte endgültig klar, dass das Gimmick nie eins war – wie denn auch, es fehlt ja etwas! – und dass Barker hier dem toten Gaul Techno dermaßen die Sporen gibt, dass der plötzlich aufschreckt und quietschlebendig durch die Gegend hoppelt, als wäre es wieder 1994. Eine großartige, vor allem aber notwendige Platte. Kristoffer Cornils
 

Berrocal / Fenech / Epplay – Ice ExposureVinyl LP Berrocal / Fenech / Epplay – Ice Exposure
Auf »Ice Exposure« arbeitet Jac Berrocal erneut mit David Fenech und * Vincent Eppplay* zusammen und schafft es erneut Spoken-Word-Existenzialismus mit Drone, Noise, Free Jazz und allerlei anderem Avantgardekram zu verbinden. 2049 eine 800 Euro Platte, keine Frage. Florian Aigner
 

Black To Comm - Seven Horses For Seven KingsGreen Vinyl LP | Black Vinyl LP Black To Comm – Seven Horses For Seven Kings
Die ihr eintretet, lasst alle Hoffnung fahren: »Seven Horses For Seven Kings« nimmt sie sowieso jedem Menschlein, das während dieser eschatologischen 60 Minuten den Exit nicht zu finden vermag. Black To Comm (Marc Richter) versperrt ihn immer wieder als musikalischer Marquis de Sade und flext einem genussvoll sämtliche Details der 120 Tage von Sodom mittels elektroakustischem Dronebient nebst Masochisten-Noise ungefiltert ins Trommelfell. Musique inconcrète – denn in der Hölle sprechen sie französisch. Nils Schlechtriemen  

Carl Stone – Baroo Carl Stone – Baroo
Es gibt so Platten, deren Skurrilität sich nur mit faulen X-plus-Y-gleich-Z-Formeln ausdrücken lässt. In der Causa »Baroo« lautet die mal PC-Music-im-J-Pop-Wahn-plus-Oval-circa-Mitte-90er-als-Remixer, dann wiederum Cumbia-auf-Koks-plus-Psych-Rock-Georgel, dann wiederum… Na ja, ihr habt’s schon begriffen: Carl Stone hat mit mittlerweile 66 Jahren immer noch Bock drauf, Musik zu ihren definitiven Extremen zu führen. Je mehr ihm das nicht gelingt, desto geiler wird’s. Kristoffer Cornils
 

Caterina Barbieri – Ecstatic ComputationVinyl LP Caterina Barbieri – Ecstatic Computation
Wenn Nils Frahm nicht so unglaublich deutschdröge wäre, hätte er sich entschiedener der Ekstase seines Stückes »Says« hingegeben und würde mit Caterina Barbieri bis ans Lebensende geheimnisvolle, nächtliche Synthie-Battles um Sternenstaub-Ampullen bestreiten. Die Italienerin kommt selbstredend auch ohne etablierten Mittelmaßkonsens aus und formt auf »Ecstatic Computation« kristallklare, irisierende Sternenherzen, die ihr weich klirrendes Licht bis K2-18b werfen. Greetings aliens. Jens Pacholsky
 

Danny Brown – UKNOWHATIMSAYIN¿Vinyl LP | CD Danny Brown – UKNOWHATIMSAYIN¿
Frage: Hat Danny Brown sich mit seinem jüngsten Auswurf von den Höhen verabschiedet, die er zuvor auf »Atrocity Exhibition« erreicht hatte? Antwort: Das ist im Zweifel nicht so wichtig. Denn »uknowhatimsayin¿« fließt dank einem großzügig bemessenen Anteil von unrundem Pop-Irrsinn. Und der Rap-Meister fasst sich kurz, ohne an Einblicken und Einsichten zu sparen. Eine schön schmutzige Hip Hop-Angelegenheit mit dem genau richtigen Anteil von Danny Brown-Humor, der ihn weiter so unverzichtbar macht. Tim Caspar Boehme
 

Daso – Daso LPVinyl 2LP Daso – Daso
Wenn irgendetwas schiefgehen kann, dann posthume Alben. In der jüngeren Zeit gab es dafür leider mehr Belege als notwendig, immerhin doch aber ein paar nennenswerte Ausnahmen: Prince wäre eine, aber auch Daso. Sein selbstbetiteltes Debüt wurde am ersten Todestags des Produzenten veröffentlicht und machte über zwölf Tracks klar, dass Daso Franke selbst in seinen letzten Atemzügen nicht verlernt hatte, wie das ging: Techno als heilige, reine Kraft zu denken. »Daso« hat keine Fallhöhe, kennt nur den glückseligen Schwebezustand. Kristoffer Cornils
 

Dengue Dengue Dengue – Zenit & NadirVinyl 2LP Dengue Dengue Dengue – Zenit & Nadir
Mit »Zenit & Nadir« lassen Dengue Dengue Dengue die Arbeit am Cumbia-Update sausen und widmen sich einem noch größeren Unterfangen: afro-lateinamerikanische (Musik-)Geschichtsschreibung mit Zukunftsperspektive. Was nun eben nicht heißt, dass die beiden über ein bisschen Geklöppel auf den Kiefern toter Esel oder Ingá-Rhythmen den kontinentaleuropäischen Dancefloor vergessen hätten. »Zenit & Nadir« ist vielmehr der ultimativ kosmopolitische Kompromiss – die einzige Form von Fourth-World-Music, die wir wirklich brauchen. Kristoffer Cornils
 

Denzel Curry – ZuuVinyl LP | Vinyl LP | CD Denzel Curry – Zuu *
Sich zu wundern warum Denzel Curry der einzige Raider Klan-er ist, der seine Karriere im Griff hat, mag zwar ein guter Aufhänger bleiben, aber eigentlich stellt sich diese Frage schon lange nicht mehr. »ZUU« ist Florida ohne Narcos- und Bloodline-Romantik und Denzel Curry vielleicht jetzt schon der wichtigste Rapper aus Carol City. Florian Aigner
 

Düsseldorf Düsterboys – nenn mich MusikPink LP | Black LP Düsseldorf Düsterboys – Nenn Mich Musik
Mit irgendjemand wird man schon Saufen am Wochenende, irgendein Aschenbecher wird man schon Vollstopfem am Wochenende. Die deutsche Autobahn wird Luftlinie nie mehr als 20 Kilometer entfernt sein, ist auch scheissegal, alle Wege führen eh dahin, wo man herkommt. Düsseldorf Düsterboys machen mit »Nenn Mich Musik« Folklore für eine niemals endende deutsche Jugend, der der Saft ausgegangen ist. Es riecht nach Kneipe und schmeckt bittersüß. Philipp Kunze
 

Equiknoxx – Eternal ChildrenVinyl LP Equiknoxx – Eternal Children
Falls hier irgendwann noch über die besten Alben der 2010er abgestimmt werden sollte: die ersten beiden Equiknoxx-Alben sind gesetzt, aber auch Nummer Drei drängt sich schon kurz nach Erscheinen bereits als unverzichtbar auf. So abstrus war Pop seit dem Timbo/Neptunes-Run vor fünfzehn Jahren nie wieder, so souverän wurde Eurozentrismus lange nicht mehr das snobbistische Grinsen aus dem Gesicht geohrfeigt. Welthits innerhalb der nächsten drei Monate, fünf Production Credits auf dem nächsten Rihanna-Album, Equiknoxx Coachella-Headliner, ansonsten ist Pop halt tot. Florian Aigner
 

Yvon (präsentiert von Carsten Erobique Meyer & Jacques Palminger) – Yvon im Kreis Der LiebeVinyl LP | CD Erobique & Jacques Palminger – Yvon Im Kreis der Lieben
»Im Kreis Der Liebe« ist man so empfänglich für quietschbunte Zuckerperlen, Tagebuchromantik und seicht-harmonischer Instrumentierung wie schon lange nicht mehr. Musiker Erobique und Texter Jacques Palminger haben gemeinsam mit Sängerin Yvon das emotional unterkühlte Jahr 2019 gerettet. Während Herzen in Holzbänke geritzt werden, beginnt man sich wieder selbst zu ertragen. Tim Tschentscher
 

Ethnic Heritage Ensemble – Be Known Ancient/Future/MusicVinyl 2LP Ethnic Heritage Ensemble – Be Known Ancient/Future/Music
Das beste Jazz-Album des Jahres. Angeführt vom legendären Chicago Percussion-Mann Kahil El’Zabar, ist »Be Known Ancient / Future / Music« ganz dem Titel entsprechend GROßER afro-zentrischer Spiritual Jazz. Corey Wilkes an der Trompete, Alex Harding am Baritone-Sax und Ian Maksin am Cello, Freunde, rejoice! Philipp Kunze
 

Felicia Atkinson – The Flower And The VesselVinyl 2LP Felicia Atkinson – The Flower & The Vessel
Alben von Felicia Atkinson lassen auch Nihilisten in Märchen schwelgen. »The Flower and The Vessel« ist wieder Poesie und Sound-Art, vorgetragen aus dem Lüftungsschaft, total entrückt und hautnahe gleichzeitig. Wörter, Anflüge von Melodien, das Grollen der Gezeiten im Zeitraffer, Atkinson schafft Wunder, man kann es nicht anders sagen. Philipp Kunze
 

FKA twigs – MagdaleneRed LP | Black LP | CD FKA twigs – Magdalene
Es ist 2042, überall nur Zerstörung. Ein Teenie rutscht durch Ruinen, findet eine schwarze Box, die an einem Kabel von der Wand baumelt. Ein paar Touches auf den Screen, plötzlich ploppen die Worte »Cellophane« und FKA twigs auf. Für 3 Minuten und 24 Sekunden versteht einer der letzten Menschen dieser Erde nicht mehr, warum die Menschheit trotz Songs wie dieser so dermaßen falsch abgebogen ist und schluchzt bitterlich, bis der Bildschirm erlischt. Zum Glück hat die Batterie nicht bis zum Future-Feature durchgehalten. Kristoffer Cornils
 

Flying Lotus – FlamagraBlack LP | White LP | Pop-Up Edition | CD Flying Lotus – Flamagra
Wie viele Ideen passen auf ein Album von Flying Lotus? Mindestens so viele wie hier Genres von Wonky bis Nu Jazz durchexerziert werden oder die stolzen 27 Tracks Features von George Clinton bis Toro Y Moi und von David Lynch bis Solange unter einen Hut bringt. Diese 107 Minuten sind ein assoziativer Parforceritt durch die schwarze Musikgeschichte, bei dem Afrofuturismus auf glitchy Hip-Hop auf Neo Soul folgt. »Flamagra« ist Hörerüberforderung im besten Sinne. Martin Silbermann
 

Freddie Gibbs & Madlib – BandanaBlack Vinyl LP | White Vinyl Edition Freddie Gibbs & Madlib – Bandana
Das hätte man so wohl nicht erwartet: Auf seine alten Tage produziert der Beat Konducta mit »Bandana« eines der besten Hip Hop-Alben des Jahres und Freddie Gibbs bricht seine harte Hustler-Persona etwas auf, bohrt auch mal dickere Bretter als die bekannten Geschichten von der Straße. Jeder eklektische Beat zwischen Bollywood und Roots Reggae ist eine Herausforderung für Gibbs extrem variablen Flow – und alle meistert er sowas von souverän, dass Featuregäste von Killer Mike bis Pusha T nur den Kürzeren ziehen können. Martin Silbermann
 

Georgia – ImmuteVinyl LP Georgia – Immute
Musik von und für Menschen, die statt sich für ein Studium der Ethnomusikologie einzuschreiben lieber gleich DMT gedroppt haben: Was und wie genau Brian Close und Justin Tripp in ihrem Studio in der New Yorker Chinatown zusammenzimmern, verstehen sie vermutlich selbst nicht einmal. Über das Mit- und Durcheinander des prallen Referenzrahmens – Free Jazz, Minimal Music, Techno, Fourth-World-Anklänge – ließe sich wunderbar ein Konzept stülpen, worauf Georgia allerdings offenkundig keinen Bock haben. Gerade das macht sie im Gesamten so wunderbar angenehm. Kristoffer Cornils
 

Hildur Guðnadóttir – Chernobyl OSTVinyl LP Hildur Guðnadóttir – Chernobyl OST
Die Welt nahm uns Jóhann Jóhannsson. Sie gab damit aber auch Hildur Guðnadóttir die Chance, aus dem Schatten ihres Kollaborationspartners zu treten. Nachdem die Cellistin für das »Sicario«-Sequel den Staffelstab ihres Kollegen übernommen hat, übertraf sie sich mit ihrem Soundtrack für »Chernobyl« selbst. Kein Script, keine Cinematografie, keine schauspielerische Leistung dieser Welt hätte der BBC-Serie auch nur ansatzweise so genial gemacht, wären da nicht dieser Soundtrack. Eine ähnlich nachhaltige und dunkle Strahlkraft hat allerhöchstens Strontium-90. Kristoffer Cornils
 

Holly Herndon – ProtoVinyl LP Holly Herndon – Proto
Auf der Reise in die schöne neue »Proto«-WeltHolly Herndon macht den Weg frei. Maschinen und Menschen werden eins, das Versprechen der Ayahuasca saufenden Transhumanisten aus dem Silikontal wahr: Ihr dürft alle teilhaben am rasenden Stillstand kurz vor der Ewigkeit, wo euch aufwendig arrangierte KI-Chöre zwischen dekonstruiertem Glitch Pop in den Schlaf singen. Lieblich künden sie von einer Zukunft jenseits sterblicher Hüllen, abstrakt und bis zum zigfach gelayerten Schluss elegisch kalt. Nils Schlechtriemen
 

J-zbel – Dog's Fart Is So Bad The Cat Throws UpVinyl LP J-zbel – Dog’s Fart Is So Bad The Cat Throws Up
Treffen sich ein paar französische Jungs zum Maskenball und kochen die elektronische Musik der letzten 20 Jahre auf ihre Knochen herunter. Zack fertig. Und ab in die Fresse. Was J-Zbel auf ihrem Manifesto »Dog’s Fart Is So Bad The Cat Throws Up« liefern, ist die volle Breitseite aus Breakbeats, Happy Hardcore, IDM, Bass Music, Acid, Electro und was sonst so die letzten beiden Jahrzehnte dein Gesicht über den Dancefloor gewischt hat. Jens Pacholsky
 

Johanna Knutsson – Tollarp TransmissionsVinyl LP Johanna Knutsson – Tollarp Transmissions
Vielleicht kein Zufall, dass die zwei großen Kindheitserinnerungen-meet-Field-Recordings-Alben dieses Jahres aus Schweden kamen. Noch intimer als Kajsa Lindgrens »Everyone Is Here« gelang dabei Johanna Knutssons »Tollarp Transmission«, auf dem die Zodiac-44-Mitbetreiberin den kosmischen Techno gegen plinkernden, plonkenden Langform-Ambient-Electronica eintauschte, die dem Gefühl der Heimeligkeit genau die richtige Dosis an unheimlichen Untertönen entgegenhielt. Kristoffer Cornils
 

Kassel Jaeger – Le Lisse Et Le StrieVinyl LP Kassel Jaeger – Le Lisse Et Le Strie
François Bonnet sieht aus, als käme er weder zum Essen noch zur Bartrasur, seine Gründe wird das aber haben: Einerseits ist er als Chefdirektor des GRM ausreichend beschäftigt, schreibt dazu aber auch noch Bücher über die Infrawelt und, na klar, macht eben auch Musik, deren Produktion ebenso viel Zeit in Anspruch nimmt wie ihre Entfaltung. Neben seiner Klarnamenkollaboration mit Stephen O’Malley für Editions Mego war sein circa 13. Album unter dem Namen Kassel Jaeger, »Le Lisse et le Strié«, ein Jahreshighlight. So konzeptschwer der Pressetext der LP daherkommt: Die blumigen Ambient-Sounds darauf sind es keineswegs. Kristoffer Cornils
 

Klein – LifetimeVinyl LP Klein – Lifetime
»Lifetime« ist auch deswegen ein so außergewöhnliches Album, weil Klein die wenigen rhythmischen Pointen so perfekt setzt und der Trip Trap von »Claim It« so clever die vernissage-igen Ambientcollagen zerschießt. So klingt das immer wieder als hätte jemand auf dem neuen FKA Twigs Album 80% der Spuren gemutet. Florian Aigner
 

Lana Del Ray – Norman Fucking RockwellVinyl 2LP | Blue Vinyl Edition | Tape Lana Del Rey – Norman Fucking Rockwell
Summertime, Summertime, ahhh. Der American Beauty-Verschnitt mit Schmollmund versenkt auf »Norman Fucking Rockwell« alle Erinnerungen an Tage am Baggersee wie Lush-Badebomben in der Wanne. Lana Del Rey haucht dafür übers Piano, während sie Alkoholprobleme, Trump und heteronormative Beziehungsprobleme im Spätkapitalismus in ihren Songs verwurstet. Wer da nicht rollig wird, zündelt mit Vanille-Duftkerzen von Ikea! Christoph Benkeser
 

Lil Baby & Gunna – Drip HarderVinyl LP | Vinyl LP Lil Baby & Gunna – Drip Harder
Wenn Lil Durk zur richtigen Zeit Young Thug kennengelernt hätte, wäre »Drip Harder« dabei rausgekommen. Hat er nicht, deswegen mussten die Thugger-Protegés Lil Baby und Gunna diese Aufgabe übernehmen. »Drip Harder« ist die Form-perfekte Konsequenz aus allem was Future, Migos und Thugger in den letzten Jahren so erfunden haben, melodisch vogelwild, mental schwer Diamanten behangen am Boden zerstört, Rap besingt längst das After-Life. Philipp Kunze
 

Matthew Halsall - Oneness	Vinyl 2LP Matthew Halsall – Oneness
»Oneness« ist deutlich freier als die Alben, die diese Sessions begründet haben. Nicht freier im Sinne von epileptischem Free Jazz, sondern einfacher freier in der Struktur. Matthew Halsall selbst bezeichnet die Aufnahmen als »vulnerable«. Deshalb hat er sie gut ein Jahrzehnt unter Verschluss gehalten. Die Veröffentlichung jetzt ist ein verdammter Segen. Selbst der schlechteste Mensch würde den Aufnahmen maximal eine gewisse Eintönigkeit vorwerfen können. Aber das ist, als würde man dem Licht vorwerfen, dass es weiß erscheint. Philipp Kunze
 

Meitei – Komachi Vinyl LP Meitei – Komachi
Während Qrates-SelbstversorgerInnen und ChilledCow-Dauerschleifen schwurbeligen Lo Fi-Beats den zweiten Frühling bescherten, konnte der japanische Produzent Meitei diese Empfänglichkeit für Unpoliertes aus dem Stand in ein Gesamtkunstwerk gießen. »Komachi« mäandert zwischen Ambient- und Hip-Hop-Konstrukten, knotet Geschichte an Zukunft und zeigt wie komplex Minimalismus sein kann. Hier werden Vogellockrufe, Bachgeplätscher und Bonshō-Glocken auf 16 Pads verteilt und mit der MPC abgefeuert. Noch Fragen? Tim Tschentscher
 

Negroman – CuckVinyl LP Negroman – Cuck
Danach hat auch keiner gefragt. Nicht, dass jemand darauf gewartet hätte. Aber die Antwort ist trotzdem über jeden Zweifel erhaben. Negroman überzieht mit »Cuck« Retrogott-ness mit Schlieren lila Saxophons, Morlockk Dilemma auf Mumble Rap; lyrisch und technisch streberhaft, aber der Rest schwänzt Schule, um DJ Screw zu hören. Philipp Kunze
 

Never – Never LPVinyl LP Never – Never LP
Jolly Discs eh eine der Entdeckungen des Jahres. Highlight: das selbstbetitelte Album von Never. Whitest Boy Alive für alle, die einfach nicht mehr auf Indie-Rock-Partys rumknutschen wollen – mit einer Portion 808s-&-Heartbreaks-Kanye. Philipp Kunze
 

OG Keemo Geist HHX Edition Vinyl 4LP |Vinyl Box Set OG Keemo – Geist
Vor zwei Wochen behauptete ich an anderer Stelle, dass OG Keemo das beste Deutschrap-Album aller Zeiten droppen würde, selbst wenn es außer »216« nur Schiefertafelkratzen beinhalten würde. Heute ist »Geist« ein Instant Classic, eine brillant assoziierte, aber stringente Kurzgeschichtensammlung verknüpft mit gesellschaftlichen Abgründen, wie man sie in diesem Jahrhundert vielleicht sonst noch von Earl oder Kendrick kennt. Florian Aigner
 

Ossia – Devil's DanceVinyl LP Ossia – Devil’s Dance
Kein Licht am Ende des Tunnels. Aber auch egal, Ankommen ist eh nicht umweltfreundlich. Ossia hat mit »Devil Dance« eins der allerbesten Alben des Jahres gemacht. In einer ungeheuren Mischung aus Ambient, Dub(step), Jazz, Techno verschluckt das Album seinen Hörer, der in den Genuss kommt, im Bauch des Wals an Gott zu zweifeln. Philipp Kunze
 

Park Jiha – PhilosVinyl LP Park Jiha – Philos
»Communion« war ein rauschhafter Fluss, der fast an der Weltöffentlichkeit vorbeigeströmt wäre, »Philos« gebündelte Elektrizität kurz vor der Entladung. Park Jiha hat für Platte unter anderem die libanesische Dichterin Dima El Sayed für eine unbequeme Spoken-Word-Collage eingeladen und im Studio noch mehr an ihrer eigenartig-einzigartigen Mischung aus Hackbrett-Minimal und Mundorgel-Jazz gefeilt als zuvor. Das Ergebnis trägt die gleiche sonderliche Kippspielstimmung wie der Vorgänger in sich, ist aber detailversessener, fokussierter, dichter, manchmal auch dramatischer. Kristoffer Cornils
 

Pelada - Moviemento ParaVinyl LP Pelada – Moviemento Para
Zwischen China-Böller-Breaks in der Kellerdisse, Cumbia-Gestampfe und 90s-House auf Billig-Bootstouren in Ibiza passt – genau: eine Standpauke zu allem, was das Leben scheiße macht. Also Patriarchat, Patriarchat und Patriarchat. Wer den Spanischkurs auf Duolingo durchzockt, weiß bei »Movimiento Para Cambio«: hier geht’s um Veränderung. Im besten Fall pustet Peladas Bigroom-Punk den Rotz aus allen Nebenhöhlen. So räudig wie Teenage Atari Riot, so catchy wie The Prodigy. Aber maximal edgy. Christoph Benkeser
 

Purple Mountains – Purple MountainsVinyl LP | Tape Purple Mountains – Purple Mountains
Leider ist »Purple Mountains« das letzte musikalische Statement von David Berman, der es schon als Silver Jews meisterhaft verstand, Depression, Entfremdung und Verlustängste in lakonisch-pointenreiche Texte zu gießen. Auch auf diesem Comeback-Album erzählt sein warmer, brüchiger Bariton von der Beschissenheit der Dinge, umspült vom leichten Folkrock seiner Mitstreiter von Woods, der uns alle berührt und wohl nicht nur mit einem weinenden Auge zurücklässt. Mach‘s gut, David, und danke für die Musik! Martin Silbermann
 

ScHoolboy Q – Crash TalkVinyl 2LP ScHoolboy Q – Crash Talk
Reif ist er geworden, raw ist er geblieben: Schoolboy Q hat mit »CrasH« ein Album vorgelegt, das ein Album ist. Seine ungezügelte Energie hat er immer noch nicht verloren, aber hörbar einen neuen Fokus gefunden. »CrasH« macht vom ersten bis zum letzten Ton Sinn, funktioniert als Geschichte wie es musikalisch funktioniert. Der beste Q aller Zeiten, das beste US-Rap-Album des Jahres, insert CHANGEMYMIND-Meme hier. Philipp Kunze
 

Siavash Amini – SerusVinyl LP Siavash Amini – Serus
Der Sonnenaufgang nach unserem Klimakollaps ist das Schönste und Beängstigende, das ich je erlebt habe. »Serus« bedeutet im Lateinischen »zu spät«. Der Teheraner Siavish Amini malt in vier mäandernden Stücken ein totes Reich der Stille. Unterkühlter Ambient an der Grenze der Platzangst. Halb Soundtrack, halb fiktives postapokalyptisches Hörspiel, halb Weissagung. Zitternde Luft über verwaister Elektrizität. Windrauschen zwischen einsamem Stahlbeton und Glas. Statisches Flüstern der Vergangenen. Und zwischendrin kleine Schimmer der Hoffnung auf ein Leben ohne Menschheit. Jens Pacholsky
 

Slikback - Lasakaneku / TomoVinyl LP Slikback – Lasakaneku / Tomo
Slikbacks erste beiden EPs waren ein Erdbeben im modernen Club, vergleichbar vielleicht mit den ersten Tracks von Jlin. Mit gut einjähriger Verspätung erscheinen »Lasakaneku/Tomo« jetzt als Quasi-Album, angereichert mit drei neuen Stücken. Ähnlich wie Jlin ist Slikback deswegen allen Deconstructed-Krampfern um Lichtjahre voraus, weil der Club hier gar nicht dekonstruiert, sondern bedingungslos luxussaniert wird. Slikbacks Tracks verarbeiten in vier Minuten teilweise dutzende Subgenres, ohne sich jedoch mit diesem sehr europäischen IDM-Gestus der Fußnote zu entkörperlichen. Stattdessen überall Cyborgs mit blauen Flecken und geschürften Ellenbogen. Und LOL, wer braucht bitte Melodien? Florian Aigner
 

Slowthai – Nothing Great About BritainVinyl LP | Vinyl LP | CD slowthai – Nothing Great About Britain
»Fuck Boris!« Den Blondschopf in der Downing Street 10 hat slowthai schon aufs Schafott geschickt – als Dummy, versteht sich. Was der Typ aus der Sozialsiedlung in Northampton auf »Nothing Great About Britian« anstellt, ist die Antithese zu ironischen »This makes me proud to be British«-Loops von Dean Blunt. Full frontal, going mental. Das Zeug ballert aus Ein-Zimmer-Wohnungen im Londoner East End, wo sich Leute mit West Ham-Schals vermummen, um sich mit Lines vorm 24/7-Deli in gefakten Adidas-Jacken zu battlen.Christoph Benkeser
 

Solange – When I Get HomeVinyl LP | Crystal Clear Vinyl Solange – When I Get Home
Nein, es ist kein zweites »A Seat At The Table« geworden, auch wenn die Ähnlichkeiten beim Cover diesen Schluss zulassen. Dem vierten Soloalbum von Solange Knowles fehlen die Hymnen des Vorgängers und die dringliche, ja offenkundige Message. Was will uns Solange mit dem skizzenhaften (19 Songs in 39 Minuten) »When I Get Home« dann also sagen? Eine Ode an Ihre Heimatstadt Houston soll es sein. Jazzy, nebulös und artsy mutet die Produktion an, mit klassischen Song- und Albumstrukturen wird hier bewusst gebrochen. So braucht es Zeit ins Album zu steigen und die mantraartig vorgetragenen Worte von Solange zu entschlüsseln. Doch wer sich darauf einlässt, wird die beste R&B Platte des Jahres von einer der wichtigsten Stimmen der letzten Dekade für sich entdecken. Benjamin Mächler
 

Spaza – SpazaVinyl LP Spaza – Spaza
Afrofuturistischer Jazz aus Downtown Johannesburg, in einem Take aufs Band gequetscht – als Experiment gedacht, mit Liebe gemacht. »Spaza« von Spaza spritzt sich flüssiges LSD ins Gesicht und tanzt drei Tage auf dem Tafelberg, bevor die Platte böse Geister beschwört, um mit Autotune-Gemetzel und zirpenden Zikaden mit Vollgas ins spirituelle Outback zu pumpen. Christoph Benkeser
 

The Comet Is Coming – Trust In The Lifeforce Of The Deep MysteryVinyl LP The Comet Is Coming – Trust In The Lifeforce Of The Deep Mystery
Warum es um europäischen Jazz 2019 besser denn je bestellt ist, zeigte »Trust In The Lifeforce Of The Deep Mystery« mit luzider Breitseite. Das zweite Album des Londoner Trios The Comet Is Coming zieht titelgerecht einen fetten Genreschweif durchs Sternenmeer, dessen Ionen aus Fusion und Funk im Futur II noch in Jahren sichtbar sein werden, wenn andere mit Pipi in den Augen Betamax, Danalogue und King Shabaka nacheifern. Zu hören also zweifellos: Genau der vitale Spirit, den diese Musik für die nächste Dekade braucht. Nils Schlechtriemen
 

Tracey – BiostarVinyl LP Tracey – Biostar
Dial mag dem Sound, für den das vor 20 Jahren in Hamburg gegründete Label gerne in Sippenhaft genommen wurde, den Rücken gekehrt haben. Das allerdings ist nicht im Rahmen der Labelpolitik umso konsequenter, sondern schafft auch mehr Freiraum für die Musik eines Tracey. Tom Ruijgs Debüt-LP »Biostar« brachte gekonnt unter ein Dach, was bei Dial neben den offensichtlichen Hits schon immer fester Teil des Programms war: Electro-Grooves, wabernde Schönheit, frickeliger IDM – ein Album, reichhaltiger als die Backkataloge der meisten anderer Labels. Kristoffer Cornils
 

Tribe – Age Of AquariusVinyl 2LP Tribe – Age Of Aquarius
BANGERS! Soundboys im Kosmos auf Amphetaminen, das wooooiiii! erklingt durch mahlende Kiefer. Brutale Pads und billige Melodien. Tribe Of Colins »Age Of Aquarius«** klingt trotz hoher BPM-Zahlen irgendwie total ›rootsig‹, aber man stolpert über diese Wurzeln, spürt sein Gesicht nicht mehr, nur der Dub erinnert daran, dass man einen Bauch hat. PK Philipp Kunze
 

Violet – Bed Of RosesVinyl LP Violet – Bed Of Roses
Dass die Naive-Betreiberin Violet ausgerechnet bei Dark Entries ihr Debüt veröffentlichen würde, hätte auch niemand ahnen können. »Bed Of Roses« erwies sich dann allerdings als ideale Spielwiese für die Portugiesin, die vorher mit breakigem House aufgefallen war. Zwischen souligem Klammerblues-Grooves und süßlichem Eso-EBM ist noch genug Platz für Ambient-Interludes, auf denen es sich so weich dahinschweben lässt wie in maßgefertigten Schuheinlagen. Die mit Abstand schönste Überraschung des Dance-Music-Jahres. Kristoffer Cornils
 

Wojciech Bąkowski ‎– Jazz DuoVinyl LP Wojciech Bąkowski ‎– Jazz Duo
Lutto Lento war noch nie daran interessiert konventionelle Musik auf DUNNO zu veröffentlichen. Darum wissend ist es vielleicht doch kein Schock, dass * Wojciech Bąkowski* »Jazz Duo« als trojanisches Pferd benutzt und Fahrstuhlmelodien mit Spoken Word Dadaismus, Trap Snares und Digitalschnippselcore zerschießt. Auch mit Sprachbarriere eines der subversivsten Alben des Jahres. Florian Aigner
 

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2014
Die 15 Musikvideos des Jahres
Bevor das neue Jahr beginnen kann wird es Zeit das Vergangene Revue passieren zu lassen. In unserem Rückblick über die 15 besten Musik-Videos 2014 stellen wir euch die Musikvideos vor, die uns in Erinnerung geblieben sind.
Music Essay | verfasst 20.01.2016
Jahresrückblick 2015
Am Ende der Echtzeit
Die Welt fühlte sich 2015 zunehmend realer an. Ganz im Gegenteil die Pop-Musik: Sie war so künstlich wie nie zuvor. Wir blicken auf ein Jahr, in dem das Unechte zur Gewohnheit wurde und nur noch eines so richtig echt blieb: die Sehnsucht.
Music Liste | verfasst 10.12.2015
Jahresrückblick 2015
Die 50 Alben des Jahres
Wir haben ein-, um- und aussortiert. Am Ende stehen die für uns besten/wichtigsten Alben des Jahres. Bei unsere Auswahl haben wir gemerkt: Sie sagen auch etwas darüber aus, wie das Jahr 2015 für uns war.
Music Kolumne | verfasst 15.12.2016
Jahresrückblick 2016
Top 50 Reissues
Wir hatten in diesem Jahr mehr Schwierigkeiten uns auf die essentiellen Reissues festzulegen als auf die besten Neuerscheinungen. So viel teures Wishlist-Material wurde dieses Jahr wiederveröffentlicht. Aber hier ist sie nun: unsere Top 50.
Music Review | verfasst 21.03.2014
Freddie Gibbs & Madlib
Piñata
Seit der ersten EP fieberte man auf das erste gemeinsame Album von Freddie Gibbs und Madlib hin. Hat sich definitiv gelohnt.
Music Review | verfasst 16.08.2019
Freddie Gibbs & Madlib
Bandana
Freddie Gibbs und Madlib, der Rapper und der Beatschmied, haben sich endgültig gefunden. Mit »Bandana« ist ihnen etwas großartiges gelungen.
Music Review | verfasst 24.05.2019
Holly Herndon
Proto
Die Standortbestimmung des Pop klang nie so wundervoll und nervenzerfetzend zugleich: Holly Herndon gelingt mit »Proto« ein Meisterwerk.
Music Review | verfasst 07.09.2012
Barker & Baumecker
Transsektoral
Andreas Baumecker und Sam Barker raufen sich zusammen und produzieren eines der Technoreleases des Jahres.
Music Review | verfasst 18.09.2019
Barker
Utility
Schon viele Jahre in Berlin als DJ und Produzent unterwegs, legt Sam Barker mit »Utility« nun auf Ostgut Ton sein Debütalbum »Utility× vor.
Music Review | verfasst 09.07.2018
Carl Stone
Electronic Music From The Eighties And Nineties
»Electronic Music From The Eighties And Nineties« von Carl Stone, vier lange Stücke erstmals auf Vinyl zu erstehen.
Music Review | verfasst 04.10.2013
FKA Twigs
EP2
Oben Sex unten Bass-Musik. FKA Twigs zelebriert auf ihrer zweiten EP ein fragiles Liebesspiel zwischen ihrer Stimme und den Instrumentals.
Music Review | verfasst 13.11.2019
FKA twigs
Magdalene
FKA twigs ist zurück, mit »Magadalene«, auf Albumlänge, und sie ist unbewaffnet bis unter die Zähne.
Music Porträt | verfasst 05.11.2013
FKA Twigs
Hoffnung für alle
Zwei EPs. Acht Songs. Mehr hat die Welt bisher nicht von FKA Twigs auf Schallplatte zu hören bekommen. Und trotzdem gilt die 25-jährige Britin als diejenige, deren Musik uns alle glücklich machen könnte.
Music Kolumne | verfasst 21.08.2014
Vinyl-Sprechstunde
FKA Twigs' »LP1«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Eine Unterhaltung darüber, warum Kanye Kathedralen bauen darf und FKA Twigs nicht mal artsy Instagram-Fotos zugestanden werden.
Music Review | verfasst 05.06.2014
Angel
Terra Null.
Bei Drone-Musik entscheiden oft Nuancen über Spannung oder Langeweile. Angel haben auf »Terra Null.« die richtigen Schwingungen gefunden.
Music Review | verfasst 19.06.2019
Georgia
Immute
Diese Musik gönnt einem alles und gibt einem nichts: mit »Immute« legen Georgia den Wahnsinn in Form einer Schallplatte vor.
Music Review | verfasst 07.04.2014
Kassel Jaeger
Toxic Cosmopolitanism
Seine Musik entspricht keiner akusmatischen Klangzauberei: Kassel Jaeger macht eine Musik, die so geheimnisvoll wie erdgebunden ist.
Music Review | verfasst 13.03.2017
Kassel Jaeger & Jim O'Rourke
Wakes On Cerulean
Das scharfe, wache Ohr von Kassel Jaeger verleiht auf »Wakes On Cerulean« den Texturgebilden von Jim O’Rourke ihre anziehende Intensität.
Music Kolumne | verfasst 27.02.2019
Vinyl-Sprechstunde
Ossia – Devil's Dance
Diesmal sind sich alle einig: »Devil’s Dance«, das Debütalbum des britischen Produzenten Ossia, hat das Zeug zum Album des Jahres. Ein Track hat es den dreien ganz besonders angetan.
Music Kolumne | verfasst 29.01.2020
Aigners Inventur
Januar & Februar 2020
Der Rap Game Berti Vogts hat es ins neue Jahrzehnt geschafft. Angemessen woke und tiefmüde zugleich startet unser Kolumnist Aigner in 2020 und zieht Alben von Stormzy, Ramzi und Bufiman in Mitleidenschaft.
Music Review | verfasst 18.09.2010
Flying Lotus
Pattern + Grid World EP
Flying Lotus kann machen was er will und doch liegt ihm die Welt zu Füßen. Das ist auf der Pattern+Grid World EP auch nicht anders.
Music Review | verfasst 29.10.2007
Flying Lotus
Reset EP
Flying Lotus bietet auf der Reset EP eine annähernd perfekte Sammlung von Tracks, die leider nicht auf Albumlänge läuft.
Music Review | verfasst 06.05.2008
Flying Lotus
Los Angeles
Ach herrje, es geht wieder durch mit mir. Nachdem ich letztes Jahr Flying Lotus’ kurzen EP-Appetizer bereits gefeiert habe…
Music Review | verfasst 26.09.2012
Flying Lotus
Until The Quiet Comes
Flying Lotus hat seine Pole-Position im digitalen Digging nun weiter ausgebaut. Das einfache wie effiziente Konzept: Ideenreichtum.
Music Review | verfasst 06.10.2014
Flying Lotus
You're Dead!
Gelassen und traumartig. »You’re Dead!«, dem fünften Flying Lotus-Album, hört man die Jazz-Wurzeln deutlich an.
Music Review | verfasst 03.06.2019
Flying Lotus
Flamagra
Auf »Flamagra« gehen die steten Transformationen von Flying Lotus so gut Hand in Hand wie seit »Cosmogramma« nicht mehr.
Music Interview | verfasst 14.05.2009
Flying Lotus
Lachen und Denken
Steven Ellison gilt als Heilsbringer der weltweiten Beat-Community und hat sich mit seinen innovativen Instrumentalproduktionen zwischen Abstract Hip-Hop und Electro seine eigene kleine Nische geschaffen.
Music Porträt | verfasst 20.09.2012
Flying Lotus
Er weiß, was er zu tun hat
Erwartungen können Menschen brechen. Und bei Steven Ellison sind es nicht einmal die Erwartungen der Anderen, der Kritiker oder Fans, sondern die eigenen Ideen, an denen er sich selbst misst.
Music Bericht | verfasst 19.02.2014
Future Islands
Live am 17.2. im C-Club in Berlin
Die Absurdität in allen Farben und ganzem Ausmaß: Future Island gehören zu den besten Live-Bands unserer Zeit und stellten dies eindrucksvoll im C-Club am Montag unter Beweis.
Music Review | verfasst 25.01.2019
Black To Comm
Seven Horses For Seven Kings
Die besten Stücke von Black To Comm klingen wie etwas völlig Neues. Auf »Seven Horses For Seven Kings« ist das fast durchgängig der Fall.
Music Kolumne | verfasst 09.12.2013
2013
Die 15 Musikvideos des Jahres
Bevor das neue Jahr beginnen kann wird es Zeit das Vergangene Revue passieren zu lassen. In unserem Rückblick über die 15 besten Musik-Videos in 2013 stellen wir euch die, unserer Meinung nach schönsten Visualisierungen vor.
Music Kolumne | verfasst 07.12.2016
Jahresrückblick 2016
Hat das Album ausgedient?
Groß angekündigt, gar nicht angekündigt: viele Alben sorgten dieses Jahr für besonders Aufsehen. Was hieß eigentlich im Jahr 2016 noch Album? Wir werfen ein Blick auf den Krieg der Formate und müssen dabei auch über eins reden: Geld.
Music Interview | verfasst 14.02.2019
Efdemin
Beim Verlassen des Raums
Philipp Sollmann an einem puristischen Techno-Sound festzumachen, ist nicht möglich. Auch mit seinem neuen Album als Efdemin, »New Atlantis«, nicht. Es käme einem langsamen Verlassen des Raums gleich, sagt er im Interview.
Music Essay | verfasst 27.05.2013
10 Favourites
Tape Labels You Better Should Know
Hurra! Die Tonbandkassete wird 50 und obwohl das wirklich alt ist, oder jedenfalls ziemlich alt, ist das Tape quicklebendig. Wir stellen euch 10 Labels vor, die einem nur vermeintlich veralteten Format die Treue halten.
Music Liste | verfasst 20.10.2017
Ausklang | 2017KW42
8 essentielle neue Platten
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.
Music Review | verfasst 02.05.2012
Barker
Like An Animal
Der Mitbegründer von Leisure System lädt auf »Like An Animal« zu einem Streifzug durch die zeitgenössische elektronische Musik ein.
Music Kolumne | verfasst 13.11.2019
Aigners Inventur
November & Dezember 2019
Kommt gerade vom Gruppenkuscheln auf der Ersti-Party und weiß trotzdem, wer das beste Deutschrap-Album aller Zeiten veröffentlichen wird. Es kann sich dabei nur um unseren Kolumnisten handeln.
Music Review | verfasst 09.10.2019
Daso
Meine Idee
Daso ist tot, doch »Meine« bleibt für immer bei uns. Der Ghostly-Ableger Spectral Sound legt nun die gesamte »Meine Idee«-EP neu auf.
Music Review | verfasst 08.08.2014
FKA Twigs
LP1
Musik für die Ewigkeit: Nach ihren beiden EPs war klar, dass FKA Twigs bald richtig abliefern würde. Nach »LP1« ist nichts mehr, wie es war.
Music Kolumne | verfasst 09.07.2014
Zwölf Zehner
Juni 2014
Willkommen im Juli. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat Juni musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Review | verfasst 29.10.2012
Hildur Guðnadóttir
Leyfdu ljosinu (Aware The Light)
Wer keine Geduld hat, verliert bereits im Prelude die Orientierung. Wo es hingehen soll, das erfährt man erst ganz zum Schluss.
Music Review | verfasst 18.10.2011
Hauschka & Hildur Guðnadóttir
Pan Tone
Der Düsseldorfer Pianist Hauschka und die isländische Cellistin Hildur Guðnadóttir machen gemeinsame Sache.
Music Review | verfasst 15.07.2014
Hildur Gudnadottir
Saman
Klar und aufgeräumt. Hildur Gudnadottir geht es auf »Saman« in erster Linie um das Miteinander von Gesang und Cello.
Music Review | verfasst 23.11.2015
Jóhann Jóhannsson w/ Hildur Gudnadottir & Robert Lowe
End Of Summer
Erst hat Jóhann Jóhannsson einen Golden Globe abgestaubt, dann hat er sich für »End Of Summer« auf eine antarktische Insel verzogen.
Music Review | verfasst 10.01.2020
Hildur Guðnadóttir
OST Joker
Für ihren Soundtrack zu »Chernobyl« hatte Hildur Guðnadóttir einen Emmy erhalten. Der Score zu »Joker« ist nicht weniger fulminant.
Music Review | verfasst 22.05.2019
Georgia
Time
Wunderschöne Soundwelten: Die Multimediakünstler Brian Close und Justin Tripp haben als Georgia ihr zweites Album »Time« veröffentlicht.
Music Review | verfasst 04.05.2016
ZYX
Trust No Woman
»Trust No Woman« heißt das Debütalbum von ZYX aus dem Jahre 1981. Es wurde jetzt bei Dark Entries wiederveröffentlicht.
Music Review | verfasst 05.05.2016
Various Artists
Household Shocks
Das Label Dark Entries lässt in Vergessenheit geratene und unbeachtete Musik der 1980er Jahre wiederaufleben.
Music Review | verfasst 28.06.2016
Phantom Forth
The EEPP
Das Reissue der 1984 erstveröffentlichten Mini-LP »The EEPP« von Phantom Forth schließt nicht nur eine musikhistorische Lücke.
Music Review | verfasst 17.01.2017
East Wall
Silence
Weltschmerz zum Tanzen: East Wall brauchten lange für eine Synthese aus Wave und Disco, rollten mit »Silence« aber das Feld von hinten auf.
Music Review | verfasst 12.04.2017
Helena Hauff
A Tape
»A Tape« ist eine Compilation mit »early works« von Helena Hauff. Gemeint sind hier die Jahre 2011 bis 2014.
Music Review | verfasst 21.09.2017
Hypnobeat
Prototech
Hypnobeat können mit dieser Wiederveröffentlichung – zum Teil auch Erstveröffentlichung – ihrer Vergangenheit gar nicht zeitgemäßer sein.
Music Review | verfasst 31.05.2018
Lena Platonos
Lepidoptera
Lena Platonos ist eine Entdeckung. Jetzt hat Dark Entries mit »Lepidoptera« aus dem Jahre 1986 eine weitere Platte der Griechin aufgelegt.
Music Review | verfasst 07.06.2018
Richard Wahnfried
Time Actor
Der Synthesizerkönig der Berliner Schule Klaus Schulze trat mit »Time Actor« 1979 erstmalig als Richard Wahnfried in Erscheinung.
Music Review | verfasst 07.06.2018
Colin Potter
The Where House?
Ein bisschen Cabaret Voltaire-Kaputtheit schwingt mit: Zur Reissue des zuerst 1981 veröffentlichten »The Wehre House?« von Colin Potter.
Music Review | verfasst 03.09.2018
Polaroid
Senza Respiro
Dark Entries hat »Senza Respiro« der italienischen Postpunk-Band Polaroid, 1984 nur auf Kassette erschienen, auf Vinyl wiederveröffentlicht.
Music Review | verfasst 07.09.2018
Umo Vogue
Just My Love EP
Umo Vogue entsprachen bei ihrer Gründung ganz dem Zeitgeist. Mit dem Erfolg wurde es leider dennoch nichts!
Music Review | verfasst 19.11.2018
Ströer Duo
Fluchtweg Madagaskar
Ungezwungen virtuos hatten das Ströer Duo auf ihrem Debüt »Fluchtweg Madagaskar« bereits ihre Ausnahmequalitäten konsolidiert.
Music Review | verfasst 27.12.2018
Process Blue
Process Blue
Process Blue kamen aus Dayton, Ohio, orientierten sich aber an dem Sound, der 1981 aus Großbritannien und Deutschland kam.
Music Review | verfasst 12.09.2019
Velodrome
На Велодроме 141
Dark Entries hat den belgischen New Beat-Knüller »На Велодроме 141« von Velodrome ausgegraben und wiederaufgelegt.
Music Review | verfasst 06.11.2019
Patrick Cowley
Mechanical Fantasy Box
»Mechanical Fantasy Box« gibt einen Überblick über das Schaffen des viel zu früh verstorbenen Disco-Pioniers Patrick Cowley.
Music Review | verfasst 11.02.2020
Borusiade
Fortunate Isolation
Auf »Fortunate Isolation« macht Borusiade auch dem letzten klar: wir sind am Arsch, es gibt kein zurück mehr.
Music Review | verfasst 28.04.2020
Sepehr
Shaytoon
Der in San Francisco ansässige Produzent Sepehr hat mit »Shaytoon« eine durch und durch inspirierendes Debütalbum veröffentlicht.
Music Review | verfasst 19.05.2020
Red Axes
Red Axes
Red Axes haben »Red Axes« veröffentlicht. Auf ihrem zweiten Album haben die Israelis anscheinend wieder zu sich selbst gefunden.
Music Liste | verfasst 14.07.2017
Ausklang | 2017KW28
8 essentielle neue Platten
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.
Music Liste | verfasst 10.11.2017
Ausklang | 2017KW45
8 essentielle neue Platten
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.
Music Review | verfasst 18.12.2019
Ossia
The Marzahn Versions
Das Pochen schaltet einen Gang nach oben: Ossia legt mit »The Marzahn Versions« weitere teuflische Tänze vor.
Music Review | verfasst 09.08.2010
Freddie Gibbs
Str8 Killa
Zugegeben, Gangsta-Rap ist in den USA zur Zeit nicht gerade angesagt. Doch Freddie Gibbs gibt sich davon unbeeindruckt.
Music Review | verfasst 03.06.2020
Freddie Gibbs & The Alchemist
Alfredo
c»Alfredo« heißt das letzte Woche veröffentlichte Album von Freddie Gibbs und The Alchemist. Vinyl steht aus, reingehört haben wir aber.
Music Interview | verfasst 07.05.2012
Freddie Gibbs
»Ich sage Sachen, die gesagt werden müssen.«
Freddie Gibbs gilt unter seinen und unseren Kollegen als der »realste« aller Gangsta-Rapper. Wir sprachen mit ihm über seine Heimat, Drogen, Ängste und eine Hand voll anstehender Kollaborationen.
Music Porträt | verfasst 13.07.2017
Freddie Gibbs
»There Can Be No Peace Without Justice«
Die Überschrift ist Teil eines Zitats des Predigers Louis Farrakhan. Der wichtigste Einfluss für Freddie Gibbs Drehbücher. Halt, was, Drehbücher? Eines nach dem anderen, es ist viel passiert im Leben des Fredrick Tipton.
Music Liste | verfasst 10.07.2017
Halbjahresrückblick 2017
Best Hip-Hop so far
Das Jahr ist noch halb leer, aber schon vollgepackt mit super Releases. Wir haben grob in vier Genres aufgeteilt, je 20 Platten. Hier unsere Lieblinge aus dem Bereich Hip Hop. Von Migos bis Freundeskreis.
Music Review | verfasst 20.07.2007
Yesterday's New Quintet
Yesterday's Universe: Prepare For A New Yesterday (Volume One)
Madlib kehrt Yesterday’s New Quintet den Rücken, denkt sich weitere Musikercharaktere aus und veröffentlicht ein neue jazzige Musik.
Music Review | verfasst 16.02.2011
Madlib
Medicine Show Vol.11
Bei allem Genius muss sich die elfte Medicine Show den Vorwurf der fehlenden Kohärenz gefallen lassen.
Music Review | verfasst 26.08.2007
Madlib
Beatkonducta Vol. 3 & 4
Was man ungefähr erwarten kann, wenn sich Madlib in Indien austobt ist Straight outta Ghanges. Groß, wie immer.
Music Porträt
Light In The Attic
Alles ist erleuchtet
Seit fast 20 Jahren bringt das in Seattle beheimatete Plattenlabel Light In The Attic Licht ins Dunkel jener Releases, die im Schatten stehen. Dass sie von Beginn an auf Vinyl setzten, zubilligt dem Label heute die Rolle eines Vorreiters.
Music Kolumne
Records Revisited
Raekwon – Only Built 4 Cuban Linx… (1995)
Nach »Enter the Wu-Tang (36 Chambers)« haben sich die Clan-Mitglieder solo ausprobiert. Erst Method Man, dann Ol’ Dirty Bastard, schließlich Raekwon. Sein 1995 releastes »Only Built 4 Cuban Linx…« zählt zu den Meisterwerken des Hip-Hop.
Music Porträt
Jockstrap
Viel Klang, viel Geräusch
Das Londoner Duo Jockstrap veröffentlicht ihre Schallplatten bei Warp. Ihre Songs sind in Werbungen von Chanel und Dior zu hören. Taylor Skye und Georgia Ellery spielen sich auf der zweiten EP »Wicked City« passgenau die Bälle zu.
Music Kolumne
Record Revisited
Elliott Smith – Elliott Smith (1995)
Die neunziger Jahre waren ein lautes Jahrzehnt, doch sie gaben uns auch die Musik von Elliott Smith. Dessen zweites Album »Elliott Smith« setzte einen stillen, inwendigen Kontrapunkt zum Weltgeschehen.
Music Kolumne
Records Revisited
Joy Division – Closer (1980)
Joy Divisions Album »Closer« war ein Zwischenschritt, ein halbherziges, halbbeseeltes Statement von vier jungen Männern auf ihrem Weg in neue Untiefen. Nur einer aber wollte, konnte nicht vom Fleck kommen.
Music Porträt
WeWantSounds
Ansteckende Leidenschaft
Den Grund für die Label-Gründung trägt WeWantSounds im Namen. Seit 2015 veröffentlicht der Pariser Zweimannbetrieb persönliche Lieblingsmusik aus den Siebzigern und Achtzigern. Bei der Auswahl spielen Genre- und Landesgrenzen keine Rolle.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Arca – KiCK i
»KiCK i« soll das erste von vier neuen Arca-Alben sein. Während sich einer unserer Autoren dazu auf dem Shakti-Kissen lümmelt, surft der andere auf Soundcloud das Reggaetón-Tag ab und bewundert der Dritte das Songwriting der Platte.
Music Essay
Baltic & Finnish Jazz
Grenzen ausbooten
Während Jazz von London bis L.A. eine neue Pop-Sensibilität entwickelt oder Fusion updatet, werden an den Ostseeküsten kühle Geschmacksrichtungen zwischen Nachwuchs und Nostalgie kultiviert. Weltoffen ist Jazz auch hier – und total eigen.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juli & August 2020
Hier werden persönliche Anekdoten zu programmatischen Allegorien: Aigners Inventur verabschiedet sich schlussendlich mit einem Wimmern in die Sommerferien. Es ist schließlich 2020.
Music Porträt
International Anthem Recordings
Die Suche nach dem Echten
Seit sechs Jahren liefert das Label International Anthem aus Chicago zuverlässig Jazz mit ganz eigener Attitüde. Wobei sich die Gründer fast jeder Zuschreibung verweigern. Für sie gilt: Der schönste Klang ist stets das Echte.
Music Liste
Halbjahresrückblick 2020
50 best Vinyl Records so far
Wahrscheinlich wird man in 40 Jahren zwei Fragen beantworten müssen: Was man 2020 selbst gegen das Leid und die Ungerechtigkeit getan und welche Platten man gehört hat. Bei der Beantwortung der zweiten Frage, können wir behilflich sein.
Music Porträt
We Jazz
Mit Betonung auf Wir
We Jazz, das steht für überraschenden Jazz aus dem Norden. Und noch mehr. Seit 2013 gibt es das Festival in Helsinki, seit 2016 das Label. Dort verlegt Matti Nives vorwiegend finnische Bands. Wir stellen euch das Label vor.
Music Porträt
Roy Ayers
Vibrationen zum Wohlfühlen
Er zählt zu den meistgesampelten Musikern der Gegenwart. Mit Songs wie »Everybody Loves The Sunshine« wurde Roy Ayers, der im September seinen 80. Geburtstag feiert, zur Legende. Auf Jazz Is Dead sind nun neue Songs von ihm erschienen.
Music Porträt
Sven Wunder
Wer bin ich?
Es kursieren gerade zwei Alben, die Liebhabern des Rare Groove Freudentränen in die Augen treiben. Das eine, »Doğu Çiçekleri«, spricht seine musikalische Sprache mit türkischen Akzent, »Wabi Sabi« mit japanischem. Doch wer ist Sven Wunder?
Music Kolumne
Records Revisited
Prefab Sprout – Steve McQueen (1985)
Eigentlich wollte Paddy McAloon Priester werden, Menschen von den Worten Gottes berichten. Stattdessen gründete er eine Band. 1985 veröffentlichten Prefab Sprout »Steve McQueen«, das wahrscheinlich schönste Popalbum der Achtziger Jahre.
Music Porträt
upsammy
Das Kleine im Großen
Die Niederländerin Thessa Torsing hat unter dem Pseudonym upsammy in den letzten Jahren die gefragtesten Dancefloors bespielt. Aber auch ihre eigenen Soundproduktionen haben über transkontinentale Wege hinaus Gehör gefunden.
Music Interview
Gary Bartz
»Wir sehen die Realität nicht mehr«
Der Grammy-prämierte Sopransaxophonist Gary Bartz stand mit Miles Davis, Art Blakey und Max Roach auf der Bühne. Jetzt hat er mit der britischen Band Maisha eine Platte aufgenommen – und Neues entdeckt.
Music Kolumne
Records Revisited
Quasimoto – The Unseen (2000)
Vor zwanzig Jahren schloss sich Madlib in den Keller von Peanut Butter Wolf ein und kam als gelbes Alien mit Schweineschnauze raus. Lord Quas war geboren und »The Unseen« hat das Character Design im Hip-Hop auf eine neue Stufe gehoben.
Music Porträt
Dekmantel
Unendliche Ferien
Seit über zehn Jahren löst Dekmantel aus Amsterdam als Label, Festival und Veranstalter die Quadratur des Kreises: Innovation und Untergrund mit Qualität zu verbinden. Ein Ende? Auch in Krisenzeiten nicht in Sicht.
Music Liste
Rafael Anton Irisarri
10 All Time Favs
Ambient? Vielleicht. Aber mit Splittern von Metal, Neo-Klassik und anderem. Rafael Anton Irisarri malt mit dickem Pinselstrich überwältigende Klanggemälde. Für uns hat der US-amerikanische Komponist seine Einflüsse offengelegt.
Music Interview
Eloquent & Knowsum
Jaylib auf LSD
Eloquent und Knowsum, das ist eine Liason, die sich angedeutet hat. »JLALSD« heißt das gemeinsame Album. Das Akronym steht für Jaylib auf LSD. Wir sprachen mit beiden über ihre Zusammenarbeit, »Champion Sound« und das Streben nach Glück.
Music Porträt
Motohiko Hamase
Gemeinsam mit der Welt allein
Motohiko Hamase beendete seine Karriere in der Jazz-Szene Japans so schnell, wie sie begonnen hat. In einem Zeitraum von knapp einem Jahrzehnt veröffentlichte er fünf Alben mit ausgesprochen wundersamer Musik. Ein Porträt.
Music Porträt
Kaitlyn Aurelia Smith
Freundlichkeit durch Klang verbreiten
Ihre Musik ist wie ein langer, ruhiger Fluss aus Strom: Kaitlyn Aurelia Smith macht mit Synthesizern und Stimme Musik, die mehr auf Entspannung als auf Anspannung setzt. Ihr neues Album erweitert diesen Weg durch Körperbewegungen.
Music Porträt
Muriel Grossmann
Abstraktion mit Blick aufs Meer
Die Saxofonistin Muriel Grossmann kommt auf den Balearen zur Abstraktion, reitet mit Hard Bop die Wellen und bringt sogar Milliardäre aus der Fassung. Wer ist die heimliche Pionierin des spirituellen Revivals?
Music Porträt
Roza Terenzi
Rave in der Zeitkapsel
Roza Terenzi stellt die Dance-Vergangenheit auf den Kopf und bürstet mit Jungle-Breaks und Eso-Techno drüber. Auf ihrem Debütalbum »Modern Bliss« landet sie endlich in der Zukunft.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai & Juni 2020
Befreit sich von kaukasischer Clumsiness, hat Tiktok verstanden, züchtet Sauerteig und checkt’s einfach: Aigners Inventur im Lockdown. Verstörender Scheiß für verstörende Zeiten.
Music Porträt
Soviet Grail
Kollektives Gedächtnis
Zwischen Jazz-Experimenten, elektronischem Sowjetbrutalismus und psychdedlischem Underground gräbt Sergey Klimov nach Schätzen, für die Musiker im Gefängnis landeten. Mit Soviet Grail begibt er sich in die sowjetische Musikvergangenheit.
Music Liste
ADULT.
10 All Time Favs
Seit mehr als 20 Jahren machen ADULT. nun Musik. Und sie haben noch immer keinen Bock auf simple Zuschreibungen, Sonnenlicht, Selbsttäuschungen. Dafür hatten sie Bock uns Schallplatten zu nennen, die sie geformt, gebessert, gebildet haben.
Music Interview
Quelle Chris
Das Chaos akzeptieren
Er ist der produktivste Sonderling des Rap-Undergrounds. Und er hat einen Lauf. Mit »Innocent Country 2« macht Quelle Chris dort weiter, wo er mit »Guns« aufgehört hat – und begegnet der Hoffnungslosigkeit mit positiver Angst.
Music Liste
Peaking Lights
10 All Time Favs
In diesen Tagen erscheint auf Dekmantel das neue Album »E S C A P E« der Peaking Lights. Wir hatten die Gelegenheit Aaron Coyes und Indra Dunis nach 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Mobb Deep – The Infamous (1995)
1995 zieht sich Hip-Hop die Kapuze ins Gesicht – Mobb Deep bringen mit »The Infamous« den Hardcore nach New York City und zerschießen die Szene ohne Hoffnung auf ein Morgen.
Music Kolumne
Records Revisited
Hiroshi Yoshimura – Green (1986)
»Green« von Hiroshi Yoshimura ist ein Meilenstein der japanischen »kankyō ongaku«. Besser gesagt ein Meilenstein des Ambient überhaupt: Kein anderes Album legte dermaßen schonungslos offen, dass es sich bei ihm um eine Simulation handelte.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Yves Tumor – Heaven To A Tortured Mind
Zuerst war die Euphorie groß: Yves Tumor bringt eine neue Schallplatte raus! Dann stellte sich Ernüchterung ein. Was tun als Fan, wenn der neue Release eines geliebten Musikers enttäuscht? Nur eine Frage in der neuen Vinyl-Sprechstunde.
Music Kolumne
Records Revisited
Nightmares On Wax – Smokers Delight (1995)
Hip-Hop ohne Rap: Mit »Smoker’s Delight« brach für Nightmares On Wax eine neue Ära an. Zum Soloprojekt von George Evelyn mutiert, war das zweite Album der Bleep-Pioniere der Auftakt für geloopte Entspannungspolitik mit Langzeitwirkung.
Music Porträt
Patricia Kokett
Teil seiner eigenen Bewegung
Patricia Kokett vermischt Rave mit Mystizismus, futuristischen Industrial mit schamanistischem Rauschen. Der Litauer Gediminas Jakubka, der sich auf der Bühne in Patricia verwandelt, balanciert zwischen Grenzen. Ein Orientierungsversuch.
Music Liste
Jeff Parker
10 All Time Favs
Jeff Parker ist kein Neuling. Und dennoch meint man, er starte gerade erst durch. Jetzt ist sein Album »Suite for Max Brown« erschienen. Also haben wir ihn gebeten 10 Schallplatten zu nennen, die ihn geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Miles Davis – Bitches Brew (1970)
Raus aus dem Jazzkeller, rauf auf die Rockbühnen – mit »Bitches Brew« wurde Miles Davis zu »Electric Miles« und braute den psychedelischen Trunk für alle, die nicht wussten, dass sie Jazz geil finden.
Music Kolumne
Records Revisited
Ol Dirty Bastard – Return To The 36 Chambers (1995)
1993 begann eine Erfolgsgeschichte. Mit »Enter The Wu-Tang (36 Chambers)« produzierte der Wu-Tang Clan einen Meilenstein und nachfolgend zahlreiche Klassiker des Genres. Darunter: »Return To The 36 Chambers« von Ol‘ Dirty Bastard.
Music Kolumne
Records Revisited
Depeche Mode – Violator (1990)
Das siebente Studioalbum von Depeche Mode ist die perfekte Verbindung von Experiment und Pop, Elektronik und Rock. Eigentlich hätte es aber auch ganz anders ausgehen können.
Music Kolumne
Aigners Inventur
März & April 2020
Boomer vermissen hier die neue Ozzy Ozzbourne, Fintec-Heinis finden eine Antwort auf die Frage nach ihrer Seele: Aigners Inventur im März Mit dem ersten essentiellen Album des neuen Jahrzehnts und einer überraschenden Enttäuschung
Music Porträt
Kalahari Oyster Cult
Die beste aller Welten
Im Morast nach Perlen tauchen, Rave-Klassiker aus den 90ern aufstöbern und mit Menschen zusammenarbeiten, denen es nicht darauf ankommt, ob sie in den Beatport-Charts landet: Colin Volverts Kalahari Oyster Cult mischt den Underground auf.