Music Kolumne | verfasst 12.12.2016
Jahresrückblick 2016
Top 20 12-inches
Was ist eine 12inch? Die Defintion ist schwammig, wir haben uns für Maxi-Singles und EPs entschieden. Damit standen wir vor einer unüberschaubaren Menge an Material – und haben uns für die 20 besten entschieden.
Text Pippo Kuhzart, Kristoffer Cornils, Florian Aigner

Jahresrückblick 2016 Obwohl das Album als Format in diesem Jahr eventuell seinen Zenit überschritten hat, fanden wir trotzdem 50 tolle LPs aus einem Jahr, dessen Soundtrack ungleich besser als sein Inhalt war. Auch auf den 12-inches, die die Welt bedeuten, machten sich starke Stimmen hörbar, wurde auch mal wortlos ein besseres Leben in Aussicht gestellt. Andere Jahreshighlights wie Princess Nokias Debüt oder die brutalen Clubsounds einer Kablam fielen dabei leider ebenso unter den Tisch wie der eine oder andere Donut. Nur bei Vince Staples ließen wir fünf gerade und eine 10-inch mal zwei Zoll länger sein, weil seine Platte überlebensgroß war.


Andrea Belfi - Cera PersaFind it at hhv.de: 12inch Tinnitus, Panik, Klaustrophobie, das Danach ist bei Andrea Belfi das Währenddessen. Auf »Cera Persa« denkt der begnadete Schlagzeuger: Club. Und: Unbehagen. Also, was ist das? Notausgang-Techno, Musik, die schweißgebadet und Angst zerfressen das Helle sucht, aber nicht findet. Beklemmender Shit. Diese scheiß Single sitzt einem im Nacken, krabbelt einem den Rücken hoch wie tausend mystische Käfer. Am Ende hat man hier keinen Boden mehr unter den Füßen. Aber nicht weil man fliegt, sondern weil man zwischen tanzenden Leibern in einer Röhre hängt. Philipp Kunze
 

Avalon Emerson - Whities 006 Entgegen aller schwarzgewandten Lustfeindlichkeit im Techno-Jahr 2016 kam Avalon Emerson mit gleich zwei EPs ums Eck, deren zweite per Tracktitel – »Dystopian Daddy«, megalel – die Fronten aufmachte. Die erste aber gab einem knochigen Beatgerüst mit den schönsten Schwurbelsynthies seit Ewigkeiten die Sporen und machte sich in Richtung »The Frontier« auf. Weit vor allen anderen, versteht sich. Kristoffer Cornils
 

Baaz - Office 08Find it at hhv.de: 12inch Wenn die kürzlich vergangene Nacht schwer in den Beinen liegt und doch noch genug Endorphin für drei weitere Stunden durch die Blutbahn rast, kommt die zweitneueste Baaz (»Untitled«) wie eine warme Regenwalddusche über dich und legt dir eine von innen mit Samt ausgekleidete Wärmefolie übers Herz. Deren freundliches Knistern wird zwischen dem ersten und zweiten Takt zu deiner neuen Muttersprache, versprochen. Kristoffer Cornils
 

Elmo Crumb - I'm Still DizzyFind it at hhv.de: 12inch | 12inch | 12inch Cheatcode freigeschaltet für Call Super, aber wer unter drei verschiedenen Aliasen vier phänomenale Singles veröffentlicht, die jetzt schon ausreichend Perspektiven für die nächsten dreißig Jahre Techno aufzeigen, muss sich an keine Regeln halten. Florian Aigner
 

Geena - Peace Love Earth: Mental DJ's Land Volume 2Find it at hhv.de: 12inch Antinote hat sich dieses Jahr weiter als die unaufgeregte Schrittmenge der Hype-Aggregatoren Lobster Theremin Mood Hut und all things Boringseinfeldross positioniert, egal ob mit abgehangenem Liegestuhl-House oder wie hier mit überdreht hippieskem Faux-Illbient, dessen kitschige Melodien jederzeit in kratzigen Dickdarm-IDM oder grandios verschwurbelten Psych-Acid kippen können. Oder wie das dann auf Soundcloud heißt: DJ Gena, fuck yeah. Florian Aigner
 

Dj Rum - Untitled 9Find it at hhv.de: 12inch Man kann Ilian Tape viel vorwerfen, nicht aber, dass die Münchner ihre Stammkundschaft mit Unerwartetem vergraulen würden. Dann kam »Struktur«, eine EP, die das labeltypische druckvolle Drumprogramming und die unterkühlten Blade Runner-Akkorde zumindest auf der von DJrum verantworteten A-Seite derart entweltlicht, dass man gewillt ist, die alten Photek-Platten nochmal auf 33 und Plus 8 abzuspielen. Florian Aigner
 

Futers - U Get MeFind it at hhv.de: 12inch Von Dabeigewesenen wie Rising Sun oder zeitlich distanzierten Schwerenötern wie DJ Metatron und Co. erzählte eine ganze Riege von ProduzentInnen auch dieses Jahr von ihren Vergangenheitsschwelgereien. In nicht wenigen Fällen klang das lächerlich, in diesem aber unfassbar stringent. Futers’ »U Get Me« ist bei Soundcloud nicht zu Unrecht als #Storytelling vertaggt und erzählt entlang einer fetten Line MDMA einen musikalischen Trip vom UK (circa 1992) bis Ibiza (circa der Tag, als deine Eltern dich dort zeugten). Lächerlich geil. Kristoffer Cornils
 

Jan Au - A Date With Dark BeanFind it at hhv.de: 12inch Live From Earth, sonst ja eher für das weirde Zeug zuständig, hier mal ganz bodenständig. Jan Au hat auf »A Date With Dark Bean« den Kopf in den Rauchwolken und die Hand am Kaffeetässchen. Klingt wie eine 2016er Version von Jim Jarmuschs »Delirium«-Szene, in der ASAP Rocky, Lil B und Bones GZA, RZA und Bill motherfucking Murray ersetzen. Philipp Kunze
 

J Choirboy - Altar EgoFind it at hhv.de: 12inch Ähnlich wie Futers trug auch J Choirboy auf seiner Debüt-EP keine Träne im Knopfloch, sondern musste sich vermutlich wegen akuter Dehydrierung selbst mit Augentropfen behandeln. »Altar Ego« hätte anders geklungen, wäre sich stattdessen am GHB-Fläschchen vergriffen worden, schmeißt so aber mit Rave-Signalen und guten Empfehlungen um sich. Pille poppen, aus dem Alltag droppen, Knicklicht nicht vergessen. Kristoffer Cornils
 

Karen Gwyer - Prophase Metaphase Anaphase TelophaseFind it at hhv.de: 12inch Zwischen all dem Rumgememe in der Lo-Fi-Sektion deines Lieblingsplattenladens hätte diese EP sich quergestellt und tat es sonst auch überall. Dabei waren Karen Gwyers unter dem Bio-LK-Kurs-würdigen Titel »Prophase Metaphase Anaphase Telophase« geklammerten Konventionszerlegungen von einer schillernden Schönheit, die kein Winona Ryder-Sample je hätte herbeireden könnte. So geht wacky, so geht weird, so wird das Game von hinten aufgerollt – und nicht anders. Kristoffer Cornils
 

Kilchhofer - DersuFind it at hhv.de: 12inch Während durch die Düsseldorfer Clique um den Salon des Amateurs oder Don’t DJ in Berlin der Ethnologenfetisch der Dance Music auf dem MPC-Brett auseinander genommen wurde, ließ Kilchhofer irgendwo im nirgendwo seine Modularsysteme eine Kurosawa-Hymne klackern, die konzentriert und doch verschroben genug ist, um zwischen all dem Zwangsexotismus einen ganz eigenen Charme zu finden. Kristoffer Cornils
 

Lemme Kno - Unthank 9Find it at hhv.de: 12inch Max D und Morgan Buckley auf ihrem Breakbeat-Scheiß, gleichzeitig The Orb und Ultramagnetic MCs: keine Zweifel »Unthank 9« ist eine besondere Platte und das obwohl über 1080P Records gefühlt zehn solcher pro Monat erschienen, die ähnliches wollten und weniger erreichten. Florian Aigner
 

Monochord - Spatial StereoFind it at hhv.de: 12inch Während sich Elektro Guzzi in diesem Jahr ähnlich viele Kilometer fraßen, wie sie Techno-Band-Jam-Minuten auf Vinyl, CD oder Tape pressten, debütierten zwei Mitglieder unter dem Namen Monochord mit einer stoisch-verdubbten Platte, die ihren Titel »Spatial Stereo« ernst nahm. Wer sich zwischen Conrad Schnitzler-Gefiepe, Basic Channel auf Entschleunigungstour und Black Ark-Wattigkeit nicht entscheiden kann, hat eben ohne es zu wollen die richtige Wahl getroffen. Kristoffer Cornils
 

Pjoni - Liminal ZonesFind it at hhv.de: 12inch Pjoni bewies sich mit seinem Debüt für das Label Proto Sites als Poet der Leerstellen und Grenzbereiche, als salomonischer Vermittler zwischen ohrenbetäubender Stille und Bassleistungen, die in Berlin-Mitte vor Gericht verhandelt würden. »Liminal Zones« war die unmitsummbarste, undrauftanzbarste Platte eines Jahres, in dem Transgressionsvorhaben entweder in Tape-Saturierung (gähn), White-Noise-Dichte (cool story, bros) oder zerschredderten Rihanna-Edits (schon besser) gemessen wurde. Kristoffer Cornils
 

Rider Shafique - I-DentityFind it at hhv.de: 12inch Grime-MCs sind von Haus aus auf Konfrontationskurs, wer subtil ist, verliert. Rider Shafique haut dir mit seiner EP »I-Dentity« für das neu gegründete Young Echo-Label sowohl vor Stirn, was du dir nicht zu fragen getraut hättest, und rührt dabei elegant an der Illusion eines post-racial Großbritanniens. Eine stille Platte, in deren Zentrum eine Stimme steht, die gehört werden will und muss. Kristoffer Cornils
 

Tolouse Low Trax - Rushing Into Water Zwei neue EPs, zig Reissues und eine breite Palette von geplanten Veröffentlichungen unter diversen Titeln: Tolouse Low Trax rollt und die Welt fängt langsam an, hinterher zu stolpern. Die Huckel-und-Ruckel-Beatmagie des fabelhaften Detlef Weinrichs ist vermutlich das spätdeutsche Pendant zu allem belgischen Big Beat-Rumgerummse in den späten Achtzigern, zig BPM runtergelegt und mit Sedativa zugepumpt allerdings. »Rushing Into Water« ist far out und mit zero Ficks gespickt. Schlichtweg überragend. Kristoffer Cornils
 

Unknown Artist - FeverFind it at hhv.de: 12inch Gerade als man – ganz schlecht gelaunter, Heizungsluft geschädigter Freelance-Miesepeter – irgendwas von wegen »Mood Hut ist auch nicht mehr das, was es mal war« in die verklebte Tastatur hacken wollte, kommen diese Kanadier (Unknown) mit zwei sicherlich vollkommen dummdreist zusammengetackerten Edits um die Ecke, zu denen man sich womöglich sogar am 9.11. für zehn Minuten das vollgeölte Sweatshirt vom Leib reißen wollte, weil ja auch in Reagans Amerika die Paradise Garage existiert hat. Allein dafür: Danke! Florian Aigner
 

Vince Staples - PrimadonnaFind it at hhv.de: 10inch »Prima Donna« heißt Vince Staples’ 7-Track-EP und Staples bleibt dort, egal ob nun James Blake oder No I.D. an den Reglern sitzt, der lyrisch interessanteste Rapper des Hier und Jetzt. Weil er Kendrick, Richard Pryor, Larry David und Earl gleichermaßen verstanden hat. Und weil er dabei mit so einer unvergleichlichen Mischung aus Lakonie und Nachdruck rappt, dass selbst zwei musikalisch eher durchschnittliche Tracks nicht weiter ins Gewicht fallen. Florian Aigner
 

Vul Vulpes - Fusions Of HorizonsFind it at hhv.de: 12inch Einer der heißesten 12-inches kommt dieses Jahr aus Estland. Das ist a) ein Satz, den man immer gerne mal schreiben will und b) einer, der stimmt. Vul Vulpes erinnert auf »Fusion of Horizons« an Jessy Lanza, denkt ihre Songs aber in weitaus weniger poppigen Strukturen als diese. Philipp Kunze
 

Xosar - Show YourselfFind it at hhv.de: 12inch Der beste Techno für Menschen, die Music noch mit extra K schreiben, kam 2016 eindeutig von Xosar, die das Release ihrer »Show Yourself EP« eigentlich für Ende 2015 angekündigt hatte und dann länger brauchte, weil du unbedingt deinem Vater die Bruce Springsteen-Diskografie unter den Weihnachtsbaum legen musstest. Xosar ist die vielleicht einzige zeitgenössische Produzentin, die einen Dancefloor nicht zer-, sondern verstören will, das unbedingt auch sollte und deshalb Meisterin ihres Fachs ist. Kristoffer Cornils
 

Hier haben wir euch eine Übersicht über die 12-inches des Jahres in unserem Webshop zusammengestellt.
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Viel besser geht es nicht. Zu Beginn der 1990er Jahre brachten A Tribe Called Quest mit ihrem zweiten Album »The Low End Theory« den Flow auf den Punkt. Ohne aggressiv männliche Posen, dafür mit Jazz, Breaks und Vibe.
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Records Revisited
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1991 – was für ein Jahr für die Rockmusik. Die am 24.9.1991 veröffentlichten Alben von Nirvana, Soundgarden und Red Hot Chili Peppers haben Rock wieder populär gemacht. Aber »Screamadelica« von Primal Scream hat das Genre verändert.
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Schallplatten des Amiga-Labels sind weit verbreitet. Neben Pressungen internationaler Stars war auch jede Menge Musik aus der DDR selbst auf Platte verewigt worden. Manches davon lohnt wiederentdeckt zu werden.
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José González
Geschmack ist wie dein Po
2003 coverte José González den Song »Heartbeat« von The Knife und katapultierte sich gleich in die Herzen und Studierzimmer vieler Menschen. Mit seinem Album »Local Valley« strickt er weiter an seinem Mythos. Wir trafen ihn zum Interview.
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Loredana Berté
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Loredana Bertè wird als »Königin des italienischen Rock« apostrophiert. Das greift nicht nur musikalisch zu kurz. Denn sie den Status quo nie repräsentiert, sondern als Außenseiterin aus Überzeugung wiederholt infrage gestellt.
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Records Revisited
DJ Shadow – Endtroducing (1996)
Vor 25 Jahren erschien mit »Endtroducing« ein Hip-Hop-Album, das Björk mit Metallica und finnischer Fusion zusammendachte. DJ Shadow grub dafür im Keller. Und fand Gold. Dann schuf er ein Album, das aus der Zeit gefallen zu sein scheint.
Music Porträt
Sarah Davachi
Echo der Unendlichkeit
Intensität ist das Wort, das in den Sinn kommt. Bei ihrer Musik und bei ihren Sätzen. Ihr Sound fühlt sich an, als ob jemand mit einer Fingerspitze über die Seele streicht. Jetzt erscheint Sarah Davachi neues Album »Antiphonals«.
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Dais Records
Klang als Kollektion
Zwischen Experiment und Erwartung, Neuem und Altem wagt Dais Records seit Jahren den Spagat. Gibby Miller und Ryan Martin ziehen dort ihre Kreise, wo Linearität bewusste Störung erfährt – und treten so in die Fußstapfen großer Vorgänger.
Music Porträt
Leslie Winer
Der unbekannte Weltstar
Björk, Grace Jones, Boy George und Sinéad O’Connor zählen zu ihren Bewunderern. William S. Burroughs war ihr Mentor. Irgendwie hat sie auch Trip-Hop erfunden. Dennoch ist Leslie Winer heute nur Insdern bekannt. Das könnte sich jetzt ändern.
Music Porträt
DJ Koco
Guest Mix
Bei DJ Koco treffen atemberaubende Mixing-Skills auf eine Selection von ungeheurer Raffinesse. Kaum einer cuttet seine Breakbeats tighter ineinander als er. Das Verblüffendste: Der japanische DJ beschränkt sich in seinen Sets auf 7Inches.
Music Kolumne
Aigners Inventur
September & Oktober 2021
Keift und brummt sich wieder durch die Veröffentlichungen der letzten zwei Monate: Aigners Inventur, mit Bärlauch-Antipathie und Seerobben-Ehrfurcht. Dazwischen Alben von Flying Lotus, Erika De Casier, Space Afrika und Maxine Funke.
Music Kolumne
Records Revisited
John Coltrane – Africa/Brass (1961)
1961 markierte »Africa/Brass« den Anbruch eines neuen Zeitalters: Für John Coltrane war es der Beginn seiner Impulse!-Jahre, für viele afrikanische Staaten der Start in die Unabhängigkeit. Musikalisch war es sein ambitioniertestes Vorhaben.
Music Kolumne
Records Revisited
Björk – Vespertine (2001)
Mit »Vespertine« schien Björk Guðmundsdóttir das Versprechen ihres vorherigen Werks nicht einzulösen. Weil sie dieses Mal einen vollkommen anderen Ansatz wählte. Was »Vespertine« von 2001 zu einer ihrer besten Platten bis heute macht.
Music Porträt
Polo & Pan
Eklektisch in den Weltraum
Polo & Pan sind bereit abzuheben. Nachdem sie es mit ihrem kunterbunten Stilmix bis ins Hotelzimmer von Elon Musk schafften, blicken sie nun höheren Sphären entgegen. Die irdischen Fans beglückt das Duo derweil mit dem Album »Cyclorama«.
Music Liste
Durand Jones & The Indications
10 All Time Favs
Durand Jones & The Indications verbinden seit Ihrem Debüt vor fünf Jahren Vergangenheit und Zukunft des Genres. Jetzt erscheint ihr drittes Album »Private Space«. Zeit, um die Band nach den 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt haben.
Music Porträt
Conrad Schnitzler
Mitten im Durcheinander
Immer noch wird der 2011 verstorbene Conrad Schnitzler vor allem für seine Verbindung zu Kraftwerk oder Tangerine Dream wahrgenommen. Dabei steht sein beeindruckendes Werk genauso für sich allein, wie er Verbindungen herzustellen wusste.
Music Kolumne
Records Revisited
Main Source – Breaking Atoms (1991)
In mancher Hinsicht scheint »Breaking Atoms«, das Debüt von Main Source, ein Klassiker aus der zweiten Reihe geblieben zu sein. Doch die Produktion von Large Professor definierte einen Signature Sound für das Goldene Zeitalter des Hip-Hop.
Music Kolumne
Records Revisited
LFO – Frequencies (1991)
Die niederfrequenten Schwingungserzeuger LFO aus Leeds schufen mit »Frequencies« eines der ersten Techno-Alben. Ihre hohen Bleeps und tiefen Clonks haben Technogeschichte geschrieben. Bis heute kann, äh, muss man dazu tanzen.
Music Kolumne
Records Revisited
Funkadelic – Maggot Brain (1971)
Mit »Maggot Brain« begeben sich Funkadelic auf die dunkle Seite des Funk. Das triumphierende Lustprinzip wird mit dystopischer Eschatologie durchsetzt und stellt der Feier des Lebens eine beklemmende Endzeitstimmung zur Seite.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juli & August 2021
Hier wird nicht lange gefackelt und sogar auf halbgare UEFA-Gags wird verzichtet. Stattdessen wird im Sinne der Schallplatte gehandelt und an die 20 Vinyl-Scheiben werden zum Drehen gebracht.
Music Liste
Halbjahresrückblick 2021
50 best Vinyl Records so far
Das vergangene halbe Jahr hat gefühlt ganze fünf gedauert. Ein nie endender Winter, quälende Isolation. Und die Musik? Die lief weiter, auf unseren Plattenspielern. Diese 50 Schallplatten blieben dabei besonders im Gedächtnis.
Music Porträt
Hōzan Yamamoto
Meditation aus Improvisation
Über fünf Dekaden hinweg pushte er japanischen Jazz in spirituelle Sphären, ohne Kitsch oder Esoterik. Ansehen erntete er dafür vor allem in seiner Heimat. Bis heute gilt Hōzan Yamamotos Schaffen international als Geheimtipp.
Music Porträt
Hoshina Anniversary
Die Fusion von Techno und Jazz
Hoshina Anniversary macht Techno. Er selbst würde sich aber eher in der Nachfolge zu Jazz und traditioneller japanischer Musik verorten. Und damit ist der Tokioter nicht allein.
Music Essay
Jazz Kissa
Wo in Japan die Musik spielt
Sie bieten stilvollen Rückzug aus einer Welt, in der alle permanent hören. Und zelebrieren das Hören von Musik: Jazz Kissas sind Japans inoffizielles Kulturerbe. Der Journalist Katsumasa Kusunose dokumentiert sie nun.
Music Porträt
Hiroshi Suzuki
Der Unbekannte mit der Posaune
1976 hat der japanische Posaunist Hiroshi Suzuki ein Album aufgenommen. »Cat«, das sich weniger durch Perfektion als durch einen feinen Groove auszeichnet, ging dereinst ein wenig unter. Nun kannst du es wiederentdecken.
Music Essay
Small In Japan
Die Vinyl-Nation, die keine ist
Aufwändige Aufmachungen, audiophile Listening Bars und die meisten Plattenläden der Welt: Japan, ein Vinyl-Paradies? Jein. Das Medium spielt dort gar keine große Rolle. Unsere Kulturgeschichte der japanischen Musikindustrie.
Music Liste
Evidence
10 All Time Favs
Evidence ist Producer, Cratedigger und Rapper, und zwar einer, der in 15 Karrierejahren die Lust am Entdecken nie verloren hat. Jetzt erscheint sein Album »Unlearning Vol.1«. Wir fragten nach 10 Schallplatten, die ihn geformt haben.
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Record Store Day 2021 – 2nd Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 17.7.2021 findet nun der zweite Record Store Days in diesem Jahr statt. Auch dafür sind wieder mehrere Dutzend exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus abermals zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
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The Smiths – The Queen Is Dead (1986)
Das 1986 veröffentlichte »The Queen Is Dead« ist der Höhepunkt der nur fünf Jahre und vier Studioalben währenden Karriere der britischen Band The Smiths. Es klingt auch nach so langer Zeit noch erfrischend eigenwillig.
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Porter Ricks – Biokinetics (1996)
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Marvin Gaye – What's Going On (1971)
Muss man dies Album überhaupt in Erinnerung rufen? Eigentlich nicht. Aber man kann es immer wieder hören. Und es ist bis heute aktuell geblieben, im Guten wie im Schlechten. Marvin Gayes »What’s Going On« wird 50 Jahre alt.
Music Porträt
Seefeel
Musik im luftleeren Raum
Seefeel sind eine Zusammenkunft der Unwahrscheinlichkeiten. Seit fast 30 Jahren spielen sie zwischen den Stilen und befreit von kontemporären Referenzen. Ihr Sound ist bis heute unbegreiflich.
Music Porträt
Arsivplak
Vergangenheit, neu aufgelegt
Volga Çobans Label Arsivplak und das Edit-Projekt Arşivplak sind zwei Seiten derselben Medaille: Einerseits ist er Archivar von türkischem Funk, Disco, Pop, Rock und Jazz, andererseits wirft er ein neues Licht auf alte Klänge.
Music Kolumne
Records Revisited
Grace Jones – Nightclubbing, 1981
Nachtleben für Androiden: Grace Jones sorgte auf »Nightclubbing« mit einer der besten Rhythmusgruppen der Welt dafür, dass Reggae und New Wave im Pop der Achtziger neues Eigenleben entfalteten.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai & Juni 2021
Die eine Konstante in der Ära von Impfneid, Merzismus und Notbremsenbeef: Aigners Inventur fühlt sich vier Minuten vor Beginn der Ausgangssperre verwegen, hält sich für den Nabel der Deutschrapwelt und kopiert sich nur selbst.
Music Liste
Crumb
10 All Time Favs
Seit ihrem Debüt 2019 gelten Crumb als eines der heißesten Feuer in der Musiklandschaft. Nun ist ihr neues Album »Ice Melt« erschienen. Die Gelegenheit sie nach 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt, gebessert und gebildet haben.