Music Liste | verfasst 01.12.2020
Jahresrückblick 2020
Top 50 Albums
Sprechen wir es aus: Musik ist in Gefahr, weil sie nicht gemeinsam erlebt werden kann und weil ihre Macher*innen sich seit Monaten in einer existenziellen Krise befinden. Auf Schallplatte gab es dennoch einiges zu hören, wie diese 50 Alben.
Text Kristoffer Cornils, Christian Neubert, Maximilian Fritz, Tim Caspar Boehme, Martin Silbermann, Stefan Mertlik, Christoph Benkeser, Lars Fleischmann, Nils Schlechtriemen, Jens Pacholsky, Sebastian Hinz, Florian Aigner, Pippo Kuhzart, Steffen Kolberg, Till Wilhelm

Jahresrückblick – 2020 (01) T Seit fünf, sechs Jahren scheinen sie zum Jahresabschluss unvermeidlich: die wütenden Brandreden gegen die Gesamtscheiße. 2020 umso mehr, klar. Aber während zuvor noch jeder wütende Dezembersermon sich zum Ende hin damit herausreden konnte, dass ja immerhin die Musik Trost und Hoffnung gespendet habe und es schon weiterginge, weil es muss und weil der Beat schließlich auch kein Ende findet, wollen wir uns und euch das hier und jetzt nicht einreden. Sprechen wir es aus: Musik ist in Gefahr, weil sie nicht gemeinsam erlebt werden kann und weil ihre Macher*innen sich seit Monaten in einer existenziellen Krise befinden. Und wir alle sind müde. Die Zahlen, die Push-Notifications, das Doomscrolling – all das hat uns ermattet. Schlafen legen werden wir uns aber nicht, weil dann die Albträume kommen und nach ihnen das noch bösere Erwachen. Sprechen wir auch das aus: 2021 wird vermutlich trotz einiger Hoffnungsschimmer am Horizont erstmal nichts wesentlich besser. Womit wir dann doch bei der Musik ankommen, bei den Alben, die uns in diesem Jahr des rasenden Stillstands begleitet haben. Die uns am Morgen den Kaffee eingeschenkt und am Abend die Bettdecke bis zur Nasenspitze gezogen haben. 50 Schallplatten, die eine beschissene Welt nicht besser machen. Die uns aber vom Einschlafen abgehalten haben und das weiterhin tun. Denn wach und wachsam zu bleiben, das wird unsere Aufgabe in den kommenden zwölf Monaten und darüber hinaus sein. Kristoffer Cornils


DER VINYL-JAHRESRÜCKBLICK IM WEBSHOP VON HHV RECORDS.


Ak'Chamel, The Giver Of Illness – The TotemistVinyl LP Ak’Chamel, The Giver Of Illness – The Totemist (Akuphone)
Es wirkte morbide bis prophetisch, als Ak’Chamel im März wenige Tage vor dem europaweiten Ausbruch der Pandemie unter dem Beinamen »The Giver Of Illness« ihr bislang wirkmächtigstes Album vorlegten. Und in der Tat: Wie Propheten einer anderen Zeit, wie Botschafter vom Ende dieses Jahrhunderts klingen sie auf »The Totemist« und sehen in ihren zerranzten Kutten auch gleich noch so aus. Psilocybin-durchtränkter Avant-Folk paart sich hier mit rituellem Ambient, während du im Schwitzhüttendunst dämonische Flüstereien empfängst. Nils Schlechtriemen
 

Roy Ayers – Jazz Is Dead 002Black Vinyl LP | Evergreen Bone Vinyl LP Ali Shaheed Muhammad, Adrian Younge & Roy Ayers – Jazz Is Dead 2 (Jazz Is Dead)
Während der Aufnahmen zum Score der Netflix-Serie »Luke Cage« soll zwischen A Tribe Called Quest-Gründer Ali Shaheed Muhammad und Filmkomponist Adrian Younge der Plan entstanden sein, Jazz zu töten. Man unterhielt sich darüber, wie der perfekte Mord auszusehen habe – und entschied sich dafür, mit #JazzIsDead einen Rundruf zu starten. Am Brainstorming beteiligt: Roy Ayers, der mit »Jazz is Dead 2« alles andere als totgeweihte Fusion-Veteran. Vorläufige Diagnose: Verdacht auf Adi-Soulitas. Christoph Benkeser
 

ana roxanne - Because Of A FlowerVinyl LP Ana Roxanne – Because Of A Flower (Kranky)
Die Energiesteine sind stark in diesem Album. Es geht schon mit Ying und Yang los. Über viel Fläche, Raum und mit sakralem Stimmeinsatz macht Ana Roxanne die Musik zur Skin Care Routinen und Morning Yoga von New Yorker Interieur-Designerinnen. Wer woker ist als ich und nicht einfach nur auf Couches soweit in die Stille driften möchte wie nur möglich, findet auf »Because Of A Flower« auch noch Konzept und so Ideen zu Gender und so. Pippo Kuhzart
 

Ant Orange – You're Super In DiagonaVinyl LP Ant Orange– You’re Super In Diagonal (Karaoke Kalk)
Abgesehen von »All In«, dem ohne Zweifel Dancefloor-kompatibelsten Track, der den Club gebetsmühlenartig als Sehnsuchtsort ausweist, schlägt »You’re Super In Diagonal« weitestgehend überlegte, ruhige Töne an. Der gesichtslose Producer Ant Orange fängt die Stimmung, die die Clublandschaft 2020 umweht, damit klug und angemessen ein. Noch vor der Pandemie hätte sich wohl niemand träumen lassen, dass leiernde James-Blake-Samples über Dubstep-Beats auf Xanax dieses Jahr irgendwen hinterm Ofen hervorlocken würden. Jetzt klingen sie geradezu subversiv. Maximilian Fritz
 

Asa Tone – Temporary MusicVinyl LP Asa Tone – Temporary Music (Leaving)
Indonesien ist seit geraumer Zeit das Sehnsuchtsziel der Nerd-Kultur und Asa Tone eines der spannendsten Projekte mit Jakarta-Bezug. Melati Malay, Tristan Arp und Kaazi machen auf ihrer zweiten LP »Temporary Music« Musik, die bei Leaving genauso gut aufgehoben ist wie sie im Salon des Amateurs das Putzlicht anknipsen könnte. Zwischen bekifften Drum-Circle-Vibes, Wave-Geratter und Visible-Cloaks-ismen passiert hier so viel, dass das Hirn erst nach drei Durchläufen hinterherkommt. Aber war das je etwas Schlechtes? Nicht in unserer Welt. Kristoffer Cornils
 

Autechre – SIGNVinyl LP Autechre – SIGN (Warp)
Nach sieben Jahren in Schwarzweiß lassen Autechre wieder Farbe in den Klangraum. »SIGN« ist die konsequente Fusion der patch-schweren »NTS Session 4« mit seinen Harmonie-Restbeträgen, den tröpfelnden Sounddesignfeldern ihrer letztjährigen Live-Mitschnitte und den reduzierten Grooves ihrer rund 20 Jahre alten »EP 7«. Irgendwie eh völlig unverständlich, wie Autechre mit jedem neuen Release eine Art Best-Of ihrer Diskografie veranstalten und im selben Atemzug wieder Quantensprünge nach vorne bringen. Jens Pacholsky
 

Azu Tiwaline – Draw Me A SilenceVinyl LP Azu Tiwaline – Draw Me A Silence (IOT Records)
Hey, sprechen wir’s doch aus: Azu Tiwaline hat in diesem Jahr noch alles abgerissen. Gerade weil sie sich selbst etwas aufgebaut hat. Neben ihrer EP auf Livity Sound mit Cinna Peyghamy bot das Album »Draw Me a Silence« einen ausformulierten Klangentwurf an, der UK-Bass-Ableger mit Dub und Techno integriert und zwischendurch noch Field Recordings und Berber-Musik in diese Mischung injizierte. Eine Welt für sich und das Schöne daran: Wir alle dürfen sie betreten. Kristoffer Cornils
 

Beatrice Dillon – WorkaroundVinyl LP Beatrice Dillon – Workaround (PAN)
Eines der ersten Highlights des Jahres kam von der britischen Musikerin Beatrice Dillon. Ihr musikalischer »Workaround« präsentierte und eine Künstlerin, die mit Mark-Fell-Pattern im Kopf die Gallerie verlässt und in die Nischen des Alltags verschwindet. Das ist hochartifizielle Musik, die gleichzeitig entspannt beim Badezimmer säubern gehört werden kann. Nichts fürs Herz, aber für die klinische Reinigung super. _Sebastian Hinz
 

Blacksea Nao Maya - Maquina De Venus Blacksea Nao Maya – Maquina De Venus (Principe Discos)
Noch eine absolute Sensation und die beste Principe-Platte, in einem Jahr, in dem gefühlt zehn essentielle Principe-Platten veröffentlicht wurden: »Máquina de Vénus« von Blacksea Não Maya, die hier wie erwartet Batida, Tarraxho und Kuduro einmal auf links drehen, vor allem aber mit einem recht amerikanischen Verständnis von Reggaeton, Dancehall und Trap kreuzen und das alles immer wieder mit sehr europäischen Sub-100BPM-Techno-Sperenzien redefinieren. Florian Aigner
 

Cindy – I'm CindyVinyl LP Cindy – I’m Cindy (World Of Paint)
Hätte man Madonna in den Achtzigern mit Phuture in ein Kassettendeck gesperrt, das Tape 35 Jahre vergessen und durch Zufall in einem Kreuzberger Second Hand-Boutique für Retrosachen und Hipsterscheiß wiedergefunden, wäre die Sache für Cindy ganz schön eng geworden. Der Simulacren-Verschnitt mit Roland 303-Anleihen huscht mit dem »verschwundenen« und von Palmbomen II wiedererfundenen »I’m Cindy« zwischen »X-Files«, »Twin Peaks« und der verklärten Vergangenheits-Vorstellung durch jede Erinnerungslücke, ohne je existiert zu haben. Klare Sache, ein Fall für Scully und Mulder. Christoph Benkeser
 


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Cindy Lee – What's Tonight To EternityVinyl LP Cindy Lee – What’s Tonight To Eternity (W.25th)
Cindy Lee hatten mit »The Act Of Tenderness« schonmal ein Album gemacht, dass in Jahresendlisten gehörte. Fünf unangenehme Jahre später ist Cindy Lee nur noch einer und hat nach zwei wenig beachteten Zwischenalben des Trios richtig nachgelegt. »What’s Tonight To Eternity« konzentrierter als »Act« und zieht genauso schön runter. So könnten auch MGMT 2020 klingen: Einfach ernsthaft abgeschissen und ausgebrannt, es gibt auch kein Heroin Chic mehr, einfach nur noch Abgemagertheit von der endgültigen Unfettheit des Lebens. Pippo Kuhzart
 

CS + Kreme – SnoopyVinyl LP CS + Kreme – Snoopy (The Trilogy Tapes)
»Snoopy« von CS + Kreme ist das Album, dass mich 2020 am nachhaltigsten beeindruckt hat. Warum eigentlich? Nichts daran ist wirklich neu im Sinne von innovativ, dafür ist alles inkongruent, mitunter willkürlich, atonal. Gleichzeitig ist alles miteinander verbunden und zwar durch eine unsichtbare Eleganz, welche die Fäden zu einem undurchdringbaren aber einnehmenden Geflecht verwebt und aus deren Tiefe sich Grooves und Melodien lösen. Musik für neugierige Menschen. (Sebastian Hinz)
 

Daniel Blumberg– On&OnVinyl LP Daniel Blumberg – On&On (Mute)
In einem Jahr, in welchem die Menschheit endgültig ihre allumfassende Brüchigkeit bewies, war die lauteste Platte eine sehr leise. Daniel Blumberg machte auf »On&On« den Arthur Russell für Folk-Nerds. Verstörend-aufbauende Songabstraktionen wurden mit nasal gesungenen Lyrics aus dem Alltagsliebenleben konterkariert und irgendwann wiederholte sich nur noch alles. Ein Album, das in seiner Fragilität ein Wucht ohnegleichen transportiert. Wer bei »Pillow« noch nicht ins selbige weint, hat nix kapiert. Kristoffer Cornils
 

David Behrman, Paul Demarinis, Fern Friedman, Terri Hanlon & Anne Klingensmith – She's More WildVinyl LP David Behrmann, Paul DeMarinis, Fern Friedman, Terri Hanlon, Anne Klingensmith – She’s More Wild (Black Truffle)
High Noon im Irrenhaus, die Hühnchen sind ausgebrochen. »She’s More Wild..« ist komplett GAGA, Avantgarde-Musik auf romantisierten Vorstellungen von Saloons, keine Ahnung was es ist. Spoken Word. Bipolares Räkeln auf dem Flügel. Jenny Hval im Nachthemd. So ungefähr kommt man diesem besten aller Wahnsinns näher, den David Behrmann, Paul Demarinis, Fern Friedman, Terri Hanlon & Anne Klingensmith hier produziert haben. Pippo Kuhzart
 

dj python mas Vinyl LP DJ Python – Mas Amable (Incienso)
Auf den Namen »Mas Amable«, zu deutsch in etwa: »sanfter«, hörten die 49 locker aus dem Ärmel geschüttelte Minuten von DJ Python, konzipiert wie ein DJ-Set mit fließenden Übergängen, Spannungsbögen, Finten, durchgehendem Tempo. Einmal aufgelegt, hängst du hier also am Haken. Zudem: Krosser klangen die Schläge des »deep reggaeton« des New Yorkers selten und das Glücksgefühl, wenn sich auf dem zweiten Track »Pia« die Beats in die Musik zittern, hatte ich zuletzt 2002 bei The Remote Viewer. Sebastian Hinz
 

Ellen Fullman & Theresa Wong – HarborsVinyl LP Ellen Fullman & Theresa Wong – Harbors (Room40)
Lawrence English ist ein Menschen-Remixer und hat auch dieses Jahr wieder geliefert: Über Room40 kamen geschätzte fünfhundert geile Releases heraus, die nominell noch Musik sind und gefühlt als Krümmungen in der Raumluft sichtbar werden. Für »Harbors« hat Ellen Fullman ihr bizarres Long String Instrument singen lassen und Theresa Wong mit dem Cello geantwortet. Mal in langen Drones, mal mit verhuschten Phrasen. Klingt das flüchtig oder doch eher plastisch? Die einfache Antwort: beides. Kristoffer Cornils
 

Emily A. Sprague – Hill, Flower, FogVinyl LP Emily A. Sprague – Hill, Flower, Fog (RVNG Intl)
Wann ist endlich Ruhe? Nicht, solange man lebt. Bis dahin gibt es allenfalls Pausen, in denen sich innehalten lässt. Um Helge Schneider zu paraphrasieren: Ruhe ist nichts, was man hat, die muss man sich nehmen. Mit Emily A. Spragues elektronischen Naturmeditationen auf **"»Hill, Flower, Fog«":https://www.hhv-mag.com/de/review/11378/emily-a-sprague-hill-flower-fog gibt es dieses Jahr eines der schönsten Angebote in dieser Richtung. Melodien, fein ineinander gesponnen, sind ihre Hauptzutat. Die Welt klingt bei ihr sehr in Ordnung. Das ist nicht eskapistisch, sondern eine echte Leistung. Tim Caspar Boehme
 

Fiona Apple – Catch the Bolt CuttersVinyl 2LP Fiona Apple – Fetch The Bolt Cutters (Epic)
Von der Eigenbrötlerin zur Queen of Social Distancing in Corona-Zeiten: Fiona Apple nahm ihr fünftes Album »Fetch The Bolt Cutters« zurückgezogen bei sich zu Hause auf. Es ist herrlich unperfekt geworden, überraschend, heimelig-erdig, mit rumpeliger Percussion (Fußstampfen und – kein Witz – Hundegebeine) und langen, poetischen bis wütenden Texten über Schmerz, Trauma, persönliches Wachstum und toxische Männlichkeit. Mit ihrem Outsider-Pop hat Apple sich spätestens jetzt eine ganz eigen Nische geschaffen – ähnlich der von Tom Waits, dem sie nun auch musikalisch immer ähnlicher wird. Martin Silbermann
 

Freddie Gibbs & Alchemist – AlfredoBlack Vinyl LP | ● YellowVinyl LP Freddie Gibbs & The Alchemist – Alfredo ESGN)
Freddie Gibbs ist immer dann besonders gut, wenn er sich eine bessere Hälfte sucht. In diesem Fall findet er The Alchemist mit seinen butterweichen Loops. Die Atmosphäre schwankt zwischen Leinenhosen auf der Yacht und bittersüßer Melancholie. Lyrisch größtenteils im Bragging & Boasting unterwegs, verzichtet Freddie auf eingängige Hooks und komplexe Drumpatterns, nebenbei liefert Tyler, the Creator einen der schönsten Parts seiner Laufbahn ab. Sonnenschein nach Wolkenbruch, wie Katharsis. Till Wilhelm
 

Future – High Off LifeVinyl 2LP Future – High Off Life (Epic)
Dass man von Future außerhalb seiner Mask-On-Kampagne auch dieses mal wieder relativ wenige gesamtgesellschaftliche Zusammenhänge erklärt bekommt, verwundert niemanden. Wäre auch seltsam, besteht doch Futures Kernkompetenz nach wie vor in gnadenlosem Egozentrismus. »High Off Life« erhält also ebenfalls den selben unreliablen, emotional instabilen Ich-Erzähler, den Future vor fast einem Jahrzehnt erschaffen hat, nur dass er 2020 noch ein wenig verlorener, noch abgestumpfter, noch leerer wirkt und damit natürlich der perfekte Avatar für dieses toxische Klima bleibt. Florian Aigner
 


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Haiyti – Sui SuiVinyl LP Haiyti – Sui Sui (Haiyti)
Mit »Montenegro Zero« von 2018 fand Haiyti über die Smartphones der Cloud-Rap-Fans hinaus Gehör. Selbst Thees Uhlmann coverte einen ihrer Songs. Der von ihr vielbesungene Luxus war plötzlich real. Auf ihrem vierten Album **"»Sui Sui«":https://www.hhv-mag.com/de/review/11180/haiyti-sui-sui trägt die Hamburgerin statt Abendkleid wieder Trikots französischer Fußballmannschaften. Die Produktionen klingen roher als zuletzt. Räuberpistolen und Straßenrap mischt die 27-Jährige mit Pop, Avantgarde und Dadaismus. So zielsicher klang Haiyti nie. Stefan Mertlik
 

Jackboys – JackboysVinyl LP Jackboys – Jackboys (Epic)
Bah ey, Rap-Label-Compilations. Historisch meistens whack. Aber Travi$ Scott gelingt aktuell einfach alles außer sein Halloween-Kostüm. Der verpillte Trap-Western-Trademark-Sound, den Scott mit »Highest In The Room« in die Charts brachte, ist der musikalische Rahmen für »Jackboys«. Darauf wird dann u.a. der einzige Mensch losgelassen, der unbedingt für immer das berühmte Tropical-Thunder-Zitat ignorieren darf. Randnotiz: Bitte, es muss jetzt aufhören mit diesen ganzen Gunna-Epigonen. Pippo Kuhzart
 

Jeff Parker – Suite For Max BrownBlack Vinyl LP | ● Yellow Vinyl LP Jeff Parker – Suite for Max Brown (International Anthem)
Das Chicagoer Label International Anthem hat in diesem Jahr seinen Plan überfüllt. In diese Liste hätte genauso gut Alabaster DePlume mit »To Cy & Lee: Instrumentals Vol.1« oder Rob Mazurek’s Exploding Star Orchestra mit »Dimensional Stardust«. Auch Irreversible Entanglements, Makaya McCraven, Carlos Niño & Miguel Atwood-Ferguson und wen auch immer ich jetzt vergessen habe, sie alle waren mit guten Releases vertreten und das die Wahl an dieser Stelle stellevertretend an Jeff Parker und »Suite for Max Brown« geht, liegt schlicht daran, dass auf diesem Album jede Facette der anderen genannten Alben auch zu hören ist, von freifließendem Jazz, zu den Hip-Hop erweichenden Breaks, Philly-Streichern, den Schulterschluss mit elektronischer Musik, alles drin. Kannst du blind einpacken und zu Weihnachten verschenken. Sebastian Hinz
 

Kamaal Williams – Wu HenBlack Vinyl LP | ● Silver Vinyl LP | ● RedVinyl LP Kamaal Williams – Wu Hen (Black Focus)
Ob zur Afterhour oder beim Weihnachtsdinner mit den Schwiegereltern – »Wu Hen« deckt alle Bedürfnisse ab, die man zwischen zwölf und 92 Gläschen Birnenschnaps unterm Weihnachtsbaum entwickelt, ohne zu wissen, dass man sie entwickelt hat. Kamaal Williams lässt das Saxophon ganz säkular über Funk husten, spielt die Soul-Klaviatur auf den schwarzen Tasten und greift in der Elektronik-Abteilung zu den Relais-Schaltungen. Kurzschlussalarm! _Christoph Benkeser
 

Laurine Frost – LenaVinyl LP Laurine Frost – LENA (Lyka)
Jazz? Electronica? Dub-Meditation über Dostojevskis Kurzgeschichte »The Dream Of A Ridiculous Man« und den Tod des eigenen Vaters? Laurine Frost schafft auf »LENA« ein komplexes Portrait aus grummeligen Subbässen, verträumten Synthspuren und synkopaken Rhythmusexkursen, die stets luftig bleiben und vorwärts grooven. Ein skurriles, reduziertes und zugleich verzauberndes Werk in 13 Szenen, das sich Trends und Zuordnungen konsequent entzieht und trotzdem verdammt zeitgemäß klingt. Jens Pacholsky
 

Low Budget Aliens – Junk DNAVinyl LP Low Budget Aliens – Junk DNA (xpq?)
Mit xpq? haben D. Tiffany and Special Guest DJ der Welt ein Label geschenkt, von dem niemand wusste, dass es gebraucht wird und das mit nur vier Releases mehr als essentiell geworden ist. Low Budget Aliens (lol) schiebt mit seinem Debütalbum »Junk DNA« noch so ziemlich jedes Subsubgenre des Hardcore Continuums durch den Mixer und heraus kommt als das, was SND über all die Rumintellektualisiererei nie gelungen ist: Hirnstimulanz mit Wadenkrampf. Nimm das, Breakbeat-Revival! Kristoffer Cornils
 

Manonmars – In ColourVinyl LP ManonMars – In Colour (Young Echo)
Kaum ein anderes Land wurde im Jahr 2020 dermaßen doll gefickt wie Großbritannien, aber Bristol macht Hoffnung. Als ManonMars hat Jack Richardson schon 2018 auf Young Echo reüssiert, »In Colour« inszeniert seinen Deadpan-Rap auf kargen Beats, die nicht selten in Vaporwave-Geschwindigkeit vor sich hinsuppen. Zwischen Rhymes und Rhythmus entsteht so die Spannung, die in diesem Jahr alle gefühlt haben und die doch nirgendwo besser in Worte gefasst wurde als in Bristol, auf Young Echo, durch ManonMars. Kristoffer Cornils
 

Moor Mother – Circuit CityVinyl LP Moor Mother – Circuit City (Don Giovanni)
Natürlich ist »Circuit City« ein opus magnum, in dieser Liste aber auch simples pars pro totum für all das, was Camae Ayewa in diesem Jahr geleistet hat. Hier ein Live-Album, dort eine Kollabo-EP mit Yatta, eine Uneasy-Listening-Platte für Schreibwütige sowieso und zwischendurch noch eine Single für Sub Pop – von ihren Aktivitäten mit Irreversible Entanglements und anderen mal abgesehen. 2020 war also das mindestens fünfte Moor-Mother-Jahr in Folge und das ist selbst ein überwältigendes Future-Jazz-Hörspiel über strukturelle Ungerechtigkeiten eben nur die Spitze des Eisbergs. Kristoffer Cornils
 

Museum Of no Art – Museum Of No ArtVinyl LP Museum Of No Art – Museum Of No Art (Séance Centre)
Wenn die Sängerin von Me Succeeds macht jetzt schon New-Age-Mucke macht, können wir den Hype für beendet erklären. Oder? Von wegen. Als Museum Of No Art widmet sich Mona Steinwidder auf ihrem selbstbetitelten Debütalbum für Séance Centre – sprich, der absoluten richtigen Adresse – jedem noch so spinnerten Klischee von synthetischer Räucherstäbchenmusik und tut das dermaßen unprätentiös und unbekifft, dass dabei wirklich etwas Großes bei herumkommt. Die Reissue-Platte 2020, die gar keine ist. Bitte hypen Sie hart. Kristoffer Cornils
 

Nazar – GuerillaVinyl LP Nazar – Guerilla (Hyperdub)
Wo gehobelt wird, fallen Spähne, right? Gerade wenn es um systemrelevante Assets aus Afrika geht, können also nicht dauernd Menschenrechte eine Rolle spielen – oder willst du etwa vierstellige Beträge für das nächste iPhone hinblättern? Als ob. Nazar hat als Kind in Angola erlebt, was den Westen eher antreibt: Hegemoniale Ansprüche. Und milliardenschwere Waffendeals. »Guerrilla« schießt dir das großformatige Panorama eines failed state dank robotisierter Kuduro-Beats, greller Synthstabs und krachendem Endzeitduktus so viszeral ins Hirn, dass es nach einer Dreiviertelstunde alles an vermeintlicher Banalität verloren hat. Nils Schlechtriemen
 


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Nick Klein – No Shortage Of RopeVinyl LP Nick Klein – No Shortage Of Rope (Alter)
Für Freunde von Container, Shit And Shine, Powell, also dreckigen, noisy »Outsider-House« gab es in diesem Jahr auf Luke Younger’s Alter Records »No Shortage Of Rope« von Nick Klein. Der »kleine Nick« legte dann Ende des Jahres sogar noch ein weiteres Album auf Joachim Nordwall’S iDEAL Recordings nach, was ihn und seine Musik sozusagen adelt. Das ist verspielte und verspulte Tanzmusik für Hüftkranke und Gelenkrheumatiker. Also genau die Musik, die ich mir schon mal fürs Altenteil zurücklege, um mich jung zu fühlen. Sebastian Hinz
 

Nídia – Nao Fales Qua A MentesVinyl LP Nídia – Não Fales Nela Que A Mentes (Príncipe Discos)
Nídia macht kurzen Prozess und zwar mit allem. Ihr zweites Album »Não Fales Nela Que A Mentes« schraubt den Kuduro-Sound ihres Labels Príncipe Discos auf Tarraxo-Geschwindigkeit herunter und fährt mit jeder der zehn Nummern den Pokal in unter dreieinhalb Minuten nach Hause. Dass ein paar Stücke das Wort »Rap« im Namen tragen, soll bitte auch als Aufforderung verstanden werden. Denn so überwältigend Nídias Musik auch ist, ließe sie allemal Raum genug für ein paar 16er. Kristoffer Cornils
 

Nihiloxica – KaloliVinyl LP Nihiloxica – Kaloli (Crammed Disc)
Womöglich haben sich die ersten Homo Sapiens tatsächlich von Uganda ihren Weg nach Norden und über das Horn nach Arabien und die ganze Welt gebahnt. Ganz sicher haben sich aber die Trommeln des Nilotika Cultural Ensembles zusammen mit den Tönen der Engländer Spooky J und pq von Kampala mit Marabu-Flügeln durch die Welt gefräst. Das ist vielleicht nicht ganz so wichtig gewesen, wie die Fortentwicklung des Ur-Menschen, hat aber einiges mehr an Spaß bereitet – so after all. Lars Fleischmann
 

Omar-S – You WantVinyl 4LP Omar-S – You Want (FXHE)
»You Want« ist das geilste Omar-S-Album des Jahres, das nicht das Wort »Fuck« im Titel trägt. Sicherlich, AOS’ Abrechnung mit Resident Advisor war selbst im Bizarro-Jahr 2020 einer der irrwitzigsten Dance-Music-Momente, aber die megalomanische Vierfach-LP aus dem Frühjahr bietet schlicht das hirnrissige Understatement, die Samples und die richtige John-FM-Dosierung, die eine Platte von Omar-S heutzutage wirklich braucht. Und wer nicht in »A Toast to Momma Rose« Trost finden konnte, sollte das spätestens jetzt nachholen. Kristoffer Cornils
 

Oumou Sangare – Acoustic Vinyl LP Oumou Sangare – Acoustic (No Format)
Auf »Mogoya« (2017), an dem unter anderem der im Frühjahr verstorbene Schlagzeuger Tony Allen mitwirkte, kleidete die malische Diva Oumou Sangare ihre Songs in einen moderneren Sound. Nun hat sie das Album mit unverstärkter Band komplett neu aufgenommen. Die Texte ihrer Songs, die nicht zuletzt Frauen empowern sollen, muss man nicht zwingend verstehen, um von der enormen Energie dieser großen Sängerin hingerissen zu sein, deren Stimme »Acoustic« (No Format) eindrücklich dominiert. Andreas Schnell
 

Pole – FadingVinyl LP Pole – Fading (Mute)
Fünf Jahre lang hat Stefan Betke nur wenig von hören lassen und dann kommt erst die massive Retrospektive seines Frühwerks und schließlich ein Album, das in seiner Thematik extrem 2011 daherkommt: Ums Vergessen geht es auf »Fading«. Betke weiß das aber produktiv umzusetzen und damit Pole nicht nur anders klingen zu lassen als alle Chefhauntolog*innen dieser Welt, sondern auch als viel seiner eigenen Musik bisher. Weniger Raum, mehr Wirkung: Das ist Pole 2020 gewesen und das mächtige »Fading« damit allemal sehr nah am Puls der Zeit. Kristoffer Cornils
 

Pontiac Streator – Triz:Vinyl 2×12inch Pontiac Streator – Triz (Motion Ward)
Schlammschlacht in der Redaktionssitzung: Welche Ruckel-Ambient-Platte macht das Rennen? Zur Auswahl: ULLA und Pontiac Streator, selbst schon zusammen im Studio gewesen und nun in Konkurrenz zueinander stehend. Fair? Voll nicht. Das Rennen hat trotzdem der eine gemacht und nicht nur, weil die Platte der anderen sowieso nach zwei Sekunden ausverkauft war, sondern weil er seinem Klangteppichsound auch etwas mehr Farbenfreude eingeimpft hat. Das brauchte es in diesem Jahr, sagt die Redaktion, vertreten von Kristoffer Cornils
 

Pop Smoke – Meet The Woo 2Vinyl 2LP Pop Smoke – Meet The Woo 2 (Victor)
Selbst eine 8jährige im tiefsten Allgäu hat dieses Jahr Pop Smoke gehört. Ganz Deutschrap-Land wollte dieses Jahr klingen wie er. Pop Smoke, Pop Smoke, Pop Smoke, auf Youtube, auf Instagram, auf TikTok, auf deiner Mudderalder. Aber ist auch einfach unwiderstehlich brachial. Bluthund-Musik, Prime-DMX und Prime-Movado zusammen in der Shooting Range mit deinem Kopf nur für Target Practice. Nach »Meet The Woo 2« und für 2021 bleibt zu hoffen, dass man dieses riesige Talent dann aber bitte in Frieden Ruhe lässt. Pippo Kuhzart
 

Pretty Sneaky – Pretty SneakyVinyl 2LP Pretty Sneaky – Pretty Sneaky (Label)
Pretty Sneaky bleibt/bleiben (?) ein unbeschriebenes Blatt, auch im Albumformat auf Mana. Besser noch als auf den diversen White Label Maxis wird hier einmal alles zwischen schwerstgebluntetem Waterdrum-Ambient, Chain Reaction Drones, zartem House und subbassigen, gebrochenen Beats auf vier Endlosstücke verteilt. Nach wie vor keine Ahnung wer dahinter steckt, aber in den besten Momenten knöpft das nahtlos an die größten Momente von Torsten Pröfrock an, zumindest Prä-T++. Florian Aigner
 

Run The Jewels – RTJ4Neon Magenta & Clear Vinyl 2LP | ● Magenta Vinyl 2LP | ● Neon Magenta & Gold Vinyl 2LP | Run The Jewels – RTJ4 (Label)
El-P und Killer Mike sind längst zu einem Superhelden-Franchise geworden, das auch außerhalb des Rap-Lagers in Dolby-Surround goutiert wird. Doch während sich meist sogar die besseren Superheldenepen nach drei Episoden auserzählt haben, ist bei Run The Jewels noch lange kein Reboot fällig. Kein Wunder, will man meinen, haben sich die thematischen Herzensangelegenheiten von Jamie und Mike – die liebgewonnenen und die verhassten – doch keineswegs verflüchtigt. Und so werden die beiden auch auf »RTJ4« nicht müde, wuchtige Worte und Sounds nebst Mitstreitern für ihren Tanz auf ausbrechenden Vulkanen zu finden – und auf der Bildebene zu füttern. Christian Neubert
 


DER VINYL-JAHRESRÜCKBLICK IM WEBSHOP VON HHV RECORDS.


Sault – Untitled (Rising)	Vinyl LP Sault – Untitled (Rise) (Forever Living Originals)
»Untitled war diesen Sommer der Schlag aus dem Nichts, die unmittelbare Umwandlung der Wut in Trotz und Stolz, die Black Lives Matter in angemessener Weise würdigte. Im Herbst gehen Sault mit *»Untitled (Rise)«** über dieses Unmittelbare hinaus: Sie zelebrieren Hoffnung und Lebendigkeit, wo alles von Hass zersetzt scheint. Damit schlägt die anonyme Gruppe einen Bogen in die frühen Siebziger, als schwarzes Empowerment zuletzt von einem so universellen und mitreißenden Vibe begleitet wurde. Steffen Kolberg
 

Shabaka & The Ancestors – We Are Sent Here By HistoryVinyl LP Shabaka & The Ancestors – We Are Sent Here By History (Impulse!)
Mit seinen Fingern ist Shabaka Hutchings nicht nur schnell an Sax und Klarinette, sondern zwischenzeitig auch in ein halbes Dutzend hochkarätiger Jazzprojekte verwickelt – die meisten davon hat er entweder maßgeblich geprägt oder gegründet. Dass »We Are Sent Here By History« rückblickend den Beginn seiner kreativen Hochphase markieren wird, ist aber jetzt schon absehbar. Spiritual Jazz hat seit den Coltranes und Pharoah Sanders nicht mehr so aufrichtig vor subversiver Energie gestrotzt. Nils Schlechtriemen
 

Shinichi Atobe – YesVinyl LP Shinichi Atobe – Yes (DDS)
Das House-Album des Jahres liefert wieder mal Shinichi Atobe. Immer wenn der Japaner, der das Rampenlicht beständig meidet, dem britischen Duo Demdike Stare eine CD mit neuen Tracks schickt, steht potenziell Großes in den Startlöchern. »Yes« bildet da keine Ausnahme; auf sieben Tracks zelebriert Atobe Deep House auf eine ungemein angenehm produzierte, filigrane Art. Selbst die kleinsten Bestandteile der Tracks greifen reibungslos ineinander, ein unnachahmlich federnder Groove trübt die Zeitwahrnehmung immer wieder aufs Neue. Musik, die sich nicht aufdrängt und in deren Kosmos Worte wie Aufmerksamkeitsökonomie nicht existieren. Maximilian Fritz
 

Simo Cell & Abdullah Miniawy – Kill Me Or NegotiateVinyl LP Simo Cell & Abdullah Miniawy – Kill Me Or Negotiate (BFDM)
Es wirkt fast so, als hätte die komplette Dance-Szene mit 140+ bpm Anlauf genommen, um mit voller Wucht an die Wand zu schmettern. Produzent Simo Cell und Sänger Abdullah Miniawy sind die Typen, die die Scherben zusammenfegen und nochmal alles vom Hardcore Continuum ausgehend neu zu konstruieren. Spartanischer könnte dieses Kürzestalbum nicht sein, sein Impact aber auch nicht maximalistischer. Alles voller Bruchkanten, überall ein klammes Mangelempfinden spürbar, im Gesamten also das Gegenteil von Overload – und dennoch oder gerade deswegen absolut überwältigend. Kristoffer Cornils
 

Sophia Loizou – UntoldBlack Vinyl LP | ● Blue Vinyl LP Sophia Loizou – Untold (Houndstooth)
Dass Sophia Loizou bei Houndstooth bestens aufgehoben ist, war schon länger klar. »Untold« ist nun der scheppernde Beweis dafür, dass sie den dunkelbunten Dance-Abstraktionen des Labels um ein paar Facetten ergänzen kann. Da rasen Jungle-Breaks durch knusprige Soundscapes, lässt die Isländerin ihre Stimme durch den Mix mäandern und dreht am Ende noch die Streicher rein. Scheiße, was geht denn hier ab? Weiß danach wirklich niemand, nur die Marschrichtung ist klar: immer nach vorne und niemals zurück. Kristoffer Cornils
 

Sun Ra Arkestra – SwirlingBlack Vinyl LP | ● Clear Vinyl LP | ● Gold Vinyl LP Sun Ra Arkestra – Swirling (Strut)
Dass Arkestra-Chef Marshall Allen mit 96 Lenzen gerade auf Betriebstemperatur kommt, hängt entweder mit den gen-mutierten Maismischungen in seiner Heimat Louisville, Kentucky zusammen. Oder mit der der Tatsache, dass Sun Ra sich gar nicht zum Saturn aufgemacht hat, sondern in Allens Körper weiterlebt. Beides möglich, aber wie immer, wenn das Sun Ra Arkestra ruft, folgt man brav und wird auf »Swirling« mit einer Nachhilfestunde in Kosmologie, Sternenkunde und Prä-Astronautik belohnt. Christoph Benkeser
 

The Chi Factory – Travel In PeaceVinyl LP The Chi Factory – Travel In Peace (Astral Industries)
Kaum einer hat nach der Jahrtausendwende das New-Age-Erbe in ähnlicher Weise von Esokitsch und dem Spießertum rasch gealterter Hippies entschlackt, wie der Niederländer Jacobus Derwort. Zusammen mit Hanyo van Oosterom bastelte er ab Mitte der Achtziger einige der schönsten Meditationssoundtracks, die es im Abendland je gegeben hat – ertrunken in sphärischen Synthozeanen, beatmet durch tribalen Ambient und delikateste Field Recordings. “»Travel In Peace«:https://www.hhv-mag.com/de/review/11051/the-chi-factory-travel-in-peace ist van Oosteroms abschließende Verneigung vor der künstlerischen und menschlichen Größe seines Freundes, der 2019 die Reise ins nächste Leben antrat.Nils Schlechtriemen
 

Theo Parrish – WuddajVinyl 3LP Theo Parrish – Wuddaji (Sound Signature)
Theo Parrish hat wieder Bock. Nicht, dass er jemals keinen Bock gehabt hätte, auf »Wuddaji« ist es dem Sound-Signature-Betreiber aber wieder anzuhören. Theo Parrish hat aber auch die Schnauze voll. Wovon, können sich alle denken, die in den letzten paar hundert Jahren mal die Nachrichten aus den USA gelesen haben. Auch das fließt in diese massive Dreifach-LP ein, die mit einem Streich schwarze Musikgeschichte rekapituliert und zwischen spröden Drummachine-Workouts und saftiger Samplelei neue Visionen für die Zukunft formuliert. Kristoffer Cornils
 

vladislav delay sly & robbieBlack Vinyl LP Vladislav Delay + Sly & Robbie – 500 Push-Up (Sub Rosa)
Reist ein Finnländer nach Kingston und statt einer erlösender Pointe steht am Ende ein Album, wie es sich doch niemand hätte erträumen können. Vladislav Delay trifft auf das Rhythmusduo der jamaikanischen Dub- und Reggae-Szene, Sly & Robbie, und die drei jammen sich quicksilbrige Tracks, die auf »500 Push-Up« den Mille-Plateaux-Backkatalog durch den Black-Ark-Fleischwolf drehen. Musik, die sich niemand ausdenken kann, und deshalb im transkulturellen Austausch einfach gemacht werden musste. Danke dafür. Kristoffer Cornils
 

William Basinski - LamentationsBlack Vinyl LP | ● BronzeVinyl LP William Basinski – Lamentations (Temporary Residence
Was ist ein Loop? Neben der manifesten ewigen Wiederholung des Gleichen ist es auch ein Sprung in der Erinnerung, etwas, das man einfach nicht loswird oder nicht loslassen kann. Dass der Loop-Meister William Basinski seine jüngste Sammlung von zwölf Schleifen mit teils jahrzehntealtem Archivmaterial »Lamentations« genannt hat, passt da ganz gut. Mit jeder Repetition ändert sich zwar etwas im Gehörten, doch es insistiert zugleich. Diese Beharrungskräfte sorgen für feine Spannung in der Monotonie. Tim Caspar Boehme
 


DER VINYL-JAHRESRÜCKBLICK IM WEBSHOP VON HHV RECORDS.

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Entwaffnend schön: Norman Westberg, Gitarrist auf den meisten von unzähligen Werken der Swans, hat mit »13« sein Solodebüt veröffentlicht.
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Die Spannung, die zwischen Unruhe und Gelassenheit entsteht, ist das große Geheimnis von Chris Abrahams. Auch auch »Fluid To The Influence«.
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Erstmals veröffentlicht The Bug ein Album als Kevin Richard Martin. Das macht Sinn, denn »Sirens« ist ein sehr persönliches Statement.
Music Liste | verfasst 15.10.2013
DJ Olive
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Wir fragen Musiker nach 10 Tracks, durch die sie geformt, gebessert und gebildet wurden und bitten sie diese Auswahl zu kommentieren. Diesmal hat sich der New Yorker Klangkünstler DJ Olive bereiterklärt, uns seine Auslese vorzuzeigen.
Music Review | verfasst 16.11.2016
Rider Shafique
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Rider Shafiques EP »I-Dentity« enthalt keine Hits, sie wird nicht im Club gespielt werden. Sie schaut dich aber fest an.
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Dust Lane
Tiersen schafft auf mit Dust Lane mit analogen vintage Synthezisern ein episches Album zwischen Folk, Filmmusik und Rock.
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Lebt die Rockmusik noch? Die Briten S.C.U.M. versuchen neue Akzente zu setzen und ringen um eine Wiederbelebung.
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Vince Clark und Martin Gore finden nach 30 Jahren und zwei erfolgreichen Weltkarrieren wieder zueinander. Und sie produzieren: House!
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Auf »Lights Out« werden die ganz großen Gefühle ausgepackt und in wundervoll melancholisch wie intimen Songs gemeinsam besungen.
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Music Review | verfasst 20.04.2012
VCMG
Ssss
Zwei Urgesteine des Synthpop schließen sich wieder zusammen und frönen ihrer Liebe zum Techno.
Music Review | verfasst 11.06.2012
Liars
WIXIW
Nach den letzten beiden fast schon rockistischen Werken ist »WIXIW« nun Liars’ Dance-Album geworden.
Music Review | verfasst 29.08.2012
Yeasayer
Fragrant World
Yeasayer verdichten ihren Sound auf »Fragrant World« und schnüren sich dabei selbst die Luft ab.
Music Review | verfasst 14.09.2012
Land Observations
Roman Roads IV-XI
Der Brite James Brooks hat als Land Observations acht stimmungsvolle Meditationen komponiert.
Music Review | verfasst 15.11.2012
Crime and the City Solution
An Introduction To... A History Of Crime 1987-11
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Music Review | verfasst 28.01.2013
Laibach
An Introduction to… Laibach
Innerhalb der »An Introduction to…«-Reihe von Mute ist nun eine 15 Tracks starke Werkschau der slowenischen Band Laibach erschienen.
Music Review | verfasst 02.04.2013
Apparat
Krieg und Frieden
Sascha Ring wagt sich mit »Krieg und Frieden« auf ganz neues Terrain vor und komponierte Musik für ein Theaterstück.
Music Review | verfasst 18.10.2013
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Liars
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Zwischen den Stühlen: Die Liars pendelten schon immer zwischen Punk und Kunst, Anspruch und Rotz. »Mess« ist nur die erneute Bestätigung.
Music Review | verfasst 15.05.2014
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Ein Album zum Zerschmettern von Knochen: Swans machen mit »To Be Kind« da weiter, wo sie mit »The Seer« aufgehört haben.
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»Aurora« von Ben Frost ist kein einfaches Album. Dafür steckt hier hinter Krach und Stille aber pure Schönheit.
Music Review | verfasst 23.07.2014
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CI
Carsten Nicolai und Olaf Bender liefern als Diamond Version für Mute Records ein standesgemäßes Electropop-Album ab.
Music Review | verfasst 30.07.2014
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Über fünf Dekaden hinweg pushte er japanischen Jazz in spirituelle Sphären, ohne Kitsch oder Esoterik. Ansehen erntete er dafür vor allem in seiner Heimat. Bis heute gilt Hōzan Yamamotos Schaffen international als Geheimtipp.
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Sie bieten stilvollen Rückzug aus einer Welt, in der alle permanent hören. Und zelebrieren das Hören von Musik: Jazz Kissas sind Japans inoffizielles Kulturerbe. Der Journalist Katsumasa Kusunose dokumentiert sie nun.
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Der Unbekannte mit der Posaune
1976 hat der japanische Posaunist Hiroshi Suzuki ein Album aufgenommen. »Cat«, das sich weniger durch Perfektion als durch einen feinen Groove auszeichnet, ging dereinst ein wenig unter. Nun kannst du es wiederentdecken.
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Evidence ist Producer, Cratedigger und Rapper, und zwar einer, der in 15 Karrierejahren die Lust am Entdecken nie verloren hat. Jetzt erscheint sein Album »Unlearning Vol.1«. Wir fragten nach 10 Schallplatten, die ihn geformt haben.
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Am 17.7.2021 findet nun der zweite Record Store Days in diesem Jahr statt. Auch dafür sind wieder mehrere Dutzend exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus abermals zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
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Das 1986 veröffentlichte »The Queen Is Dead« ist der Höhepunkt der nur fünf Jahre und vier Studioalben währenden Karriere der britischen Band The Smiths. Es klingt auch nach so langer Zeit noch erfrischend eigenwillig.
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Als Porter Ricks im Jahr 1996 das Album »Biokinetics« veröffentlichten, handelte es sich um mehr als nur eine um Zusatzstücke erweiterte Sammlung ihrer ersten 12inches. Sondern um den utopistischen Versuch, Dub Techno weiterzudenken.
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Peter Adarkwah ist der Grund, warum manches Life durch J Dilla gechanged wurde, das Roy Ayers einen zweiten Frühling erlebt hat und das japanische Jazz-Alben von Pitchfork rezensiert werden. In anderen Worten: BBE Music wird 25 Jahre alt.
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12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 12.6.2021 findet nun der erste von zwei Record Store Days in diesem Jahr statt. Allein dafür sind wieder mehrere hundert exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
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Guest Mix
»Terrain« heißt das neue Album der britischen Band Portico Quartet, dass in diesen Tagen auf Gondwana Records veröffentlicht wurde. Für uns hat Jack Wyllie von Portico Quartet in einem exklusiven DJ-Mix 60 Minuten Musik zusammengestellt.
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SSIEGE
Suche nach dem Endlosloop
Dicht gedrängt wandeln die Produktionen von SSIEGE an den Übergängen der Jahreszeiten und verschwimmen in ultragesättigten Bildern. Mit ihnen erzählt der Italiener ohne großes Brimborium von Träumen, die sich immer weiter wiederholen.
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Marvin Gaye – What's Going On (1971)
Muss man dies Album überhaupt in Erinnerung rufen? Eigentlich nicht. Aber man kann es immer wieder hören. Und es ist bis heute aktuell geblieben, im Guten wie im Schlechten. Marvin Gayes »What’s Going On« wird 50 Jahre alt.
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Seefeel
Musik im luftleeren Raum
Seefeel sind eine Zusammenkunft der Unwahrscheinlichkeiten. Seit fast 30 Jahren spielen sie zwischen den Stilen und befreit von kontemporären Referenzen. Ihr Sound ist bis heute unbegreiflich.
Music Porträt
Arsivplak
Vergangenheit, neu aufgelegt
Volga Çobans Label Arsivplak und das Edit-Projekt Arşivplak sind zwei Seiten derselben Medaille: Einerseits ist er Archivar von türkischem Funk, Disco, Pop, Rock und Jazz, andererseits wirft er ein neues Licht auf alte Klänge.
Music Kolumne
Records Revisited
Grace Jones – Nightclubbing, 1981
Nachtleben für Androiden: Grace Jones sorgte auf »Nightclubbing« mit einer der besten Rhythmusgruppen der Welt dafür, dass Reggae und New Wave im Pop der Achtziger neues Eigenleben entfalteten.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai & Juni 2021
Die eine Konstante in der Ära von Impfneid, Merzismus und Notbremsenbeef: Aigners Inventur fühlt sich vier Minuten vor Beginn der Ausgangssperre verwegen, hält sich für den Nabel der Deutschrapwelt und kopiert sich nur selbst.
Music Liste
Crumb
10 All Time Favs
Seit ihrem Debüt 2019 gelten Crumb als eines der heißesten Feuer in der Musiklandschaft. Nun ist ihr neues Album »Ice Melt« erschienen. Die Gelegenheit sie nach 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Scotch Rolex – Tewari
Ist es Hip-Hop? Ist es Metal? Ist es Dancehall? Ist es Musik, die du nicht raffen wirst? Ist es unfair, dass die Clubs geschlossen sind? Unsere Vinyl-Sprechstundler gehen gleichermaßen clubhorny wie verstört aus DJ Scott Rolex’ »Tewari«.
Music Interview
Adrian Younge
Sonische Geschichtsstunde
Mit »The American Negro« beginnt ein neues Kapitel in der Arbeit von Adrian Younge. Sie ist frontaler, politisch aufgeladener und selbstsicherer. Er will lehren. Wir hatten die Gelegenheit zu einem ausführlichem Interview.
Music Liste
Leon Vynehall
10 All Time Favs
Mit seinem neuen Album »Rare, Forever« setzt der britische Produzent Leon Vynehall den Weg fort, den er mit »Nothing Is Still« begonnen hat. Uns verrät er heute 10 Schallplatten, die ihn geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
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Gil Scott-Heron – Pieces Of A Man (1971)
Man nannte ihn den »Godfather of Hip Hop«, weil er über Drogen, Rassismus und die Divided States of America textete. Mittlerweile ist das erfolgreichstes Album von Gil Scott-Heron 50 Jahre alt – und aktueller denn je.
Music Kolumne
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Deftones – White Pony (2000)
Die im Juni 2000 veröffentlichte LP »White Pony« wurde deshalb zu einem dermaßen bahnbrechenden Album, weil sich die Deftones darauf erstmals als die Zitationsmaschine in Szene setzen, die sie eigentlich immer schon gewesen waren.
Music Liste
Jenn Wasner (Flock Of Dimes)
10 All Time Favs
Mit ihrem Soloprojekt Flock of Dimes hat Jenn Wasner gerade ihr persönlichstes und zugleich substanziell weitreichendstes Album vorgelegt. Wir baten die Musikerin uns 10 Schallplatten zu nennen, die sie geformt, gebessert, gebildet haben.
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Gondwana Records
Seele und Charakter
Als DJ und Musiker wurde Matthew Halsall zum Labelbetreiber. Ausgehend von einem lokalen Fokus auf die Jazzszene Manchesters hat der Trompeter seinem Label Gondwana mittlerweile eine recht internationale Ausrichtung gegeben.
Music Kolumne
Records Revisited
Busta Rhymes – The Coming (1996)
Als vor 25 Jahren »The Coming« erschien, war Busta Rhymes kein Unbekannter mehr. Sein Solodebüt mit dem Hit »Woo Hah!! Got You All In Check« machte ihn zu einem der größten Rapstars seiner Zeit. Wie klingt das Album heute?
Music Kolumne
Records Revisited
Yellow Magic Orchestra – BGM (1981)
Winke für die Zukunft: Die japanischen Synthesizerzauberer des Yellow Magic Orchestra entwarfen auf ihrem vierten Album »BGM« eine Background Music für nachfolgende Generationen.
Music Kolumne
Records Revisited
Coil – Love's Secret Domain (1991)
Techno ist es nicht – doch hinterließ »Love’s Secret Domain« tiefe Furchen in der Clubmusik der 1990er Jahre und markierte für Coil jenen Wendepunkt, ab dem ihr Wirken eine neue Richtung einschlug. Das Projekt hätte es fast zerrissen.
Music Porträt
Die P
Die Messlatte höher legen
Sie ist das erste Signing des All Female*-Labels 365xx Records und veröffentlicht dieser Tage ihr Debüt »3,14«. Für Die P ist die Golden Era schlicht nachhaltig, Competition ist für sie Ansporn, besser zu werden. Ihr Ziel: Zeitlosigkeit.
Music Porträt
Important Records
Deep Listening Forever!
Ob Pauline Oliveros, Éliane Radigue, Alina Kalancea oder Caterina Barbieri: Seit 20 Jahren ist Important Records wie ein gut bestückter Plattenladen für aufregende Sounds – die beste Anlaufstelle für Musik, die intensiv gehört werden muss.
Music Kolumne
Aigners Inventur
März & April 2021
Die ganze Welt verarbeitet im März 2021 immer noch den März 2020, nur unser Kolumnist ist weiterhin auf der Suche nach Wrong-Speeder-Optionen. Aigners Inventur: Dub aus dem Abyss und durch die FFP2-Maske gerauchte Kippen.
Art Porträt
Vincent de Boer
Wie Jazz mit Pinseln
Der niederländische Künstler Vincent de Boer ist zu einem festen Bandmitglied der britischen Jazzer von Ill Considered avanciert. Er zeichnet Plattencover auf Basis der gehörten Grooves. Für »The Stroke« wurde der Prozess nun umgedreht.
Music Kolumne
Records Revisited
Dinosaur Jr – Green Mind (1991)
Viele Rockbands nehmen zu Beginn der 1990er Jahre ihre bis dahin besten Alben auf. Auch Dinosaur Jr. Während die Band selbst bei den Aufnahmen bereits auseinanderbricht, strotzt ihr viertes Album »Green Mind« vor Kreativität.
Music Porträt
Phew
Ein Leben gegen den Strich
Punk mit Aunt Sally, Synth Pop mit Sakamoto und experimentelle Musik solo und mit anderen: Die japanische Musikerin Phew sucht seit über vier Jahrzehnten die Fehler in der Musik, weil sich darin nur deren Möglichkeiten offenbaren.
Music Porträt
Far Out Recordings
Im Epizentrum der Brazil-Welle
Joe Davis ist der Lokführer, auf dessen Zug Mitte der Neunziger eine ganze Generation Brazil-affiner Producer aufsprang. Mit seinem Label Far Out Recordings wurde er zum weltweiten Statthalter brasilianischer Musikkultur.
Music Kolumne
Records Revisited
Carole King – Tapestry (1971)
Carole King wollte nie Popstar werden, sondern nur Songs schreiben. Weil sie das aber konnte wie niemand sonst, wurde sie es dennoch – mit »Tapestry«, ihrem Debütalbum aus dem Februar 1971.
Music Interview
Audio88 & Yassin
Der bessere Diss
Auf das verflixte fünfte Album von Audio88 und Yassin mussten Fans verflixte fünf Jahre warten. Im Zuge des Weltgeschehens ist es kein Wunder, dass sie radikaler auftreten als je zuvor. Ein Interview anlässlich des neuen Albums »Todesliste«